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Tierquälerei: Wie Instagram mit einem neuen Warnsystem gegen Tier-Selfies vorgeht

Wer kennt sie nicht, die süßen Tierfotos in seinem Instagram-Feed. Je exotischer desto besser. Die Foto-App geht nun mit einem neuen Warnsystem gegen gegen Wildtier-Selfies vor.

Instagram blockiert Selfies mit Wildtieren

So nicht, liebe Paris. Gegen solche Wildtier-Selfies geht Instagram seit Montag vor

Er wurde aus dem Wasser gehoben, herumgereicht, in Handykameras gehalten, an nackte Urlauberkörper gedrückt - kurze Zeit später war der kleine Delfin tot. Hunderte Strandbesucher hatten im August am spanischen Mittelmeerstrand ihre Chance genutzt, ein ungewöhnliches Urlaubsfoto mit nach Hause zu bringen oder in sozialen Netzwerken zu posten. Der kleine Delfin bezahlte das mit seinem Leben.

Instagram geht nun entschieden gegen diesen Wildtierselfie-Trend vor. Die Foto-App ist voll von süßen Tierfotos - je exotischer desto besser. Ist ja nichts dabei, denkt man sich. Doch für Tiger, Faultier und Co. ist das alles andere als ein Spaß. Seit 2014 haben Tier-Selfies in der Foto-App um 229 Prozent zugenommen, berichtet die britische "BBC". Das ist viel zu viel. Tierschutzorganisationen schlagen Alarm. 

Instagram: Warnhinweis statt Fotos

Wer seit Montag nach Hashtags wie #koalaselfie oder #affenselfie nach Bildern sucht, erhält statt Fotos eine Warnung:

User können sich weiter über die Ausbeute von Wildtieren informieren oder aber doch die gesuchten Bilder anzeigen lassen. Cassandra Koenen von der Tierschutzorganisation "Animal World Protection" hofft, dass die Instagram-User durch diese erzwungene Pause zum Nachdenken angeregt werden und vielleicht nicht automatisch jedes süße Foto mit Nasenbär oder Äffchen geliked oder geteilt wird.

Summer Vacay! #Slothselfie

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Aber nicht nur Wildtier-Selfies, auch andere Hashtags wie #exoticanimalforsale oder welche, in denen lebende Tiere oder Teile von Wildtieren angeboten werden, erhalten eine Warnung. Über mehrere Monate hinweg hat die Foto-App eine Liste mit Hashtags entwickelt.

Wildtiere werden als Foto-Requisite gefangen

Denn mehr als ein Viertel der Bilder, die die Tierschutzorganisation "Animal World Protection" analysiert hat, seien "schlechte Selfies", auf denen Wildtiere geknuddelt oder unsachgemäß gehalten würden, berichtet die "BBC".

Und nicht nur das. Der Wildtier-Selfie-Wahn spielt vor allem unseriösen Reiseveranstaltern in die Tasche, wie die Organisation berichtet. Um Touristen nämlich süße Urlaubsschnappschüsse zu ermöglichen, würden Affen, Faultiere oder auch Vögel eingefangen und unter schrecklichen Bedingungen gehalten. "Es ist unheimlich traurig, Tiere zu sehen, die in der Wildnis eingefangen wurden, um in sozialen Netzwerken als Requisite auf Fotos benutzt zu werden", sagt Neil D'Cruze von der Tierschutzorganisation "Animal World Protection" gegenüber der "BBC". "Diese Tiere leiden schrecklich - vor und hinter der Kamera."

Richtlinien für tierfreundliche Selfies

Doch ganz muss niemand auf süße Tierfotos verzichten. "Animal World Protection" hat nun Richtlinien für Wildtier-Selfies entwickelt:

Keine Selfies sollte man demnach machen wenn …

… das Tier gefangen, festgehalten oder umarmt wird.

… mit Futter angelockt wurde.

… es den Macher des Selfies verletzen könnte.

Demnach ok ist es, mit einem Tier ein Selfie zu machen, wenn …

… man einen Sicherheitsabstand zum Tier hält.

… das Tier in seiner natürlichen Umgebung ist.

… es sich frei bewegen kann und nicht festgehalten wird.

Hai Touristin Biss Brasilien
ty
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