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Grillverzicht fürs Klima: Aufstieg ohne Würstchen: So will eine Fußballmannschaft ein Zeichen fürs Klima setzen

Die U17-Fußballmannschaft des TuS Binzen steigt in die Landesliga auf. Doch im Zeichen der "Fridays for Future"-Bewegung organisierte das Team eine etwas andere Aufstiegsfeier.

Mann mit roter Badehose hält Hotdog

Bei Fußballfeiern wird gern gegrillt: Eine U17-Mannschaft aus Baden-Württemberg will nun mit gutem Beispiel vorangehen und verzichtet bei ihrer Aufstiegsfeier auf Würstchen und Co.

Ob Handball, Fußball oder einfach Sommerfest vom Sportverein – bei den meisten Feten wird ordentlich gefeiert und das gern auch mit Würstchen und Steak vom Grill. Ein echter Klassiker eben. Doch es geht auch anders: Bei der Aufstiegsfeier der U17-Fußballmannschaft des TuS Binzen in Baden-Württemberg blieb zur großen Feier der Grill kalt – obwohl das Team den Schritt in die Landesliga schaffte. Statt Steak und Würstchen gab es Crêpes. Der Grund: die Klimaerwärmung.

Denn wie viele Studien mittlerweile belegen, ist Fleisch nicht unbedingt vorteilhaft fürs Klima: laut Umweltbundesamt verursacht die Produktion von einem Kilo Rindfleisch zwischen sieben bis 28 Kilogramm Treibhausgase. Die gleiche Menge an Obst oder Gemüse erzeugt hingegen weniger als ein Kilo. Grund genug für die Kicker, auf Fleisch zu verzichten und damit als gutes Beispiel voranzugehen.

Vorbild für andere Vereine

Da die Feier an einem Freitag stattfand, kam die Idee auf, sich mit den "Fridays for Future"-Protesten zu solidarisieren. "Wir dachten: Es ist Freitag, unsere Spieler sind alle Schüler, und Fridays for Future wird von Schülern gemacht. Das war unsere Brücke", erklärte Jugendleiter Daniel Merle der "Badischen Zeitung". Der Verzicht auf Fleisch sei schnell umsetzbar und man wolle mit der Aktion einen Impuls setzen. "Die Aktion selber ist nicht das Ziel. Sondern vielmehr das Bewusstsein, dass man etwas machen kann."

Denn Grillen ist nach Ansicht des Jugendleiters immer noch das Nonplusultra bei Feiern im Fußball: "Ich bin seit dreizehn Jahren als Trainer aktiv und habe in den letzten zehn Jahren 20 Meisterfeiern erlebt. Da wird immer gegrillt, so kenne ich das auch von anderen Vereinen."

Crêpes fürs Klima

Also einigten sich Spieler und Fans auf Crêpes – die gab es dann auch in der herzhaften Variante mit Käse und Schinken, aber natürlich auch vegetarisch. Und auch bei anderen Themen stellt sich der Verein klimafreundlich auf: So bekam das Vereinsheim vor kurzem eine Fotovoltaikanlage, um aus Sonnenenergie den Strombedarf der Anlage zu decken. Zwar soll immer noch das sportliche Miteinander im Fokus des Vereins stehen, aber man hoffe, dass andere Vereine diese Entwicklungen des TuS Binzen zum Anlass nehmen, eigene Ideen zu entwickeln, so Daniel Merle.

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