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Epidemie in England: Monkey Dust: Die Droge, die Menschen von Häusern springen lässt

Im Norden von England verbreitet sich die Droge Monkey Dust rasend schnell. Konsumenten verlieren das Schmerzempfinden und fühlen sich unbesiegbar. Die Polizei in der Region spricht von einer "Epidemie".

Ein Päckchen mit weißem Pulver

Schon für zwei Pfund gibt es ein Päckchen der gefährlichen Droge Monkey Dust

Picture Alliance

Schwankend steht ein Mann auf dem Dachfirst eines Gebäudes, er schreit unverständliche Worte. Dann springt er. Die Szene geht glimpflich aus, der Mann landet auf einem parkenden Auto, er wird von Polizisten aufgegriffen. Sofort greift er die Beamten an.

Vorfälle wie diese ereignen sich im Norden von England mittlerweile regelmäßig. Die Polizei führt sie auf die Droge Monkey Dust zurück. Die Substanz vermindert das Schmerzempfinden, führt zu Halluzinationen und verursacht Paranoia. Menschen, die Monkey Dust nehmen, fühlen sich "übermenschlich stark" und gleichzeitig verfolgt. "Sie haben keine Angst mehr", erklärte der Mediziner Steven Rust der BBC.

Monkey Dust: Konsumenten fühlen sich stark wie Hulk

Monkey Dust steht eigentlich für Methylendioxypyrovaleron, kurz MDPV. Lange war die synthetische Droge auch als "Badesalz" bekannt, da die Substanz auch als Inhaltsstoff von Badesalzlösungen verwendet wird. Entwickelt wurde sie in den Sechzigern von einer deutschen Pharmafirma. Seit 2014 ist MDPV in der EU verboten.

Auf den Straßen Englands verbreitet sich die Droge derzeit rasend schnell. Experten beobachten die Entwicklung mit zunehmender Besorgnis. "Es ist nicht mehr nur ein Problem. Es ist schon eine Epidemie", warnt Rust. Die Polizei in der Grafschaft Staffordshire gibt an, täglich etwa zehn Einsätze im Zusammenhang mit Monkey Dust zu haben.

Oft treffen sie dabei auf Konsumenten, die kaum zu kontrollieren sind, weil sie sich so unberechenbar verhalten. Zu den Effekten der Droge gehöre auch, sich "stark wie Hulk" zu fühlen. So werden sie zur Gefahr für ihre Umwelt und für sich selbst. In Kombination mit Alkohol verstärkt sich die Wirkung noch einmal.

Eine Dosis für zwei Pfund

"Wir hatten Fälle, wo Menschen einfach in den Verkehr hineingelaufen sind", berichtet ein hochrangiger Polizist bei der BBC. "Ihre Stärke ist unglaublich", zitiert "Sky News" einen erfahrenen Polizeiinspektor. Gleichzeitig kann die Droge zu Herzrasen und Bluthochdruck bis hin zu Herzinfarkten führen.

Das weiße Pulver ist relativ leicht und preiswert zu bekommen, eine Dosis gibt es schon für zwei Pfund, berichtet "Sky News". Schon in kleinen Mengen macht es schnell süchtig. "Ich hasse die Tatsache, dass ich es mag. Ich hasse es jedes Mal, wenn ich es genommen habe, aber ich nehme es wieder", zitiert die BBC einen Monkey-Dust-Junkie.

Mediziner vergleichen Monkey Dust mit Crystal Meth, das allerdings deutlich teurer ist. "Es ist eine der schlimmsten Drogen, die wir kennen. Und das Schlimmste ist, die Menschen haben danach keine Erinnerung mehr", erzählt Debbie Moores von der Suchtberatungsstelle One Recovery in North Staffordshire.

Die Polizei in England geht davon aus, dass bereits mehrere Todesfälle auf den Gebrauch von Monkey Dust zurückzuführen sind. Ein Ende des Drogenbooms ist derzeit nicht in Sicht.

Wissenschaft schnell erklärt: Badesalz als Droge? Was Legal Highs so gefährlich macht
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?