SUV-Fahrer überrollt Radfahrer in Paris: Justiz ordnet Mordprozess an

Radspur in Paris
Radspur in Paris
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Ein SUV-Fahrer, der in Paris absichtlich einen Radfahrer überfahren haben soll, muss sich wegen Mordes vor Gericht verantworten. Ein Untersuchungsrichter habe nach anderthalbjährigen Ermittlungen den Prozess gegen den 53-Jährigen angeordnet, hieß es am Dienstag in Justizkreisen. Der Tod des 27 Jahre alten Radfahrers im Oktober 2024 hatte für Empörung und die Einsetzung einer Regierungskommission zu Gewalt im Straßenverkehr gesorgt.

"Die Einstufung als Mord ist eine wichtige Etappe", sagte der Anwalt Yassine Bouzrou, der die Familie des 27-Jährigen vertritt. Der Angeklagte weist den Mord-Vorwurf zurück. "Unser Mandant hatte nicht die Absicht zu töten", erklärten seine Anwälte.

Nach Augenzeugenberichten und Bildern von Überwachungskameras war der Angeklagte mit seinem Wagen etwa 200 Meter über den Radweg gefahren und hatte den Radfahrer am Fuß angefahren. Es kam zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung, der Autofahrer setzte zurück, drehte dann das Lenkrad und überfuhr den jungen Mann mit Vorder- und Hinterrad seines 2,3 Tonnen schweren SUV.

Der Fahrer hatte weder Alkohol noch Drogen zu sich genommen, hatte allerdings schon zwei Mal den Führerschein entzogen bekommen. Er war nach eigenen Angaben spät dran, um seine Tochter zu einem Arzttermin zu bringen.

In Paris sind in den vergangenen Jahren die Radwege massiv ausgebaut worden. Allerdings kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Radfahrern und Autofahrern. 

AFP