HOME

Belgien: Ein echter Anus: Der Nachname dieses Politikers ist Facebook zu "unangebracht"

Die Regularien von Facebook sind manchmal merkwürdig, wie ein Fall eines jungen Politikers aus Belgien zeigt. Der war dazu gezwungen, seinen Nachnamen zu ändern, weil er dem sozialen Netzwerk zu "anstößig und unangemessen" sei.

Lustige Nachnamen gibt es zu genüge: Axel Schweiß, Hans Wurst oder Wilfried Koten. Wahrscheinlich hat jeder schon mal bei Gesprächen auf einer Party einen lustigen Namen aufgezählt. Schließlich kann man dabei immer einen schnellen Lacher landen. Doch was bei den meisten Menschen für Erheiterung sorgt, ist für die Betroffenen oftmals weniger witzig – und im Falle eines belgischen Kommunalpolitikers sogar problematisch.

Gemeint ist der 26-jährige Luc Anus. Luc tritt in der Stadt Lobbes für die Sozialisten als Gemeinderatskandidat seines Bezirks an. Für seine Kandidatur wollte er auch auf Facebook werben. Doch das soziale Netzwerk hatte offenbar wenig Verständnis für seinen Nachnamen. Kurzer Hand sperrten sie ihn. Der Grund: Der Name sei "anstößig und unangemessen". "Die mögen mich offenbar einfach nicht", sagte er dem belgischen Online-Portal "sudinfo.be". 

Le 14 octobre prochain, nous serons appelés à choisir nos représentants communaux, c’est-à-dire nos relais directs avec...

Gepostet von Luc Anu am Montag, 24. September 2018

Luc ist nicht der einzige Anus in Belgien

Damit er aber trotzdem Werbung auf Facebook machen kann, änderte er einfach seinen Namen in "Luc Anu". Dass sein Name ihn in unangenehme Situationen bringt, ist keine neue Situation für Luc Anus. Daran gedacht, ihn deshalb zu ändern, habe er trotzdem nicht, sagte er "sudinfo.be". Allerdings beklagte er gegenüber dem Medium den "mangelnden Respekt von Menschen, die sich anscheinend hinter einem Bildschirm sehr stark fühlen". Weit verbreitet ist der Nachname im Übrigen nicht. Nach Angaben des belgischen Einwohnermeldeamtes gibt es 49 Personen, die Anus heißen.

Die mediale Aufmerksamkeit ist für Luc Anus gerade ganz nützlich. Immerhin wird am 14. Oktober gewählt. Da ist es alles andere als kontraproduktiv, dass Medien wie der "Guardian" oder sogar eine belgische Fernsehsendung, die zum solidarischen Slogan #jesuiuslucanus aufgerufen hat, über den jungen Politiker berichten. Nun muss er es nur noch schaffen, dass das alles nicht für den (Achtung, Wortwitz) Anus ist – sondern auch seine politischen Ziele bei den Wählern ankommen.

Von Müller bis Schmidt: Das sind die häufigsten Nachnamen in Deutschland - ist Ihrer dabei?
rpw
Themen in diesem Artikel