Neun Meter hohe Wellen
Supertaifun "Sinlaku" trifft US-Außengebiet mit voller Wucht

Der Supertaifun bewegte sich nur langsam vorwärts - das machte ihn besonders gefährlich. Foto: Uncredited/Glen Hunter/AP/dpa
Der Supertaifun bewegte sich nur langsam vorwärts - das machte ihn besonders gefährlich. Foto
© Uncredited/Glen Hunter/AP/dpa
Orkanböen, neun Meter hohe Wellen und zerstörte Häuser auf den Nördlichen Marianen: Der Supertaifun "Sinlaku" war der bisher schwerste Sturm des Jahres. Noch ist die Lage im US-Außengebiet unklar.

Der Supertaifun "Sinlaku" hat die Nördlichen Marianen im Westpazifik mit voller Wucht getroffen und Berichten zufolge teils schwere Schäden verursacht. Das genaue Ausmaß war aber zunächst unklar. Der Sturm erreichte nach Angaben des lokalen Wetterdienstes Windgeschwindigkeiten von mehr als 210 Kilometer pro Stunde, als er in der Nacht (Ortszeit) auf die besonders betroffenen Inseln Saipan und Tinian traf.

Besonders dramatisch sei, dass sich der Taifun extrem langsam fortbewege und deshalb ungewöhnlich lange Zeit in dem US-Außengebiet mit rund 45.000 Einwohnern gewütet habe, zitierte der australische Sender ABC den Meteorologen Landon Aydlett vom "National Weather Service" in Guam. "Das macht die Auswirkungen besonders diabolisch. Sobald es über den Inseln heller wird, werden wir mehr Klarheit haben", betonte er. 

"Absolut beängstigend"

Das weiter südlich gelegene US-Territorium Guam war ebenfalls von dem Sturm betroffen, jedoch traf er hier nicht direkt auf Land. Die Insel gehört ebenso wie die Nördlichen Marianen politisch zu den Vereinigten Staaten und geografisch zu Mikronesien. Beide liegen östlich der Philippinen.

Auf Tinian berichteten Augenzeugen der ABC von schweren Zerstörungen. "Es ist absolut beängstigend — man kann draußen nichts sehen, es weht immer noch ein extrem starker Wind, Wasser dringt ein, viele Bäume sind umgestürzt, Häuser wurden verwüstet", sagte Deborah Fleming vom lokalen Frauenverband.

Neun Meter hohe Wellen und Sturmfluten

Neben den Orkanböen sorgten Sturmfluten für zusätzliche Gefahr. Auf Saipan wurden Wellenhöhen von rund neun Metern gemessen, wie die Onlinezeitung "Pacific Daily News" berichtete. Starke Regenfälle und Gewitter erhöhten zudem das Risiko von Überschwemmungen und Erdrutschen. 

Die Behörden forderten die Bevölkerung auf, weiter in ihren Häusern oder in Schutzräumen zu bleiben. Viele Bewohner hatten sich zuvor in Evakuierungszentren in Sicherheit gebracht. Auch Hunderte Touristen waren wegen gestrichener Flüge auf der Inselkette gestrandet.

"Sinlaku" wurde zwar inzwischen von einem Supertaifun herabgestuft, bleibt aber laut Wetterdienst "ein sehr gefährlicher Sturm der Kategorie 4". Experten zufolge handelte es sich um den bisher stärksten Tropensturm des Jahres - und den folgenschwersten seit der Taifun Yutu 2018 auf den Nördlichen Marianen schwere Zerstörungen und wirtschaftliche Schäden angerichtet hatte. Prognosen zufolge wird "Sinlaku" nun in nordwestlicher Richtung über den Pazifik weiterziehen.

dpa

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