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Australien: Die Natur schlägt zurück: Deshalb solltet ihr wilde Tiere besser nicht füttern

"Bitte nicht füttern!" Jeder Zoobesucher hat ein solches Schild schon einmal gelesen. Dass es Konsequenzen haben kann, wenn man sich nicht daran hält, haben nun die Touristen der australischen Stadt Morisset auf schmerzhafte Weise erfahren.

Jede Woche kommen tausende Menschen in die australische Stadt Morisset. Kein Wunder, sie ist weniger als eine zweistündige Zugfahrt von Sydney entfernt und Reiseblogs versprechen "wilde ", die "zahm genug sind, um aus nächster Nähe ein Foto von ihnen zu machen".

Klingt vielversprechend für ein perfektes Urlaubsfoto, wenn es nicht ein Problem gäbe. "Die Kängurus sehen mindestens 2000 Touristen pro Woche", sagte Shane Lewis dem Fernsehsender ABC News. Er leitet ein Shuttlebus-Unternehmen, das die Touristen nach Morisset bringt. "Sie brauchen aber nicht 2000 Karotten, Bananen, Brote, Chips und Kekse."

Australien: Kein Tag vergehe ohne Känguru-Angriff

Das Problem: Die Touristen füttern die Kängurus. Dadurch werden die Beuteltiere hungriger und aggressiver – und das hat schwere Folgen. "Es vergeht kein Tag, an dem Leute nicht getreten oder gekratzt werden", sagt Lewis.

In einem Facebook-Post hat Lewis nun öffentlich vor den Folgen gewarnt. "Wir sind alles andere als glücklich, dass Leute Kängurus füttern und unternehmen Schritte, um das in Zukunft zu verhindern", schreibt er. An den Beitrag sind mehrere Fotos von den Verletzungen angehängt, die Touristen bereits durch die Angriffe davongetragen haben.

Er selbst habe auch Menschen gesehen, die die Kängurus gefüttert haben. "Einige Idioten haben den Tieren sogar Essen von McDonald's oder KFC und Chips gegeben", erzählte Lewis ABC News. "Da war ein Typ, dem ein Tier den Bauch aufgekratzt hat. Er hatte es noch nicht einmal gefüttert. Allerdings war er zehn Minuten zuvor bei McDonald's. Es kam mir so vor, als ob das Känguru den Essensgeruch auf seinen Klamotten gerochen hat."

Mehr Schilder sollen die Touristen in Zukunft warnen

Der örtliche Abgeordnete von Lake Macquarie, Greg Piper, fordert deshalb mehr Beschilderungen – in unterschiedlichen Sprachen. "Die Katze ist aus dem Sack, ich glaube nicht, dass wir die Tourismuswellen noch stoppen können. Aber es sollte eine ausreichende Beschilderung geben, die vor dem Füttern der Tiere warnt und darauf hinweist, dass ihr manchmal aggressives Verhalten für Besucher gefährlich werden kann."

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