AKTIENNEWS HypoVereinsbank mit Gewinneinbruch


Die HypoVereinsbank hat 2001 wegen einer erhöhten Risikovorsorge einen Gewinneinbruch erlitten, der allerdings nicht so stark wie erwartet ausgefallen ist.

Der Vorsteuergewinn sank im Vergleich zum Pro-forma-Ergebnis 2000 nach vorläufigen Zahlen um 30,5 Prozent auf 1,549 Milliarden Euro. Analysten hatten für 2001 im Schnitt nur mit einem Vorsteuergewinn von 1,206 Milliarden Euro gerechnet. Der Jahresüberschuss reduzierte sich um 38,5 Prozent auf 967 Millionen Euro. Im vierten Quartal erzielte die Bank ein operatives Ergebnis von 456 Millionen Euro nach 365 Millionen Euro im vierten Quartal 2000. Auch unter dem Strich schrieb die Bank im Schlussquartal 2001 schwarze Zahlen.

Hohe Risikovorsorge

Für das Gesamtjahr 2001 erhöhte die HVB die Risikovorsorge um 18 Prozent auf 2,074 Milliarden Euro. Unter anderem bildete die Bank für Finanzkredite an Argentinien Wertberichtigungen von rund 150 Millionen Euro. Für das Engagement bei dem US-Energieversorger Enron mussten rund 50 Millionen Euro berichtigt werden. Zum abgelaufenen Geschäftsjahr sagte HVB-Vorstandschef Albrecht Schmidt: »Der abrupte Einbruch der Aktienmärkte, der drastische Konjunkturrückgang und die Integrationsarbeiten mit der Bank Austria haben uns 2001 vor sehr große Herausforderungen gestellt.« Für 2001 will die Bank eine unveränderte Dividende von 0,85 Euro pro Aktie ausschütten. Der Zinsüberschuss der HVB stieg 2001 um 2,4 Prozent auf 7,331 Milliarden Euro. Der Provisionsüberschuss ging um 12,4 Prozent auf 2,877 Milliarden Euro zurück. Das Handelsergebnis sank um 8,5 Prozent auf 592 Millionen Euro.

Beteiligungsverkäufe schönen Ergebnis

Analysten sagten, dass die Zahlen auf den ersten Blick deutlich besser sind,als erwartet. Zum Teil ist das allerdings auf Einmaleffekte zurückzuführen, so dass die Bank beim Ergebnis nicht zwingend besser da steht, als die Konkurrenz. Ein Teil der Erträge der Bank stammt 2001 nach Einschätzung der Experten jedoch aus Beteiligungsverkäufen. »Ich gehe davon aus, dass die 481 Millionen Euro, die die Bank in die Gewinnrücklagen einstellen will, aus den Beteiligungsverkäufen stammen«, sagte ein Analyst einer anderen Bank. »Wenn man das rausrechnet, würde sich der Gewinn halbieren.« Die HVB selbst machte zur Höhe der Beteiligungserlöse keine Angaben. Erfreulich dagegen das Zinsergebnis: Die HVB konnte offenbar zuletzt die Margen im Kreditgeschäft steigern. Die Ertragskraft auf der Zinsseite wurde nachhaltig verbessert.

Gewinner im Dax

Die HVB-Aktien waren am Vormittag die größten Gewinner im Aktienindex Dax. Gegen 11.15 Uhr MEZ lag das Papier mit 2,6 Prozent im Plus bei 33,20 Euro. Die HVB ist die letzte der deutschen Großbanken, die ihre Zahlen für 2001 vorlegte. Die Banken hatten angesichts der schwachen Konjunktur deutliche Gewinnrückgänge verzeichnet und im vierten Quartal teilweise sogar rote Zahlen geschrieben.

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