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Aktuelle Ausgabe: NEON #03/2017

Die Frauen der Sonne - Jesidische Frauen kämpfen im Irak gegen ihre ehemaligen Peiniger, die Kämpfer des IS | Überlebenslügen - Was tun, wenn die wahre Geschichte nicht reicht, um in Deutschland Asyl zu bekommen? | Komm wieder, aber bleib nicht - Affären könnten so schön sein, müsste man sich nicht ständig dafür rechtfertigen | Die ewige Angst vor beige - Sind wir zu langweilig? uvm.

EDITORIAL von Ruth Fend, Chefredakteurin

Man kann an der politischen Lage verzweifeln. Oder man kann etwas unternehmen. Letzteres macht mehr Spaß.

Trump war gerade gewählt, die vorletzte NEON mit unseren „110 Fragen gegen die Ratlosigkeit“ im Druck, da entdeckte unsere Modeleiterin Aicha einen Facebook-Aufruf zum Save Democracy Camp. Einen Tag lang wollten Leute hier gemeinsam überlegen, was die US-Wahl bedeutet und wie wir in Deutschland den Zerfall einer offenen Gesellschaft verhindern können. Es waren exakt die Themen, die wir in unserem Fragebogen angerissen hatten. Wir meldeten uns an.



Barcamps funktionieren auf faszinierende Weise: Menschen kommen ohne genauen Plan zusammen, nur manche bringen schon eine Idee mit und stellen zu Beginn vor, was sie gerne diskutieren oder vorantreiben würden. Alle anderen verteilen sich auf diese Sessions – und am Ende hat man einen Strauß an konkreten Projekten und kennt plötzlich viele Leute, die etwas unternehmen. Es ist ein ganz wunderbares Mittel gegen Ratlosigkeit. Eines, das auch etwas süchtig macht.
Im Januar waren wir wieder dabei, Aicha auch als Teil des DEMO-­Projekts von NEON-Autorin Mareike Nieberding. Eine Woche später erlebte ich in Berlin, wie im Schmalbart-Camp um die 200 Leute ein Netzwerk für eine sachliche Debattenkultur aufbauen. Warum es süchtig macht? Vielleicht weil man spürt, dass ge­rade Geschichte geschrieben wird und man dabei ist. Dass gerade etwas völlig Neues entsteht: eine parteiübergreifende Bewegung fern der fest­gefahrenen Rechts-Links-Debatten. Die erst einmal zum Ziel hat, dass Menschen zivilisiert miteinander umgehen und wir weiter in einem freien Land leben. Dass zwar Dinge passieren, die unheimlich sind, man ihnen aber nicht ausgeliefert ist. Und weil so viele dabei so kreativ sind, weil bei allem Ernst auch gelacht wird. Wer sein Leben etwas zu öde findet, kann also entweder unsere Freizeittipps ab Seite 66 ausprobieren – oder einfach politisch mit­mischen.

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