46 Prozent hoffen, so ihre Erkrankung selbst in den Griff bekommen zu können. 41 Prozent suchen Aufmunterung und Zuspruch. Vier von zehn informieren sich über Therapiemöglichkeiten. Die Gespräche mit den Chatbots bewerten 85 Prozent als hilfreich. Zwei Drittel empfanden im Gespräch mit der KI sogar so etwas wie Nähe.
Dennoch empfinden es 57 Prozent der Befragten bedrückend, sich mit einem Computerprogramm zu unterhalten. 53 Prozent gaben an, dass sie nach der Nutzung verstärkt Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid hatten. 62 Prozent waren der Meinung, dass die KI einen Gang zum Arzt oder Psychotherapeuten überflüssig gemacht habe.
KI ersetze weder eine professionelle Diagnostik noch sei sei eine leitliniengerechte Behandlung, warnte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, Ulrich Hegerl. "Die antidepressive Wirksamkeit und mögliche unerwünschte Folgen sind kaum erforscht", fügte er hinzu.
Betroffenen riet er dazu, sich an Hausärzte, Psychiater oder psychologische Psychotherapeuten zu wenden. Für die Erhebung wurden 2500 Menschen zwischen 16 und 39 Jahren befragt.