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"Es gibt noch wahrhaft Gutes": Lehrerin spricht mit Schülern über den Amoklauf in Florida - ein Satz rührt sie zutiefst

Als Marissa Schimmoeller am Tag nach dem Amoklauf an einer Schule in Florida zur Arbeit geht, hat sie Angst vor den Fragen ihrer Schüler. Doch was sie zu sagen haben, rührt die junge Lehrerin zu Tränen.

Amoklauf in Florida: Die rührende Reaktion dieser Schüler

Am Tag nach dem Amoklauf in Florida ging Lehrerin Marissa Schimmoeller aus Ohio mit einem flauen Gefühl im Magen zur Arbeit

Getty Images

Nach verheerenden Vorfällen wie dem, der sich vorige Woche in einer Schule in Florida abspielte, ist es leicht, die Hoffnung und den Glauben an die Menschheit zu verlieren. Und dann gibt es Geschichten wie die von Marissa Schimmoeller.

Die US-Amerikanerin ist Englischlehrerin an einer Highschool im Bundesstaat Ohio. Auf Facebook berichtet sie von ihrem ersten Arbeitstag nach dem Amoklauf an der Marjory Stoneman Douglas Highschool in Parkland, Florida: "Heute war das erste Mal, dass ich nach einem Schulmassaker arbeiten musste. Ich hatte Angst davor, meinen Schülern an diesem Tag zu begegnen und als die ersten in den Klassenraum kamen, drehte sich mir beinahe der Magen um." Die junge Lehrerin weiß, dass ihre Schüler über den Vorfall sprechen wollen.

Gepostet von Marissa Schimmoeller am Sonntag, 5. Februar 2017

"Kurz nachdem die Stunde angefangen hatte, stellte eine Schülerin die Frage, vor der ich mich gefürchtet hatte, seit die Nachrichten über Florida bekannt wurden", schreibt sie weiter. "Mrs. Schimmoeller, was tun wir, wenn ein Schütze in ihr Klassenzimmer kommt?" Eine besonders schwierige Frage für Marissa, denn: Sie sitzt im Rollstuhl.

Die nächsten Sätze seien ihr sehr schwer gefallen: "Jeder einzelne von euch liegt mir am Herzen und ich werde alles tun, was ich kann, um euch zu schützen. Aber da ich im Rollstuhl sitze, werde ich euch nicht so gut beschützen können, wie es ein anderer Lehrer vielleicht könnte. Und wenn es eine Möglichkeit gibt zu fliehen, möchte ich, dass ihr sie nutzt. Macht euch keine Sorgen um mich. Eure Sicherheit ist meine größte Priorität."

Es habe einen Moment gedauert, bis ihre Schüler die Worte der Lehrerin verarbeitet hatten, schreibt sie. Dann habe sich eine Schülerin zu Wort gemeldet: "Mrs. Schimmoeller, wir haben bereits darüber gesprochen. Sollte irgendetwas passieren, dann tragen wir Sie."

Today was really hard for me. Today was the first time I had to teach the day after a mass school shooting. I dreaded...

Gepostet von Marissa Schimmoeller am Donnerstag, 15. Februar 2018

Marissa schließt ihren Facebook-Post mit einer Nachricht: "Ich weiß, dass es schwer sein kann, das Gute in der Welt zu sehen, aber es gibt noch wahrhaft Gutes. Und heute habe ich es in den Herzen meiner Schüler gefunden."

Der Facebook-Beitrag wurde inzwischen (Stand 22.2.) über 20.000 Mal geteilt und hat knapp 37.000 Reaktionen angesammelt. 

Ein älterer Mann mit Jeans und grauem Sweatshirt sitzt mit seiner zersägten AR-15 in den Händen auf einer Terrasse
jgs