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Bayern: Hotpants-Verbot an Schule: Direktor greift jetzt bei zu viel nackter Haut durch

Im Sommer wollen wir uns alle möglichst luftig kleiden – an Schulen sorgen zu knappe Outfits aber immer wieder für Unmut. In Bayern hat eine Schule jetzt strenge Regeln eingeführt. Wer dagegen verstößt, muss in ein Schlabbershirt schlüpfen.

Eine Gruppe von Schülerinnen in kurzen Hotpants

Schulhoftauglich? Eine Gruppe von Schülerinnen in kurzen Hotpants

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Wie viel nackte Haut ist im Sommer okay? Über diese Frage wird seit Jahren an deutschen Schulen immer wieder diskutiert. Ärmellose Tops, tiefe Ausschnitte, transparente Stoffe und immer wieder ultrakurze Hotpants werden zum Konfliktthema.

In Osterhofen, einem Ort in Niederbayern, hat ein Schuldirektor es satt, dass von Mitschülern und Lehrkräften immer wieder Beschwerden über zu luftig gekleidete Schüler kommen. Meist geht es dabei um Mädchen. Mittelschul-Rektor Christian Kröll hat deshalb jetzt T-Shirts in XXL-Größe angeschafft, die Schülerinnen in zu knappen Outfits ab jetzt überziehen müssen.

Der "Passauer Neuen Presse" sagte er: "Wir kaschieren den 'guten Geschmack', und über den lässt sich irgendwann nicht mehr streiten." Er findet, dass der Po bei Hotpants-Trägerinnen nicht sichtbar sein sollte. Und auch tiefe Dekolletees missfallen ihm: "Alles, was anstößig und nicht ästhetisch ist", soll nun verdeckt werden. Die Lehrer dürfen entscheiden, was in diese Kategorie fällt. Dass sie dabei nicht immer einer Meinung mit den Jugendlichen sind, versteht sich von selbst.

Das Verbot betrifft vor allem Mädchen

Von Seiten des bayerischen Kultusministeriums ist das legitim. Schüler seien "verpflichtet, sich so zu verhalten, dass die Ordnung der Schule nicht gestört wird", ließ das Ministerium die "Welt" wissen. Die Schulen könnten in Absprache mit den Eltern selbst festlegen, was erlaubt sei und was nicht.

Zwar sind für Jungen Achselshirts und Jogginghosen ebenfalls verboten, aber dennoch trifft die strenge Regelung vor allem Schülerinnen. Inwiefern das fair ist und ob gerade Lehrkräfte nicht darüber stehen sollten, sich an der Kleidung von Schülerinnen zu stören, wird immer wieder heftig diskutiert.

Die bayerische Mittelschule ist aber nicht die einzige deutsche Schule, die sich gegen zu offenherzige Kleidung ausspricht: Im vergangenen Sommer hatte das Gymnasium Eppendorf in Hamburg ebenfalls eine Kleiderordnung herausgegeben. 

Diana Knodel im Profil
wt
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