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SUPen auf dem Schweizer Urnersee Der idyllischste Ort zum Paddeln - wenn man es denn kann

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PHILIPP WEBER: Ganz schön windig heute?
ANDREA: Ja.
PHILIPP WEBER: Na, da hoffe ich mal, dass ich nicht untergehe.
Stand-Up-Paddeln ist schließlich kinderleicht. Einfach drauf und los. Ähm jaaaa….wie man sieht.
PHILIPP WEBER: Mitten in der Schweiz im Kanton Uri ist der Urnersee. Und da will ich heute drauf, aber ganz gemütlich: Stand-Up-Paddeln.
PHILIPP WEBER: Ich will heute herausfinden, wie viel Natur man hier beim Stand-Up-Paddeln erleben kann. Für wen das ganze geeignet ist und wie sportlich man dafür sein muss. Und wie das ganze geht, das zeigt mir jetzt die Andrea.
Andrea ist  hier in der Surfschule ihrer Eltern aufgewachsen. Seit 4 Jahren bringt sie Leuten wie mir hauptberuflich das Surfen bei. Und seit neustem auch die Trendsportart Standuppaddeln. Doch bevor es auf den Urnersee geht: umziehen.
PHILIPP WEBER: Andrea, ich wär so weit. Aber sag doch mal. Bei euch kann man ja kiten, surfen. Warum sollte ich Stand-Up-Paddeln ausprobieren.
ANDREA: Man braucht keine Vorkenntnisse und jedermann kann es machen.
PHILIPP WEBER: Das heißt auch ich sollte das hinbekommen?
ANDREA: Ja genau.
PHILIPP WEBER: Da bin ich ja gespannt.

Obwohl Stand Up Paddeln kinderleicht aussieht, lässt mich Andrea nicht einfach aufs Wasser. Ich muss vier Regeln beachten: Rücken Gerade, Hüftbreit stehen, in die Knie gehen und vollen Körpereinsatz.
PHILIPP WEBER: Was ist jetzt der größte Fehler, den ich hier mit dem Paddel machen kann?
ANDREA: Ich würde sagen, wenn du das Paddel auf Brusthöhe hältst und nur so ein wenig paddelst. Wirklich, dass du von oben. Arme wirklich gestreckt, der rechte. Wirklich von oben ins Wasser stechen. Dass du es wirklich da im Bauchbereich spürst.

Der Urnersee ist ein Arm des Vierwaldstätter Sees - und der ist der viertgrößte der Schweiz. Alles kann ich mit Brett und Paddel natürlich nicht erkunden, aber Andrea gibt mir zwei Wegpunkte mit, die ich unbedingt erkunden soll. Und ich bekommen noch eine Spezialaufgabe mit auf den Weg.
PHILIPP WEBER Andrea, wenn mir das Paddeln jetzt doch ein wenig zu langweilig werden sollte, was kann ich hierdrauf noch so machen?
ANDREA: Du kannst gerne Jogaübungen ausprobieren.
PHILIPP WEBER Kein Joga mit mir.
ANDREA Oder Liegestütz.
PHILIPP WEBER OK Liegestütze, zehn Stück.
ANDREA Ja das wäre doch was
PHILIPP WEBER OK zehn Liegestütze auf dem See.

Wenn ich denn mal vom Ufer wegkommen sollte. Von wegen ein gemütlicher Nachmittag.
PHILIPP WEBER Also eins, das kann ich nach den ersten Versuchen hier schon sagen: Ich habe das ganze hier total unterschätzt.
Also wieder raus und Balance halten. Aufgeben? Kommt nicht in Frage. Wegen des konstanten Föhnwindes, der jeden Nachmittag hier über das Wasser weht, ist der See bei Surfern beliebt. Doch heute braust der Wind bereits am Vormittag ordentlich. Was die Surfer freut, aber mich ganz schön alt aussehen lässt.
PHILIPP WEBER Der Wind hat ein bisschen nachgelassen. Sogar die Sonne kommt jetzt raus. Ich habe den ersten Punkt erreicht, den mir Andrea mit auf den Weg gegeben hat. Und ganz ehrlich, vor so einer Höhle und vor so einer Felswand auf einem Stand-Up zu stehen, ist einfach traumhaft.
Mittlerweile ist der See ruhig und ich gleite über die Wasseroberfläche. Surflehrer auf Hawaii machten das Stand Up Paddeln weltweit bekannt. Stehend auf dem Brett konnten sie ihre Schüler besser beobachten. Hier in den Alpen eingebettet in eine Berglandschaft, hat der Trendsport seinen besonderen Schweizer Reiz.
PHILIPP WEBER Wenn man hier auf dem Urnersee eine Stand-Up-Paddeltour macht, dann bekommt man sogar noch eine ganze Menge von der Schweizer Geschichte mit. Hier hinter mir ist die Rütli-Wiese. Da wurde 1291 die Schweiz gegründet.
So langsam verstehe ich, warum so viele Stand-Up paddeln. Es ist so entspannt wie Wandern. Nur das Wasser gibt dem ganzen seinen besonderen Flair. Je länger ich auf dem Brett stehe, desto besser komme ich auch mit den gelegentlichen Windböen klar. Wäre da nicht dieser hinterlistige Dampfer.
Und da war doch noch etwas?

10 Liegestütz und 24 mal ins Wasser gefallen. Höchste Zeit für eine Pause.

ANDREA Und wie war’s?
PHILIPP WEBER Geschafft und ich bin noch ein bisschen nass.
ANDREA Und die Liegestützen?
PHILIPP WEBER 10 Stück.
ANDREA Super. Und hat Spaß gemacht?
PHILIPP WEBER Wahnsinnig viel Spaß gemacht, aber ich bin total KO. Ahhh, ich verliere schon mein Brett.

Wenn man sich hier ein Brett mietet, kann man übrigens komplett selbst entscheiden, welche Route man über den See wählt. Nur bei Sturm lassen Andrea und ihre Kollegen niemanden raus. Zahlreiche Trainingsstunden wie beim Surfen oder Kiten braucht man nicht. Ich habe heute mehr als 10 Kilometer über dem Wasser zurückgelegt und auch ein paar Meter unter der Wasseroberfläche.
PHILIPP WEBER Mein Tag am Urnersee geht zu Ende und ich bin auch am Ende. Stand-Up-Paddeln kann man ja in vielen Gewässern. Hier zwischen den ganzen Felsen ist das noch mal ein ganz besonderes Naturerlebnis. Man darf es aber nicht unterschätzen. Gerade wenn auf diesem See Wind und Wellen kommen, ist Sportlichkeit gefragt. Trotzdem glaube ich, dass so ziemlich jeder Stand-Up-Paddeln kann, denn es ist aus meiner Sicht viel viel leichter als Kitesurfen oder Windsurfen. Auch wenn es bei mir heute das eine oder andere Mal anders ausgeschaut hat.



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