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Florida: Lehrerin wird gefeuert, weil sie Schüler schlechter benotet als erlaubt

Dieser Fall sorgt im US-Bundesstaat Florida für ordentlich Diskussion: An einer High School dürfen Lehrer Schüler nie schlechter als mit 50 Prozent bewerten. Eine Lehrerin wiedersetzte sich dieser Verordnung – und wurde dafür nun entlassen.

Der gute alte Notenspiegel. Wer kann sich an den noch erinnern? Immer am Tag der Rückgabe der Klassenarbeiten, schrieb der Lehrer mit Kreide die Noten an die Tafel. Und obwohl nie namentlich erwähnt wurde, welcher Schüler welche Noten geschrieben hatte, war dennoch meistens klar, wer eine Eins und wer eine Fünf hatte.

In den USA ist das Notensystem unwesentlich anders. Statt den Zahlen 1bis 6 werden dort Buchstaben vergeben. Ein A bekommt man, wenn man 90 bis 100 Prozent der Fragen richtig beantwortet, ein B für 80-89 Prozent, ein C für 70 bis 79 Prozent, ein D für 60 bis 69 Prozent, ein F für 50 bis 59 Prozent und ein I für 0 Prozent. Eigentlich relativ simpel.

Doch an der West Gate K-8 School in Port St Lucie im US-Bundesstaat Florida gab es die "No Zero-Policy". Das heißt: Die Lehrer durften die Schüler nie schlechter als mit einem F bewerten – selbst wenn die Schüler bei Projekten nichts abgegeben hatten. Die 52-jährige Geschichtslehrerin Diane Tirado wollte diese Regel nicht einsehen und wurde jetzt dafür entlassen. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend, unter anderem "Fox" und "news.com.au".

Tirado nimmt die Kündigung nicht einfach so hin

Völlig schweigsam ließ Tirado die Kündigung nicht auf sich sitzen. Ganz im Gegenteil, die Lehrerin hinterließ auf dem Whiteboard ihres ehemaligen Unterrichtsraum eine Nachricht an ihre Schüler: "Tschüss Kinder, Mrs. Tirado hat euch lieb und wünscht euch nur das Beste im Leben. Ich wurde gefeuert, weil ich einige von euch, die nichts abgegeben haben, schlechter als 50 Prozent bewertet habe."

Anschließend fotografierte sie ihre Botschaft auch noch einmal ab und postete sie bei Facebook. Dort ging das Bild viral. Es wurde über 2500 Mal geteilt und hundertfach kommentiert. Die meisten Nutzer waren entsetzt. "Die Menschen, die irgendwann mal unsere Zukunft sein sollen, sind Menschen, die belohnt werden, selbst wenn sie nichts getan haben", schrieb eine Frau.

Florida: Schule rechtfertigt "No Zero-Policy"

Inzwischen sprach Tirado, die erst seit Juli an der High School unterrichtete, mit dem lokalen Fernsehsender WLOS. "Wenn es nichts zu bewerten gibt, wie kann ich jemandem 50 Prozent geben?", sagte sie dem Sender. "Ich will es nicht akzeptieren, dass jemand fürs Nichtstun auch noch belohnt wird." Das müsse sich in Zukunft ändern, so die Lehrerin.

Dem widersprach der Oberschulrat E. Wayne Gent. Im Interview mit "Fox News" verteidigte er die "No Zero-Policy" der St. Lucie Public School. Man wolle jeden Schüler fördern. Keiner solle auf der Strecke bleiben, so Gent.

Wenn ihr glaubt, das sei der verrückteste Kündigungsgrund überhaupt, kennt ihr noch nicht die Geschichte eines Grundschullehrers aus den USA. Der verlor seinen Job, weil er seinen Schülern ein Kunst-Gemälde zeigte, auf dem ein nackter Hintern zu sehen war. Mehr dazu lest ihr hier. 

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rpw
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