AKTIENNEWS Aktie der Deutschen Telekom fällt erstmals unter zehn Euro


An den Finanzmärkten war seit Tagen darüber spekuliert worden, ob und wann das als Volksaktie angesehene Papier unter die Marke von zehn Euro sinken werde - jetzt ist es passiert.

Ein schwarzer Tag für die Aktionäre der Deutschen Telekom: Die T-Aktie fiel am Freitag erstmals unter die psychologisch wichtige Marke von zehn Euro. Zeitweise erreichte ihr Kurs ein neues Allzeittief von 9,79 Euro. Gegenüber dem Höchstkurs von knapp 105 Euro im Frühjahr 2000 hat das Papier inzwischen mehr als 90 Prozent seines Wertes eingebüßt. Auch die Internettochter T-Online wurde vom Abwärtssog erfasst und büßte bis zum Nachmittag mehr als sechs Prozent ihres Wertes ein.

Schwacher DAX und Leerverkäufe

Analysten machten am Freitag ein ganzes Bündel von Ursachen für den weiteren Kursverfall der »Volksaktie« aus: vom schwachen DAX, der ebenfalls fast drei Prozent einbüßte, über die neuesten Hiobsbotschaften aus dem US-Telekommunikationsmarkt bis hin zu spekulativen Leerverkäufen.

»Es fehlen die positiven Nachrichten«

Chris-Oliver Schickentanz vom Dresdner Bank Anlagemanagement betonte: »Wenn der Gesamtmarkt um fast drei Prozent fällt, hat es die Deutsche Telekom schwer, sich dagegen zu behaupten. Dazu fehlen die positiven Nachrichten.« Außerdem habe sicher die Prognose des US-Telekommunikationskonzerns Sprint, das die Branche wegen des starken Preiskampfes auf dem US-Markt ihre Wachstumsziele nicht erreichen werde, den Kurs der T-Aktie belastet. Schließlich ist für Telekom-Chef Ron Sommer gerade die US-Mobilfunktochter VoiceStream ein Hoffnungsträger.

Prognose ungewiss

Daneben machten Analysten auch spekulative Leerverkäufe für den Kursverfall mitverantwortlich. »Der Verdacht liegt nahe, dass Leerverkäufe getätigt wurden«, sagte Stefan Diehl von WestLB Panmure. Denn neue Informationen, die den Kursverfall rechtfertigten würden, gebe es eigentlich nicht. Eine Prognose sei in dieser Situation schwierig: »Wenn der Aktienkurs getrieben wird von Leerverkäufen, ist der weitere Kursverlauf kaum vorhersagbar.«

»Das Schlimmste liegt hinter uns«

»Ich glaube das war vielleicht zunächst einmal ein notwendiger Schritt«, urteilte Schickentanz. Denn zahlreich Marktteilnehmer hätten darauf spekuliert, dass die T-Aktie unter die Zehn-Euro-Marke falle. Er glaube nicht, dass die Aktie nun noch substanzielles Abwärtspotenzial über den allgemeinen Markttrend hinaus habe, sagte der Analyst. »Das Schlimmste liegt hinter uns.«


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