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USA: Schülerin wird von ihrer Schule nach Hause geschickt – wegen ihres Aussehens

Im US-Bundesstaat Louisiana wurde eine 11-Jährige von ihrer Schule nach Hause geschickt. Der Grund ist mehr als fragwürdig. Besonders brisant: Es ist bereits der zweite Vorfall binnen weniger Wochen.

Screenshot Facebook-Video

Das Facebook-Video, das die 11-Jährige beim Verlassen der Schule zeigt, geht aktuell viral

Bis man von einer Schule fliegt, muss man im Normalfall einiges ausgefressen haben. An der "Christ the King Middle School" in Gretna, Louisiana reicht es hingegen schon aus, eine Frisur zu haben, die der Schule nicht passt. Diese Erfahrung musste kürzlich die 11-jährige Faith Fennidy machen. Wie unter anderem die "New York Times" berichtet, wurde sie wegen ihrer Dreadlocks von ihrer Schule nach Hause geschickt. Der Vorfall wurde von ihrem Bruder Steven Fennidy auf einem Video festgehalten, das sich aktuell über die sozialen Netzwerke verbreitet. Darin ist zu sehen, wie Faith unter Tränen ihre Schulsachen zusammenpackt und dann das Gelände verlässt, um in den Wagen ihrer Familie zu steigen.

Unter dem Video bezieht Faiths Bruder Stellung: "Ich hasse es, dies zu posten, aber es ist einfach nicht richtig. Wir haben versucht, das Problem mit der zu lösen, aber die wollen nicht auf uns eingehen. Meine kleine Schwester und viele andere afroamerikanische Kinder tragen Haarverlängerungen. Meine Schwester hat die jetzt schon seit zwei Jahren. Über den Sommer hat die Schule heimlich, still und leise ihre Schulordnung geändert. Faith hat davon erst am ersten Schultag mitbekommen. Es ist einfach nur lächerlich eine solche Regeländerung vorzunehmen, ohne es vorher kund zu tun."

Aussage steht gegen Aussage

Die Vorsteherin des Erzbistums der katholischen Schulen im Raum New Orleans, ReaNell Billiot Houston, widerspricht der Schilderung von Steven: "Die neue Schulordnung wurde allen Eltern während des Sommers und noch mal vor dem ersten Schultag mitgeteilt." Die Anwältin von Familie Fannidy, Inem O’Boyle sieht das anders: Die Schule habe Faith erst am ersten Schultag gesagt, dass ihre Haare gegen die Schulordnung verstoßen würden. Daraufhin habe sie für eine Menge Geld ihre Haare umstylen lassen. Doch auch das soll der Schule nicht genug gewesen sein. "Sie teilten ihr mit, sie könne gehen und solle nicht wiederkommen", sagte die Anwältin der " ". 

Faiths Eltern zahlen nach Aussage der Anwältin nach wie vor für den Unterricht ihrer Tochter und auch Faith selbst wolle dadurch, dass all ihre Freund dort zur Schule gehen, weiterhin die "Christ the King Middle School" besuchen. Auf Fragen bezüglich einer Anzeige vonseiten der Familie wollte sich die Anwältin nicht äußern. Die betroffene katholische "Middle School" hat jedenfalls in der Tat in ihrer Schulordnung folgendes festgelegt: "Jungs und Mädchen: Nur natürliches Haar ist erlaubt. Verlängerungen, Perücken und Haarstücke aller anderen Art sind nicht erlaubt."

Der zweite Fall binnen weniger Wochen

Bereits in der vergangen Woche hat ein ähnlicher Fall im US-Bundesstaat Florida für Aufsehen gesorgt. Der 6-jährige Clinton Stanley Jr. sollte eingeschult werden. Wie unter anderem die "USA Today" berichtete, wurde daraus allerdings nichts. Ihm wurde aufgrund seiner Dreadlocks das Betreten der "A Book’s Christian Academy" untersagt. Sein Vater, Clinton Stanley Sr. hatte seinen Frust darüber anschließend in einem Facebook-Video zum Ausdruck gebracht.

Als Konsequenz aus dem Vorfall beschloss der Vater daraufhin, seinen Sohn direkt wieder von der Schule abzumelden. Die Schulleiterin, Sue Book, sagte nach dem Vorfall, dass sie zahlreiche Todesdrohungen erhalten habe. Dies wurde vom Orange County Sheriffs Department bestätigt.

lui