Die Zahl der Katholiken sank nach der Statistik um etwa 550.000 auf 19,22 Millionen. Damit sind noch 23 Prozent der Gesamtbevölkerung katholisch. Der Hauptgrund für das Schrumpfen bleiben Kirchenaustritte. Deren Zahl lag mit 307.117 um gut 14.000 unter dem Vorjahreswert und war die niedrigste Zahl der vergangenen fünf Jahre.
Die Zahl der Protestanten verringerte sich noch etwas stärker um rund 580.000 auf etwa 17,4 Millionen. Die Zahl der Kirchenaustritte blieb nach der von der EKD veröffentlichten Statistik mit rund 350.000 auf dem Niveau des Vorjahres.
Für die katholische Bischofskonferenz erklärte deren Vorsitzender Heiner Wilmer die Statistik sei ein "Spiegelbild unserer Kirche". Der Hildesheimer Bischof nannte es ein schönes Zeichen, dass sich der Anteil der Gottesdienstbesucher leicht erhöht habe und die Zahlen bei Erstkommunion und Firmung stabil geblieben seien. Er bedaure aber die nach wie vor hohe Zahl von Kirchenaustritten.
Mit Taufe in die beiden Kirchen aufgenommen wurden insgesamt 214.000 Menschen. In der evangelischen Kirche blieb die Zahl mit etwa 105.000 im Vergleich zum Jahr davor stabil, etwa jede zehnte evangelische Taufe betraf Menschen über 14 Jahre. Bei den Katholiken gab es einen Rückgang der Taufen um mehr als 7000 auf noch 109.000. Vor 25 Jahren waren in der katholischen Kirche noch mehr als 220.000 Menschen pro Jahr getauft worden.
Einen Rückgang erlebte die katholische Kirche auch bei der Zahl kirchlicher Trauungen, mit rund 19.500 lag die Zahl um 3000 niedriger als im Jahr davor. Die EKD-Statistik macht zu den kirchlichen Hochzeiten keine Angaben.
In der katholischen Kirche zeigt sich der Schrumpfungsprozess laut der Kirchenstatistik auch in einer abnehmenden Zahl an Kirchengemeinden. Für das Jahr 2025 erfasste die Statistik noch 8997 Pfarreien, das waren 294 weniger als Ende 2024. In vielen Bistümern werden wegen der sinkenden Mitgliederzahlen Gemeinden zusammengelegt oder aufgegeben, immer wieder werden dabei auch Kirchen aufgegeben.
Einen neuen historischen Tiefstand verzeichnete die katholische Kirche mit lediglich 25 Priesterweihen im Jahr 2025. Im Jahr davor waren noch 29 Männer zu Priestern geweiht worden, 2023 noch 35 und im Jahr 2000 mit 154 Priestern sechsmal so viele. Der Priestermangel gilt seit langem als ein Problem der katholischen Kirche - das nur Männern offenstehende Amt gilt unter anderem wegen des Zölibats, der Pflicht zur Ehelosigkeit, als unattraktiv.