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Obszöne Nachrichten: "Darf ich dich mit den Lippen verwöhnen?": Als ich auf Ebay meine Klamotten verkaufen wollte

Eigentlich will Joana auf Ebay-Kleinanzeigen nur ihre Klamotten verkaufen. Doch statt ernst gemeinter Anfragen bekommt sie fragwürdige Nachrichten. "Manchmal habe ich das Gefühl, dass neue, ungetragene Sachen schlechter laufen – vor allem Schuhe."

Anzeigen auf Ebay Kleinanzeigen

Joana verkauft seit vielen Jahren Kleidung auf Ebay Kleinanzeigen. Und bekam über die Jahre schon unzählige Nachrichten.

Manchmal schaut man in den eigenen Schrank und stellt fest: Da ist viel zu viel drin. Und davon zieht man nur knapp die Hälfte an. Wer die Sachen nicht einfach in den Keller bringen will, könnte auf die Idee kommen, sie im Internet zu verkaufen. Mit 30 Millionen Nutzern im Monat ist Ebay Kleinanzeigen hier mit Abstand Deutschlands beliebtestes Verkaufsportal für ehemals Geliebtes. Aber neben Secondhand-Klamotten und alten Bohrmaschinen, hat sich auf der Plattform noch ein ganz anderer Markt entwickelt – für Sex und Fetische.

Joana verkauft seit 2011 Klamotten und andere Dinge, die sie nicht mehr braucht, auf dem Online-Portal. "Ich habe bereits tausende solcher Anfragen bekommen", erzählt sie. "Meistens lösche ich die Nachricht und melde den Nutzer." 

"Darf ich dich mit den Lippen verwöhnen"

So wollte sie beispielsweise ein trägerloses Designerkleid verkaufen, stellte eine Anzeige – mit Foto, versteht sich – ein. Auf dem Bild ist sie selbst zu sehen, wie sie das Kleid trägt. Ohne Gesicht. Die potenziellen Käuferinnen sollen ja sehen können, wie es sitzt. Kaum ist das Inserat online, ploppen die ersten Anfragen auf: "Dürfte ich dich mit den Lippen verwöhnen?", will ein User wissen. Ein anderer würde für ein privates Treffen "sehr gut bezahlen". Er sei neu in Hamburg. Na dann. Wer braucht schon Tinder, wenn es Ebay Kleinanzeigen gibt?

Screenshot Anfrage Ebay Kleinanzeigen

Ist das die logische Schlussfolgerung, wenn jemand versucht, ein Kleid zu verkaufen?

Besonders beliebt scheinen getragene Schuhe zu sein. "Manchmal habe ich das Gefühl, dass neue, ungetragene Sachen schlechter laufen – vor allem Schuhe", sagt Joana. "Für alte Ballerinas habe ich mal einen sehr hohen Preis erzielt – von einem Mann". Ihre ungetragenen Zara-Stilettos versucht sie hingegen schon seit einer Woche an die Frau zu bringen – erfolglos.

Screenshot Anzeige Ebay Kleinanzeigen

Wieso hat jemand das Bedürfnis, der Verkäuferin zu sagen, wieso er die Schuhe haben will?

Doch auch hier häufen sich die Anfragen von Männern. Es hagelt Komplimente für Joanas Füße, die in dem Bild verständlicherweise ebenfalls zu sehen sind: "Ich habe bislang weder für die Schuhe, noch für das Kleid, eine einzige ernsthafte Anfrage bekommen." 

"100 € getragen"

'Nun gut', könnte ein besonders abgestumpfter Mensch jetzt denken, 'ihre Füße und ihr Körper waren auf den Bildern ja zu sehen. Daran wird das wohl liegen.' Aber: Pustekuchen. Selbst auf dem Boden liegende Bikinis scheinen auszureichen, um die Fantasie einiger Männer anzuregen. 45 Euro hatte Joana für einen ungetragenen Bikini mit Originaletikett angesetzt. Geboten bekam sie: "100 getragen und 250 mit vor mir ausziehen und…"

Inzwischen ist der Bikini zwar verkauft – nach wie vor ungetragen! –, aber so langsam vergeht Joana die Lust auf die Online-Verkäufe.

Ein echtes Problem für Ebay

Das Verkaufsportal ist sich der Problematik durchaus bewusst. Man bilde eben "einen Querschnitt der Bevölkerung ab, dazu zählen leider auch ein paar schwarze Schafe", hieß es auf Anfrage des stern. Die Nachrichten würden zwar alle durch einen Scanner laufen, aber der würde nur bei bestimmten Schlagwörtern aufhorchen. Und bei knapp einer halben Million neuer Anzeigen pro Tag würden eben einige durchrutschen. Nur: In Joanas Fall waren es deutlich mehr.

Skurrile Fotos bei eBay und Co.: So verkaufen Sie auf Ebay einen Spiegel. Nicht.
jgs
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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