KZ Sachsenhausen

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Video: Haftstrafe für Ex-Wachmann im KZ Sachsenhausen

Video Haftstrafe für Ex-Wachmann im KZ Sachsenhausen

STORY: Ein ehemaliger SS-Wachmann ist am Dienstag wegen Beihilfe zum Mord an Tausenden Häftlingen im Konzentrationslager Sachsenhausen zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der inzwischen 101 Jahre alte Josef S. war vor dem Landgericht Neuruppin angeklagt, als damaliger Wachmann in dem KZ von 1942 bis 1945 Beihilfe zum Mord an mehr als 3500 Häftlingen geleistet zu haben. S. hatte in dem seit Oktober vergangenen Jahres laufenden Prozess bestritten, dass er in dem KZ tätig war und angegeben, er habe in der fraglichen Zeit als Landarbeiter in Mecklenburg-Vorpommern gearbeitet. Die Staatsanwaltschaft stützte ihre Anklage auf Dokumente, die eine Tätigkeit des Verurteilten in Sachsenhausen nahelegen. Zudem belastete das Gutachten eines Historikers den Angeklagten schwer. Der Nebenklage-Vertreter Thomas Walther zeigte sich mit dem Urteil zufrieden: "Die Nebenkläger sind, soweit ich das jetzt in der Verhandlung habe feststellen können, mit dem Ergebnis sehr, sehr zufrieden. Wenn ich vergleiche, was sie erwartet haben, und das, was jetzt verkündet wurde, dann entspricht das den Vorstellungen der Nebenkläger." Lili Grumbach, deren Großvater im Konzentrationslager Sachsenhausen gefangen war, hält Prozesse dieser Art für sehr wertvoll: "Ich denke, es ist wirklich wichtig, dass meine Generation und die künftige Generation - es gibt ja kaum noch Zeitzeugen, diese Erinnerung aufrechterhalten können. Und ich denke, dass dieser Prozess, wie mein Vater sagte, eine enorme Erinnerungsarbeit geleistet hat. Eine Erinnerung daran, was in diesem Lager passiert ist." Josef S. ist der bisher älteste NS-Täter, der sich je vor einem deutschen Strafgericht verteidigen musste. Sein Verteidiger hat angekündigt, bei einer drohenden Haftstrafe in Revision zu gehen.
KZ Sachsenhausen: 100-Jähriger SS-Wachmann vor Gericht – Nebenkläger: "80 Jahre auf diesen Moment gewartet"

KZ Sachsenhausen 100-Jähriger SS-Wachmann vor Gericht – Nebenkläger: "80 Jahre auf diesen Moment gewartet"

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Prozessauftakt in Brandenburg an der Havel am Donnerstag. Angeklagt ist ein ehemaliger Wachmann der SS. Dem 100-jährigen Mann wird vorgeworfen, wissentlich und willentlich Beihilfe zum Mord an Tausenden Lagerinsassen im Konzentrationslager Sachsenhausen geleistet haben, zwischen 1942 und 1945. Dabei geht es laut Gericht um die Erschießung sowjetischer Kriegsgefangener und die Ermordung von Häftlingen mit Giftgas sowie um die Schaffung und Aufrechterhaltung lebensfeindlicher Bedingungen. Einer der Nebenkläger ist 79-jährige Franzose Antoine Grumbach. Sein Vater, ein französischer Widerstandskämpfer, wurde in Sachsenhausen ermordet. "Da sind so viele Emotionen, es ist schwierig für mich, überhaupt zu sprechen. Ich bin sehr berührt. Ich kann Ihnen nichts sagen gerade." 80 Jahre habe er auf diesen Moment gewartet. Konkret zur Anklage kommen vorm Landgericht Neuruppin 3518 Fälle. Die Zahl ist eine Mindestangabe der ermittelten Opfer. Prozessbeobachter Leon Schwarzbaum zeigt ein Foto seiner Eltern und seines Onkels, sie wurden in Auschwitz ermorde, so erzählt er. Aus organisatorischen Gründen findet der Prozess in Brandenburg statt, in einer Sporthalle der örtlichen Justizvollzugsanstalt. Angesetzt waren zunächst 22 Verhandlungstage bis in den Januar kommenden Jahres. Einem medizinischen Gutachten zufolge ist der hochbetagte Angeklagte bis zu zweieinhalb Stunden am Tag verhandlungsfähig.