Vize-Minister: Handelsvolumen in China erreicht 2025 "neuen historischen Höchststand"

Für den Export bestimmte Autos in chinesischem Hafen
Für den Export bestimmte Autos in chinesischem Hafen
© AFP
Chinas Handelsvolumen hat im vergangenen Jahr nach Angaben des chinesischen Vize-Zollministers Wang Jun einen "neuen historischen Höchststand" erreicht. 2025 habe der Gesamtwert der Warenimporte und -exporte bei 45,47 Billionen Yuan (5,6 Billionen Euro) gelegen, was einem Anstieg von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspreche, sagte der Minister am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Peking. Ohne den Zollstreit mit den USA wären die Zahlen Wang zufolge noch höher ausgefallen. Der Handel mit der EU stieg nach Angaben Pekings um sechs Prozent.

Die Exporte, die traditionell der Antrieb der chinesischen Volkswirtschaft sind, verzeichneten Angaben der chinesischen Zollbehörde zufolge einen Anstieg von 6,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Wert der Exporte betrug umgerechnet rund 3,3 Billionen Euro. Die Importe stiegen derweil um 0,5 Prozent, ihr Wert lag bei umgerechnet 2,3 Billionen Euro. Wang zufolge überschritt die Zahl der gesamten Importe und Exporte in China damit erstmals die Marke von 45 Billionen Yuan.

Chinas Exporte waren im vergangenen Jahr durch den Handelsstreit mit den USA geprägt gewesen, worauf Wang bei der Pressekonferenz anspielte. "Gewisse Länder haben Handelsfragen politisiert und Hightech-Exporte nach China eingeschränkt", sagte der Vize-Zollminister. "Hätten sie das nicht getan, hätten wir mehr importiert", fügte er hinzu.

Trotz des Zollstreits brachte der Handel mit den USA "positive Ergebnisse" ein und machte 8,8 Prozent des gesamten Außenhandels Chinas aus. Der Handel zwischen China und der EU, einem weiteren wichtigen Handelspartner des Landes, sei im vergangenen Jahr um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, erklärte ein Sprecher des chinesischen Zollministeriums.

Chinas Staatschef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump hatten Ende Oktober bei einem Gipfeltreffen in Südkorea eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen beiden Ländern erreicht. Bis die Einigung Ende nächsten Jahres ausläuft, sollen Vertreter beider Länder eine langfristige Lösung aushandeln - Experten gehen allerdings davon aus, dass dies schwierig wird.

Während das Handelsaufkommen Chinas wächst, kämpft das Land mit einem schwächelnden Inlandskonsum, hoher Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen, der alternden Bevölkerung und einer Schuldenkrise im Immobiliensektor des Landes.

AFP