Die Senatorin und indigene Aktivistin war in der südwestlichen Provinz Cauca entführt worden - eine konfliktreiche Region, in der Koka angebaut wird und um die Dissidenten der inzwischen aufgelösten Guerillabewegung Farc kämpfen. Die Entführer hätten sie an einen "unbekannten Ort gebracht", sagte Quilcué AFP. Als die Entführer bemerkt hätten, dass indigene Fährtenleser sie verfolgten, seien sie weggelaufen, "und wir konnten entkommen", fügte sie hinzu.
"Mir geht es jetzt gut", sagte Quilcué unter Tränen in einem Video, das Verteidigungsminister Pedro Sánchez veröffentlichte. Darin ist auch zu sehen, wie Quilcué von Mitgliedern der kolumbianischen Anti-Entfühungs-Einheit der Armee in ein gepanzertes Fahrzeug gebracht wird.
In Kolumbien wird am 8. März ein neues Parlament gewählt. Am 31. Mai soll zudem die erste Runde der Präsidentschaftswahl stattfinden. Im Vorfeld der Wahlen hat die Gewalt in dem südamerikanischen Land zuletzt zugenommen.
Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro hatte am Dienstag erklärte, dass auch er ins Visier genommen worden war und einem Attentat entkommen sei, nachdem er monatelang vor einem angeblichen Komplott von Drogenhändlern gegen ihn gewarnt wurde.
Kolumbien leidet seit sechs Jahrzehnten unter bewaffneten Konflikten zwischen Guerillas, Paramilitärs und Drogenhändlern, die der Armee gegenüberstehen - mehr als 250.000 Menschen wurden getötet. 2016 hatte zwar die mit Abstand größte Guerillaorganisation Farc ein Friedensabkommen mit der damaligen Regierung unterzeichnet und die Gewalt ging stark zurück.
Mehrere Splittergruppen der mittlerweile aufgelösten Farc lehnten den Friedensschluss aber ab und kämpfen weiterhin gegen andere Gruppen um die Kontrolle über den lukrativen Kokainhandel in Kolumbien. Das Land ist der größte Kokain-Produzent der Welt.