Von den 55 Angriffen 2025 waren demnach 46 physische Attacken wie Tritte oder Schläge. In drei Fällen handelte es sich um Sachbeschädigungen an Redaktionsgebäuden und in sechs um Cyberattacken. Mit 20 Vorfällen ereigneten sich die meisten der für 2025 dokumentierten körperlichen Angriffe und Sachbeschädigungen in Berlin. Dem Bericht zufolge lässt sich das "nicht nur durch das politisierte Klima in der Hauptstadt" erklären, sondern auch dadurch, dass dort viele Medienhäuser und Journalistenverbände ansässig sind.
Dahinter folgen Sachsen mit neun und Sachsen-Anhalt mit fünf Angriffen. "Besonders gefährlich" war die Berichterstattung nach Angaben von Reporter ohne Grenzen erneut auf Demonstrationen sowie bei Recherchen und Filmaufnahmen in rechtsextremen Milieus. Vereinzelt wurden auch Angriffe durch Sicherheitskräfte oder aus der linksextremen Szene gemeldet.
Der Deutsche Journalistenverband (DJV) nannte es "erschreckend, dass Journalistinnen und Journalisten in Deutschland 55 mal Opfer von Schlägen und Tritten von Extremisten geworden sind". DJV-Sprecher Hendrik Zörner sagte der Nachrichtenagentur AFP: "Die Täter empfinden das Grundrecht der Pressefreiheit offenbar als Bedrohung. Dagegen gibt es nur ein Mittel: weiter berichten."
Für die zur Gewerkschaft Verdi gehörende Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (DJU) zeigt der Bericht: "Medienschaffende arbeiten in Deutschland zunehmend unter Gefahr." Der Gesetzgeber sei jetzt gefordert, für einen besseren rechtlichen Schutz von Journalistinnen und Journalisten zu sorgen, sagte DJU-Bundesgeschäftsführerin Danica Bensmail AFP. "Ihre Arbeit ist für die Demokratie unverzichtbar." Ähnlich wie es die Bundesregierung für Angriffe auf Polizei und Rettungskräfte plant, sollte laut DJU auch für Attacken auch Medienschaffende ein höheres Strafmaß gelten.