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Häusliche Gewalt: Über Jahre misshandelt: Nachbarn retten 22-Jährigen vor eigener Freundin

Häusliche Gewalt in extremer Form: In Großbritannien sorgt der Fall eines 22-Jährigen, der von seiner gleichaltrigen Freundin jahrelang gequält wurde, für Aufsehen. Das Opfer geht an die Öffentlichkeit und ermutigt weitere Betroffene.

Häusliche Gewalt

Ein 22-jähriger Brite litt jahrelang unter der psychischen und körperlichen Gewalt seiner Freundin (Symbolbild)

Er wurde geschlagen und mit einem Messer verletzt, mit heißem Wasser überschüttet und aus dem gemeinsamen Schlafzimmer verbannt: In Großbritannien hat eine 22-Jährige offenbar über Jahre psychische und körperliche Gewalt gegen ihren gleichaltrigen Freund angewendet, bis dieser schließlich von der Polizei gerettet werden musste. Wie mehrere britische Medien berichten, ist die Frau deshalb nun zu einer siebeneinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Vor Gericht hatte sie sich schuldig bekannt. Nach Angaben der Polizei ist dies das erste Urteil gegen eine Frau in einem Fall von häuslicher Gewalt in England.

Das Opfer, Alex Skeel, hat seinen Fall öffentlich gemacht, um weitere Betroffene von häuslicher Gewalt zu ermutigen, Hilfe zu suchen. Drei Jahre lang seien die Misshandlungen vor allem psychischer Natur gewesen, so Skeel.

Häusliche Gewalt: psychisch und körperlich

Einmal habe seine Freundin ihm mitgeteilt, dass sein Opa gestorben sei. Nachdem er daraufhin in Tränen ausgebrochen sei, habe sie ihn für zwei Stunden beim Weinen beobachtet, bis sie ihn darüber aufklärte, die Unwahrheit gesagt zu haben. Anschließend habe sie sich über ihn lustig gemacht, dass ihm seine Familie so wichtig sei.

Überhaupt hätte sie ihn über zwei Jahre komplett von seiner Familie ferngehalten. Außerdem habe sie ihn auf dem Boden schlafen lassen und ihm befohlen, welche Kleidung er zu tragen habe.

In den letzten neun Monaten sei es dann körperlich geworden: Jordan Worth, so der Name der Täterin, habe ihm im Schlaf eine Bierflasche über den Kopf gezogen; sie habe ihn mit einem Hammer gejagt und damit ins Gesicht und auf die Hände geschlagen; sie habe ihn mit heißem Wasser überschüttet. Er habe offene Verbrennungen gehabt und insgesamt 19 Kilo Körpergewicht verloren.

"Lass mich in Ruhe, du tust mir weh"

Nachbarn hätten schließlich die Polizei alarmiert. Sie hätten Skeel häufiger mit blauem Auge oder dem Arm in einer Schlinge auf der Straße gesehen, außerdem seien aus der Wohnung lautstarke Auseinandersetzungen zu hören gewesen: "Lass mich in Ruhe", habe das Opfer gerufen, "du tust mir weh."

Skeel sei im Krankenhaus behandelt worden. Offenbar gerade noch rechtzeitig, wie Skeel verrät: Zehn Tage später wäre er wohl tot gewesen, hätten die Ärzte ihm dort mitgeteilt. Er glaube, der Grund für sein Überleben sei, mit seiner Geschichte anderen Betroffenen Mut zu machen: "Ich rate jedem in so einer Situation, Hilfe zu holen." Die Polizei habe sich in seinem Fall fantastisch verhalten und ihm letztlich das Leben gerettet.

tim
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