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Ökotest Diese Schadstoffe lauern in Menstruationstassen und Tampons

Ökotest untersucht Menstruationstassen und Tampons
Regel, Periode, Erdbeerwoche - um sich während ihrer Menstruation frei bewegen zu können, greift die Mehrheit der Frauen zu Tampons. Doch auch Menstruationstassen haben immer mehr Fans. Ökotest hat eine Auswahl auf Schadstoffe getestet
© Getty Images/iStockphoto
Ökotest hat 15 Tamponmarken und sechs Menstruationstassen untersucht. Das Ergebnis ist erfreulich: Die meisten getesteten Produkte sind unbedenklich. Aber eben nicht alle.

Ob Tampons, Binden oder Menstruationstassen - jeden Monat verwendet ein Großteil aller Frauen Menstruationshygieneprodukte. Ökotest wollte nun wissen, wie schadstofffrei Tampons und Menstruationstassen sind. Dabei sind Tampons noch immer der beliebteste Hygieneartikel. Mehr als die Hälfte der Frauen gaben in einer Studie der Verbrauchs- und Medienanalyse (VuMA) an, sie während ihrer Menstruation zu verwenden. Doch auch Menstruationstassen werden immer beliebter. Der kleine Kunststoffbehälter wird in die Scheide eingeführt und fängt dort direkt das Menstruationsblut auf. Anschließend wird er entleert, ausgespült und kann dann erneut eingesetzt werden. Dadurch entsteht kein Müll und Frauen haben ebenso viel Bewegungsfreiheit wie bei der Nutzung von Tampons.

Ökotest hat 15 Tamponmarken und sechs Menstruationstassen im Labor auf ihre Schadstoffe untersucht. Das Ergebnis: Von allen getesteten Tampons erhielt nur ein Produkt bedenkliche Stoffe, bei den Menstruationstassen erreichte nur eine nur ein "Mangelhaft".

Krebserregende Stoffe in einer Menstruationstasse

In der mangelhaft getesteten Tasse "Diva Cup 2" hatten die Wissenschaftler Benzophenon im Cup nachgewiesen, ein Stoff, der der internationalen Agentur für Krebsforschung (LARC) zufolge "möglicherweise krebserregend" ist. Normalerweise wird Benzophenon in Druckerfarben und Beschichtungen eingesetzt um Lacke auszuhärten. Der Grenzwert von 0,6 mg/kg wurde dabei überschritten.

Doch auch in den anderen Tassen wurden teilweise sich lösende Bestandteile aus Silikonen nachgewiesen - so beim "Ruby Cup", "Lady Cup" und "Femmycycle Cup". Sie erhielten aber dennoch die Note "gut". Als Sieger gingen "Me Luna Classic" und "Intimina Lily Cup" mit der Gesamtnote "sehr gut" aus dem Test hervor.

Ökotest kritisiert mangelnde Hinweise auf TSS

Ein Kritikpunkt, den die Tester bei den Tassen bemängelten, war die unzureichende Aufklärung über das Toxische Schocksyndrom (TSS). Das zwar seltene, aber schwerwiegende Kreislauf- und Organversagen kann während der Periode auftreten, wenn Tampons oder Cups zu lange getragen oder mit schmutzigen Händen gewechselt werden. Nur zwei Tassen-Hersteller wiesen darauf hin. Die getesteten Tamponmarken hingegen waren alle mit entsprechenden Hinweisen versehen.

Überhaupt schnitten die meisten getesteten Tampons "sehr gut" ab. 14 Produkte erhielten die Bestnote - darunter auch die drei getesteten Bio-Tampons aus Baumwolle. Einzig "U By Camelia" wurde wegen halogenorganischer Verbindungen auf ein "gut" herabgestuft. Diese Verbindungen gelten als allergieauslösend.

Andere bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe - wie optische Aufheller, Pestizide oder Formaldehyde, die teilweise in früheren Tests nachgewiesen wurden - waren nun in keinem Tampon nachweisbar.

Ökotest: Diese Schadstoffe lauern in Menstruationstassen und Tampons
tyr

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