"Ihre Genesung erfordert eine strenge medizinische Überwachung außerhalb von Gefängnismauern", erklärte die Tochter Kiana Rahmani. "Sie in die Haft zurückzuschicken, käme einem Todesurteil gleich." Zugleich forderte Rahmani ein Ende der politischen Verfolgung ihrer Mutter und das Fallenlassen "aller haltlosen Anschuldigungen gegen sie". Kiana Rahmani lebt gemeinsam mit ihrem Zwillingsbruder Ali in Paris, sie haben ihre Mutter seit über einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen.
Mohammadi hatte nach Angaben ihrer Unterstützer am 1. Mai im Gefängnis einen zweiten Herzinfarkt erlitten. Nach einem zehntägigen Krankenhausaufenthalt in Sandschan im Norden des Iran wurde ihr nach Angaben ihrer Stiftung "gegen eine hohe Kaution eine Aussetzung der Strafe gewährt". Sie wurde zunächst in ein Krankenhaus in Teheran gebracht - und konnte nun nach Hause.
Mohammadi war in den vergangenen 25 Jahren wegen ihres Einsatzes gegen den Kopftuchzwang und die Todesstrafe im Iran immer wieder vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. 2023 wurde sie für ihren Einsatz für die Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Den Preis nahmen damals stellvertretend ihre Kinder in Oslo entgegen.