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Amazon & Co. im Check: Ist Onlineshopping wirklich günstiger?

Die ARD vergleicht im großen Geld-Check Onlinepreise mit denen im stationären Handel. Die Ergebnisse sind überraschend. Wer die Tricks kennt, kann viel Geld sparen.

Mittlerweile kauft mehr als jeder Zweite in Deutschland online ein. Das Warenangebot im Netz ist nahezu unendlich und das Kaufen per Klick unglaublich bequem. Außerdem, so die verbreitete Meinung, ist der Preis im Onlineshop grundsätzlich günstiger als im stationären Laden. Aber ist das wirklich so? Die ARD hat in ihrem Geld-Check "Wie günstig ist online? Amazon & Co. im Check" die Probe gemacht - mit teilweise überraschenden Ergebnissen.

Denn nicht immer gibt es online den besten Preis. Obwohl sich im Internet unzählige Angebote blitzschnell vergleichen lassen, kommt man in manchen Fällen offline günstiger weg. Glauben Sie nicht? Die fünf spannendsten Erkenntnisse des Geld-Checks. (Die komplette Sendung können Sie in der ARD-Mediathek ansehen).

1. Ist Urlaub im Reisebüro wirklich teurer?

Auf Online-Reiseportalen kann jeder selbst Angebote vergleichen. Lohnt sich der Gang ins Reisebüro überhaupt noch? Um das zu prüfen, holt eine Testfamilie im Reisebüro verschiedene Angebote ein. Parallel sucht das Geld-Check-Team die identische Reise im Internet. Das Ergebnis: Einmal ist der Onlinepreis günstiger, zweimal das Reisebüro und einmal sind die Preise gleich. Man kann also auf beiden Wegen Schnäppchen machen.

2. Gibt es Hotels online günstiger?

Erstaunlich ist das Ergebnis bei Hotelpreisen. Online-Buchungsportale sind im Test nämlich fast immer teurer als wenn man das Zimmer direkt beim Hotel anfragt. Durch einen Anruf beim Hotel erhalten die Tester in 70 Prozent der Fälle einen günstigeren Preis, in 30 Prozent der Fälle ist er mit dem Onlinepreis identisch. Günstiger ist es online in keinem der angefragten Hotels.

3. Wo kann man mehr Rabatt bekommen?

Bei vielen Produkten, die im Laden teurer sind, kann man durch Handeln den Preis drücken - etwa durch Verweis auf den günstigeren Onlinepreis. Damit macht man sich als Kunde nicht immer beliebt, aber es funktioniert - im Test in der Hälfte der Fälle. Im Internet ließ dagegen nur jeder zehnte Händler mit sich feilschen. Statt Onlinehändler um Rabatt zu bitten, hilft es hier eher, den Preis über einen längeren Zeitraum zu beobachten: Bei Amazon beispielsweise schwanken die Preise teilweise deutlich von Tag zu Tag.

4. Flohmarkt oder Ebay - wo gibt's mehr Geld für alten Krempel?

Günstigere und ungünstigere Preise gibt’s nicht nur beim Einkaufen, sondern auch beim Verkaufen. Im Geld-Check versuchten zwei Teams die gleichen Second-Hand-Produkte (ein Buch, eine CD, ein altes Handy und ähnliches) möglichst gewinnbringend zu verkaufen: einmal online und einmal auf einem Münchner Flohmarkt. Das Ergebnis: Bei Ebay und Co. sprangen ein paar Euro mehr heraus. Verkauft wurde allerdings nur Ramsch und keine teuren Produkte.

5. Ist Onlinekaufen günstiger für die Umwelt?

All die Päckchen, die täglich von Amazons Logistikzentren bis zu unserer Haustür gekarrt werden - ist das nicht furchtbar umweltschädlich? Kommt drauf an. Wenn alternativ jeder mit seinem eigenen Auto zum Einkaufen fährt, ist die CO2-Belastung laut bifa-Umweltinstitut wesentlich höher. Der Päckchenbote hat schließlich jede Menge Kartons in seinem Lieferwagen, das ist effizienter. "Wenn Sie online kaufen und alles geht glatt, dann ist das ein Beitrag zum Klimaschutz", sagt bifa-Geschäftsführer Siegfried Kreibe. Wer allerdings ständig fünf Jacken bestellt und vier wieder zurückschickt, kann sich wohl kaum als Klimaretter feiern. Am besten für die Umwelt ist das Einkaufen zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

bak