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Mire27

Hasste Bismarck Juden oder nicht?

Jetzt lese ich das Buch von James Hawes "Die kürzeste Geschichte Deutschlands" und dachte darüber nach, wie Bismarck selbst die Juden behandelte?
Der eiserne Kanzler Otto von Bismarck hat die Diskussionen über Antisemitismus vermieden und das Thema Judenhass war kein Eckpfeiler seiner Weltsicht. Aber der österreichische Sozialphilosoph Joseph Popper-Lynkeus, der 1886 eine scharfe Kritik des zeitgenössischen Antisemitismus formulierte, wies darauf hin, dass Bismarck in der "Judenfrage" ein Opportunist der Macht war.
Bismarcks Haltung zu den Juden ist schwer zu verstehen. Ich habe gelesen, dass der langjährige politische Partner Bismarcks, die Nationalliberale Partei, die Feindschaft gegenüber Jüdinnen und Juden verbreitete. Das Jahr 1871 war gekennzeichnet von einem Anstieg der rechtsgerichteten nationalen Gesinnung, indem alte anti-jüdische Stimmungen im nationalen Wahrnehmungshorizont verortet und mit volks-nationalen Gedanken verbunden wurden. Hinzu kam seit 1873 eine wirtschaftliche Depression, die das Krisengefühl und auch die Abneigung gegenüber dem Kapitalismus verstärkte. Wegen der tief in der deutschen Gesellschaft verankerten langen anti-jüdischen Traditionen stellten Juden hierfür prädestinierte „Sündenböcke“ dar. Die Menschen sahen die Juden als Schuldige und glaubten die sozio-ökonomischen Missstände in einem Vorgehen gegen diese beheben zu können. Und dennoch finanzierte der jüdische Bankier Gerson Bleichröder Bismarcks Einigungspolitik.
Frage Nummer 3000262778

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Antworten (1)
dschinn
Schon lange plagte mich genau diese eine Frage.
Danke, dass du sie gestellt hast!

Ich war immer noch am abarbeiten der Formulierung.
Auch die jüngsten Verquickungen mit der CDU/CSU wären interessant.