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#NeonEuropa

Interview mit jungen Europäern: Aktivistin Kübra Gümüsay: "Die europäische Identität wird durch nationale Interessen zerrieben"

Am 26. Mai ist Europawahl – wir nutzen diesen Anlass und fragen junge Europäer, die in unserer Generation in Songs, auf Instagram oder auf Twitter eine Stimme haben, was sie sich von Europa erhoffen. Dieses Mal: Aktivistin und Feministin Kübra Gümüsay.

Kübra Gümüsay Europawahl

Kübra Gümüsay schreibt auf ihrem Blog über Feminismus, Rassismus, Islam und Politik.

Unter dem Hashtag #ausnahmslos kämpft Kübra Gümüsay mit anderen Aktivistin gegen Sexismus und Rassismus. Die 30-jährige Deutsch-Türkin wohnt mit ihrem Mann in Hamburg und arbeitet unter anderem für die University of Oxford. Ihr Blog "Ein Fremdwoerterbuch" wurde 2011 für den Grimme-Online-Award nominiert - und letztes Jahr kürte das Magazin "Forbes" sie zu einer der "30 under 30 Europe". Auch sie hat unseren NEON-Fragebogen zur Europawahl ausgefüllt.

1. Wenn ich an Europa denke, denke ich an …

... die nicht ausreichend genutzte Chance, eine Identität zu etablieren, die auf demokratischen, freiheitlichen Werten aufbaut, Menschen in ihrer Vielfalt eint und losgelöst ist von ethnischen und nationalen Identitäten. Stattdessen wird die Idee einer europäischen Identität zerrieben durch nationale und wirtschaftliche Interessen und Konflikte.

2. Fühlst du dich als Europäerin?

Oft denke ich: Ja, durch und durch.

3. Warum ist die Europawahl wichtig?

Wahlen sind ein Grundrecht und Verantwortung zugleich. In der gegenwärtigen politischen Stimmung sind sie ein wichtiges Mittel, um Widerstand zu leisten - gegen Nationalismus, Rechtspopulismus und Faschismus.

4. Was erhoffst du dir von der Wahl?

Ich wünsche mir ein Wiedererstarken der demokratischen Kräfte, die, statt reaktiv zu agieren, statt in rechten Gewässern zu fischen, proaktiv und selbstbewusst unseren europäischen Diskurs gestalten. Und ich wünsche mir, dass dieser Wunsch zu einer realistischen Hoffnung wird.

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lau
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