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Londoner Flughafen: Arbeitsloser findet Geheimdaten zu Heathrow auf weggeworfenem USB-Stick

Ein Mann hat im Westen Londons einen USB-Stick gefunden, auf dem mindestens 176 hochsensible Daten rund um den Sicherheitsapparat des Flughafens Heathrow gespeichert waren. Die Behörden sind alarmiert.

Arbeitsloser findet Sicherheitsdaten zu Londoner Flughafen

Heathrow ist der größte Flughafen Großbritanniens: Auf dem USB-Stick waren mindestens 176 Dokumente zum Airport gespeichert

Picture Alliance

Ein Arbeitsloser hat einen Datenträger mit sicherheitsrelevanten Angaben zum Flughafen Heathrow auf einer Straße in London gefunden. Wie der "Sunday Mirror" berichtete, waren auf dem USB-Stick mindestens 176 Dokumente, insgesamt 2,5 Gigabyte, sensible Daten zum größten Flughafen Großbritanniens unverschlüsselt gespeichert. Eine Flughafen-Sprecherin bestätigte den Vorfall auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Auf dem Stick waren der Zeitung zufolge Karten, Videos und andere Dokumente, die beispielsweise die Standorte von Überwachungskameras, Fluchtwege, die genauen Zeiten von Polizeipatrouillen und jede Art von Identifikationsnummern für gesperrte Bereiche enthalten. Auch die Route, die der Wagen von Königin Elizabeth II. zum Flughafen nimmt und eine Liste von Maßnahmen zum Schutz der Queen habe ein Dokument auf dem Datenträger wiedergegeben, berichtete das Blatt. 

Polizei in London fürchtet Verbreitung im "Darknet"

"Wir haben alle unsere Sicherheitspläne überarbeitet und sind zuversichtlich, dass Heathrow weiterhin sicher ist. Wir haben auch eine interne Untersuchung eingeleitet, um herauszufinden, wie das passiert ist, und wir unternehmen Schritte, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden", hießt es in einer Mitteilung des Flughafens.

Gefunden hatte den Stick ein arbeitsloser Mann auf der Straße im Westen der britischen Hauptstadt. "Ich war neugierig, was sich auf dem Stick befand und habe ihn Tage später, als ich in die Bücherei gegangen bin, in den Computer gesteckt.", wird der Mann vom "Sunday Mirror" zitiert. Er hätte nicht glauben können, was er sah. Die Dokumente seien teilweise als "vertraulich" und "geheim" gekennzeichnet gewesen. Ein Passwort sei dennoch nicht erforderlich gewesen.

Die Polizei befürchtet laut der Zeitung, dass der USB-Stick bereits von anderen Menschen gefunden wurde und die Daten im sogenannten "Darknet" zirkulieren - sodass Terroristen und Kriminelle an die Daten gelangen können. Wie der USB-Stick auf die Straße gelangte, war zunächst unklar. Scotland Yard teilte mit, die Polizei sei über den Vorfall informiert worden. Strafrechtliche Ermittlungen habe man aber bislang nicht eingeleitet.

fs / DPA

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