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Selfie-Wahnsinn: Delfin-Baby muss am Strand von Almeria sterben, weil Touristen es für Fotos in die Luft heben

Ein junger Delfin stirbt an einem Strand in Spanien. Hunderte Menschen reichten das Säugetier wie eine Trophäe herum, ließen sich fotografieren, bis der Delfin schließlich verendete. Tierschützer kamen zu spät.

Ein junger Delfin mit seiner Mutter vor der Küste Japans

Ein Baby-Delfin mit seiner Mutter auf Tauchgang vor der Küste Japans. Einem anderen Delfin wurde das Schwimmen in flachen Gewässern nun zum tragischen Verhängnis. (Symbolbild)

Um sich mit dem Tier fotografieren zu lassen, nahmen hunderte Touristen und Strandbesucher den Tod eines Baby-Delfins am Strand von Almeria in Kauf. Die Menschenmenge stürzte sich auf das kleine Säugetier, als es in Ufernähe entdeckt worden war. Jeder wollte ein Foto mit dem Delfin haben.

In Scharen versammelten sich die Menschen um das Tier und reichten es herum, wie eine Trophäe. Das berichtet das spanische Nachrichtenportal "ABC" am Mittwoch. Immer wieder sei der Delfin aus dem Wasser gehoben und herumgereicht worden, damit die Menschen mit ihm für Fotos posieren konnten, hieß es. Auch Kinder hätten ihn in den Arm genommen und ihm dabei versehentlich das zum Atmen nötige Blasloch zugedrückt. Kurze Zeit später sei der Delfin qualvoll verendet.

Tod des Delfins ist kein Einzelfall

Der Vorfall, der im Internet wütende Kommentare von Tierfreunden nach sich zog, ereignete sich bereits vor einigen Tagen in Mojácar in der Provinz Almería. "ABC" zitierte die auf Meeresfauna spezialisierte Tierschutzorganisation Equinac mit den Worten "Delfine sind sehr anfällig für Stress (...). Er löst bei ihnen einen starken Schock aus, der meist zu einem Herz-Lungen-Versagen führt."

Herbeigerufene Tierschützer seien wenige Minuten zu spät gekommen - der Delfin sei bereits tot gewesen, als sie eintrafen. Auf der Facebook-Präsenz der Tierschutzorganisation Equinac stößt der Vorfall auf komplettes Unverständnis und Wut bei den Followern. Viele bezeichnen die Beteiligten als "Idioten" und "Monster." Traurigerweise handelt es sich hierbei nicht um einen Einzelfall. Bereits zu beginn des Jahres ereignete sich ein ähnlicher Fall in Argentinien.  

fk / DPA