HOME

"Regelwerk gegen Sexismus": Keine Herrenwitze mehr: St. Pauli verbannt sexistische Werbung aus dem Stadion

Der FC St. Pauli geht in gesellschaftspolitischen Angelegenheiten gerne voran. Jetzt wird der Kiezclub nach eigenen Angaben zum ersten Verein Deutschlands, der "sexistischer Diskriminierung die Rote Karte zeigt."

Beispiele für sexistische Werbung

Für den FC St. Pauli hat Sexismus im Stadion nichts zu suchen. Auch und erst recht nicht im Marketing.

Picture Alliance

Es wäre wohl übertrieben zu behaupten, dass die #MeToo-Debatte hiermit den Profifußball erreicht hätte – trotzdem ist die Maßnahme von Fußball-Zweitligist FC St. Pauli bemerkenswert: Gemeinsam mit der feministischen Protestorganisation Pinkstinks hat der Zweitligist ein "Regelwerk gegen Sexismus im Stadion" entwickelt. Mit der dazugehörigen Broschüre wendet sich der Kiezclub vor allem an seine Sponsoren und Werbepartner.

Rund um das Millerntorstadion soll demnach künftig Werbung verboten werden, die Menschen zu sexuellen Objekten reduziert oder klischeehafte Geschlechterrollen abbildet. Als Beispiele für sexistische Motive zeigt die Broschüre neben anderen auch Anzeigen des Pauli-Sponsors Astra, der in der Vergangenheit in seinen Kampagnen gerne mal den einen oder anderen Herrenwitz gerissen hat. Die Biermarke habe nach Angaben von Pinkstinks bereitwillig Erlaubnis erteilt, ihre Bilder verwenden zu dürfen. Pinkstinks zollt dafür ausdrücklich Respekt: "So befördert Astra die Diskussion um progressivere Werbung."

FC St. Pauli: Sponsor Astra zeigt sich kooperativ

"Zu Astra gehört es, mit Klischees zu spielen und gewisse Dinge nicht allzu ernst zu nehmen", sagt Astra-Sprecher Christoph Boneberg dazu im Interview mit der "ZEIT Hamburg". Man mache Werbung mit Augenzwinkern: "Das kommt bei vielen Fans gut an, wird aber auch teils kontrovers besprochen. Das ist uns bewusst, und deshalb haben wir der Nutzung sowie der Einordnung – vermeintlich sexistisch oder nicht – zugestimmt."

Für Oke Göttlich, Präsident des , sei es nach eigener Aussage wichtig, noch einmal mit Nachdruck klare und nachvollziehbare Regeln gegen Sexismus im Stadion festgelegt zu haben, die zukünftig für Partner und Sponsoren gelten sollen. So werde St. Pauli, wie es in der Broschüre heißt, "der erste Verein Deutschlands, der mithilfe einer klaren Richtlinie sexistischer Diskriminierung auch im Bereich der Vermarktung die Rote Karte zeigt."

Gus Kenworthy: Olympia-Athlet adoptiert Welpen aus Hundefleisch-Farm
tim