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Wetter in Deutschland: Häuser und Straßen überflutet: Hochwasser hält nicht nur die Mosel-Region in Atem

Das Wetter in Deutschland präsentiert sich aktuell vor allem regnerisch. Vor allem der Südwesten Deutschlands hat mit Hochwasser zu kämpfen. Bei Trier überschwemmten die Wassermassen gar eine Gemeinde.

Video: Hochwasser in Bayern erwartet

Ein Teil der Autobahn A620, der durch die Innenstadt von Saarbrücken führt, ist wegen Überschwemmung gesperrt, ein Dorf wird überflutet, Menschen sind eingeschlossen: Das spielt sich gerade im Südwesten Deutschlands ab. Der heftige Starkregen habe zahlreiche Rettungseinsätze ausgelöst, sagte ein Sprecher der Technischen Einsatzleitung.

Auch in Orten an der Mosel gibt es Überschwemmungen. "Das Hochwasser steigt weiter, es wird noch kritisch werden", sagte ein Sprecher der Polizei im Städtchen Bernkastel-Kues, das rund 50 Kilometer moselabwärts von Trier liegt. Nachdem in der Nacht Hunderte Helfer im Kreis Trier-Saarburg im Einsatz waren, erreichen die Wassermassen nun die Mittelmosel: "Wir machen nach und nach die Straßen dicht."

Die Ortsdurchfahrt Kues in Bernkastel-Kues laufe zu, auch Zeltingen sei gesperrt. Der Polizeisprecher ging davon aus, dass von dem Hochwasser Hunderte Keller betroffen sein würden. "Die Anwohner sind aber darauf eingestellt." Die Lage sei überschaubar. 

Mosel-Pegel mehr als fünf Meter über Normalstand

Der Pegel stand in Trier am Dienstagmorgen bei gut 8,60 Metern - das sind mehr als fünf Meter über normal. Im Laufe des Tages sollte der Scheitelpunkt erreicht werden: Danach seien sinkende Pegelstände vorhergesagt, sagte ein Sprecher des Hochwassermeldezentrums Rheinland-Pfalz.

Grund für die steigenden Pegelstände sind vor allem starke Niederschläge in Frankreich in den Vogesen, wo die Mosel entspringt. Der Fluss mündet bei Koblenz in den Rhein. Nach und nach werde der Wasserstand nun überall an der Mosel steigen, sagte der Sprecher des Meldezentrums.

Die Ortsbürgermeisterin der überschwemmten Gemeinde Aach bei Trier, Claudia Thielen, sagte am Dienstag: "So etwas habe ich als Ortsbürgermeisterin noch nicht erlebt." Etliche Keller in dem Dorf seien vollgelaufen, die Straße stand am Morgen noch unter Wasser.

Auch das benachbarte Luxemburg ist vom Hochwasser betroffen. Seit Montagabend waren die Feuerwehren nach eigenen Angaben rund 270 Mal im Einsatz. Drei Mal mussten Menschen aus Autos befreit werden, in denen sie vom Wasser eingeschlossen waren. Zahlreiche Straßen wurden gesperrt, unter anderem in Mosel-Orten wie Schengen oder Mertert. Hochwasser gibt es auch an der Saar, die in die Mosel fließt. In Saarbrücken wurde die Stadtautobahn gesperrt, die direkt an der Saar verläuft. 

Warnung vor Dauerregen und stürmischen Böen

Auch in Baden-Württemberg kam es zu Einsätzen. In Stetten am kalten Markt bei Sigmaringen fiel ein Baum auf ein Wohnhaus, durchschlug das Dach und beschädigte drei Autos. Der Schaden beträgt laut Polizei etwa 60.000 Euro.

Orkanartige Böen und teils ergiebiger Dauerregen sorgten auch in Bayern für Probleme. Wegen des Sturms wurde der Münchner S-Bahn-Verkehr der Linien S1 und S2 am Morgen teilweise gesperrt. Bäume seien umgeknickt und in die Oberleitungen gefallen, erklärte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Bis Dienstagmittag rechnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) in den betroffenen Regionen teils mit ergiebigem Dauerregen. Im Schwarzwald sollen dann innerhalb von 72 Stunden Mengen um die 120 Liter pro Quadratmeter, in Staulagen um 150 Liter gefallen sein. Punktuell seien aber auch deutlich höhere Werte möglich. Zudem warnte der DWD für den ganzen Dienstag vor starken bis stürmischen Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 70 Kilometern pro Stunde.

Wetterberuhigung nach Dauerregen und Sturm

Immerhin: Für die kommenden Tage gehen die Experten von einer Beruhigung der Wetterlage aus. Der temperaturmäßig sehr milde Witterungsabschnitt der letzten Tage sei damit beendet, teilte der DWD mit. Doch auch wenn die Temperaturen sinken – für richtig winterliches Wetter mit einer Schneedecke bis in tiefe Lagen reicht die Kälte nicht aus. 

In der Nacht zu Mittwoch schneit es an den Alpen und im Erzgebirge. Diese Schneefälle klingen erst im Tagesverlauf ab. Bis dahin dürften im Erzgebirge an den Nordhängen oberhalb von 800 Metern bis zu 30 Zentimeter Neuschnee zusammenkommen, während sich in den Alpen oberhalb von 1000 Metern der Neuschnee auf bis zu einem halben Meter türmen kann. Stärkerer Wind kann für Schneeverwehungen sorgen. In Höhen zwischen 400 bis 800 Metern kommen dagegen nur geringe Schneemengen zusammen und in tieferen Lagen ist es lediglich nasskalt und schneefrei. Die Temperaturen liegen bei einem bis neun Grad, nur in den höchsten Lagen der Mittelgebirge ist leichter Dauerfrost möglich.

Am Donnerstag ist es vor allem in der Nordhälfte Deutschlands häufig stark bewölkt, während sich in den übrigen Gebieten auch die Sonne blicken lässt.

deb / DPA
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