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Analyse: Kaufen, wenn die Kanonen donnern?

Ein makabrer Börsen-Spruch (siehe Titel) rät zum Aktienkauf bei Kriegsausbruch. Doch diesmal könnte der Schuss nach hinten losgehen. Wir sagen, wie jetzt Anleger ihr Geld sicher parken.

Aktien:

Der Glaube, dass die Aktienkurse im Nachklapp eines Golfkrieges wie schon zu Beginn der 90er Jahre nachhaltig steigen, könnte trügerisch sein. Denn anders als vor zehn Jahren sind die weltwirtschaftlichen Bedingungen deutlich schlechter. Für risikobewusste Langfrist-Anleger bestehen dennoch Einstiegschancen: Kriegsangst und Konjunktur-Pessimismus haben viele Aktien über Gebühr verbilligt - europäische Papiere noch stärker als etwa US-Werte. Vergleichsweise kostengünstig ist der Einstieg mit Index-Zertifikaten oder Index-Fonds (Exchange Traded Funds) auf Dax- oder Stoxx-Werte. Einige der Zertifikate werden zudem mit einer Kapitalerhalt-Garantie zum Ende einer vorgegebenen Laufzeit angeboten; beispielsweise die von der ABN Amro Bank ausgegebenen Garantiezertifikate auf den EuroStoxx50-Index (Kenn-Nr. 309002) und den Dax (Kenn-Nr. 286646). So ist im schlimmsten Fall "nur" das Aufgeld futsch.

Anleihen:

Steigen die Zinsen mittelfristig an, fallen die Kurse gehandelter Anleihen - und damit die Wertentwicklung von Rentenfonds. Und: Turbulente internationale Rentenmärkte sind je nach Entwicklung der Irakkrise nichts für Anleger mit schwachen Nerven. Sicher und kostengünstig bleibt der Kauf einzelner Staatsanleihen über die Bundeswertpapierverwaltung in Bad Homburg (www.bwpv.de).

Geld:

Ebenfalls sicher, aber noch flexibler ist in Krisenzeiten das Tagesgeldkonto. Neben anderem bieten zum Beispiel DiBa, DaimlerChrysler- und BMW-Bank bei täglicher Verfügbarkeit derzeit noch Zinsen um drei Prozent. Dagegen rentieren viele Geldmarktfonds wegen ihrer Gebühren niedriger.

Immobilien:

"Fünf Prozent plus X" pro Jahr ist bei Zinstief und Aktienflaute das Kaufargument für offene Immobilienfonds. Aber Vorsicht: Der zuletzt erfreuliche Wertzuwachs dürfte sich kurz- und mittelfristig wegen der abflauenden Gewerbeimmobilien-Konjunktur nicht ohne weiteres fortschreiben lassen. Allenfalls gut gemanagte Auslandsportfolios könnten auch künftig den Geldmarktzins etwas übertreffen - ohne Berücksichtigung teils saftiger Gebühren. Also unbedingt gegenrechnen!

Rohstoffe:

In Kriegszeiten werden Rohstoffe nicht nur gefragter, sondern manche tatsächlich knapper. Genau darauf wurde bei Öl und auch bei Gold in den vergangenen Monaten bereits heftig spekuliert. Kurzfristige Wetten auf fallende oder noch weiter steigende Preise sollten Profis überlassen werden. Kleinsparern werden so genannte Rohstoff-Fonds angeboten. Sie enthalten Aktien der Firmen, die mit Rohstoffen Geschäfte machen. Der Haken: Keiner der in Deutschland angebotenen Fonds profitierte bisher davon. Im Gegenteil: Im Schnitt verloren sie in den letzten zwölf Monaten gut ein Viertel ihres Wertes. Auch kurz- und langfristig sind Pluszeichen bei der Wertentwicklung eher die Ausnahme. Daher gilt: Finger weg!

Frank Donovitz / print
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