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Anti-Rassismus-Seminar: Heute bleiben alle US-Starbucks für einen halben Tag geschlossen

Starbucks macht also ernst: Das vor Wochen angekündigte Anti-Rassismus-Seminar findet heute in allen US-Filialen statt. Und die Kunden stehen vier Stunden vor verschlossener Tür.

Demonstranten blockieren nach dem Vorfall eine Starbucks-Filiale in Philadelphia

Demonstranten blockieren nach dem Vorfall die Starbucks-Filiale in Philadelphia

AFP

Dieser Vorfall hatte für Aufsehen gesorgt: Im April wurden in Philadelphia zwei Afroamerikaner von Polizisten in Handschellen aus einer Starbucks-Filiale befördert, nachdem ein Angestellter den beiden Hausfriedensbruch vorwarf. Sie hatten nichts bestellt und wollten die Toilette benutzen. Nach Angaben ihres Anwalts hatten sie sich zu einem geschäftlichen Treffen in dem Café verabredet. Bestellt hätten sie nichts, weil sie noch auf einen dritten Teilnehmer gewartet hätten.

Zwar wurden die Männer kurze Zeit wieder auf freien Fuß gesetzt, das Video von der Festnahme machte jedoch schnell im Internet die Runde. Und blieb nicht ohne Echo. Viele warfen der Kaffeekette Rassismus vor, Demonstranten legten kurzzeitig den Betrieb der Starbucks-Filiale lahm.

Starbucks will Schulungs-Material teilen

Um sich von dem Image-Schaden reinzuwaschen, kündigte Starbucks-Chef Kevin Johnson drastische Maßnahmen an. Das Unternehmen schult am 29. Mai sämtliche Mitarbeiter zum Thema Rassismus. Dafür schließt Starbucks nach eigenen Angaben für vier Stunden seine rund 8000 US-Filialen.

Laut CNN soll in dieser Zeit unter anderem über rassistische Voreingenommenheit und die Geschichte der Rassendiskriminierung im öffentlichen Raum in den Vereinigten Staaten diskutiert werden. Zur Ausarbeitung des Programms sollen dem Unternehmen mehrere Experten zur Seite gestanden haben, darunter auch die schwarze Rechtsanwältin Sherrilyn Ifill, Vorsitzende der Bürgerrechtsorganisation NAACP.

Der aktuellen Schulungsmaßnahme sollen noch weitere folgen. Auch will das Unternehmen die Schulungsmaterialien im Anschluss öffentlich machen und hofft, dass auch andere Unternehmen diese an ihren Arbeitsplätzen benutzen. Seine Hausregeln hat das Unternehmen inzwischen angepasst. So dürfen auch Menschen die Toilette in den Filialen benutzen, wenn sie dort nichts konsumieren. 



jek
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?