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USA: Trotz 400.000 Dollar-Spende obdachlos, weil seine Helfer ihm sein Geld nicht geben wollen

Der Obdachlose Johnny Bobbitt aus den USA gab einer Frau seine letzten 20 Dollar, um ihr zu helfen. Aus Dank startete sie eine Spendenaktion, bei der über 400.000 Dollar zusammen kamen. Doch jetzt streitet er sich mit seiner Gönnerin.

USA: Trotz 400.000 Dollar obdachlos, weil seine Helfer ihm sein Geld nicht geben wollen

Durch eine Spendenaktion wurden für den Obdachlosen Johnny Bobbitt (l.) 400.000 Dollar gesammelt. Nun der Vorwurf: Die Hälfte des Geld habe er von seinen Wohltätern nicht bekommen. 

DPA

Die Geschichte von Johnny Bobbitt hätte Hollywood nicht besser schreiben können. Der Obdachlose aus Philadelphia hatte der 27-jährigen Kate McClure Anfang November des vergangenen Jahres aus der Patsche geholfen, als diese mitten in der Nacht mit ihrem Auto auf einem Highway liegen blieb. Der Sprit war ihr ausgegangen – und Bobbitt wurde zum Retter in der Not: Von seinen letzten 20 Dollar hatte er der ihm völlig Unbekannten kurzerhand Benzin besorgt.

Die Geschichte ging um die Welt – auch NEON berichtete darüber. Und McClure startete aus Dankbarkeit eine Spendenaktion auf der Plattform "Gofundme.com". Eigentlich sollten lediglich 10.000 Dollar zusammenkommen, um dem Obdachlosen den Start in ein neues Leben zu ermöglichen. Doch am Ende wurden es unfassbare 402.000 Dollar (knapp 340.000 Euro). Doch jetzt behauptet Bobbitt, dass er immer noch auf die Hälfte des Geldes wartet. Die würden ihm McClure und ihr Freund D'Amico nämlich nicht auszahlen wollen. Stattdessen sei er inzwischen sogar wieder obdachlos, drogenabhängig und müsste betteln, damit er über die Runden komme, wie er der örtlichen Tageszeitung "Inquirer" erzählte.

McClure und ihr Freund wollen Bobbit die Hälfte nicht geben

Dabei hieß es nach Ende der Spendenaktion auf der "Gofundme"-Seite: "Das erste, was auf der Liste steht, ist ein neues Zuhause, das Johnny besitzen wird!" Allerdings soll das Versprechen seines eigenen Heims laut dem 35-Jährigen einem Wohnwagen gewichen sein. Zudem habe er nie seinen "Traum Pickup", einen 1999 Ford Ranger, bekommen, sondern einen gebrauchten SUV. 

Ganz unschuldig an seiner Lage scheint Bobbitt nicht zu sein, wie er der Zeitung gestand. Demnach hatte er zwei Rückfälle und musste zweimal in eine Entzugsklinik – ohne Erfolg. Er verbringt wieder seine Tage damit, auf der Straße nach Geld und Drogen zu suchen.

Für McClures Freund sei das der Grund, warum sie dem Obdachlosen die andere Hälfte des Geldes nicht aushändigen wollen. "Einem drogensüchtigen Mann so viel Geld zu geben", sagte er "Inquirer, "wäre so, wie ihm eine geladene Waffe zu geben." Das Geld liege stattdessen erst einmal sicher verwahrt auf einem Sparkonto. Sobald Bobbitt wieder clean sei und einen Job habe, werde er auch den Zugang bekommen, sagte D'Amico.

Gofundme schaltet sich ein

Mittlerweile hat sich auch Gofundme mit der Angelegenheit befasst. "Wir untersuchen die Behauptungen von Missbrauch in Bezug auf diese Kampagne. Wenn es einen Streit gibt, arbeiten wir mit allen Beteiligten zusammen, um sicherzustellen, dass die Gelder an den richtigen Ort gehen", sagte ein Sprecher der Organisation "Buzzfeed News". Bobbitt selbst sagte, dass er mit Anwälten in Kontakt stehe und nach legalen Möglichkeiten suche.

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rpw