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Bonitätsauskünfte: Wie Sie falsche Schufa-Daten löschen lassen

Kreditwürdig oder nicht? Wie die Schufa das berechnet, bleibt ihr Geheimnis. Ganz wehrlos sind Verbraucher aber nicht. Wie Sie Fehler finden und was Sie dagegen tun können.

Bei der Schufa gespeicherte Kreditdaten sind manchmal fehlerhaft.

Bei der Schufa gespeicherte Kreditdaten sind manchmal fehlerhaft.

Plötzlich nicht kreditwürdig - und keine Ahnung warum. So erging es einer Frau, die mit dem Kauf eines Autos auf Kredit scheiterte, weil die Schufa sie schlecht eingestuft hatte. Sie zog vor Gericht, der Bundesgerichtshof entschied jedoch: Die Schufa muss nicht verraten, wie sie ihre Scores berechnet.

Oft sind die Daten, die Auskunftdateien über uns speichern allerdings, unvollständig oder sogar fehlerhaft, wie ein Test der Zeitschrift "Finanztest" 2010 ergab. Eine eigene Überprüfung der Daten ist also ratsam.

Was für Daten speichern Auskunfteien über mich?

Die Unternehmen speichern zum einen Personendaten wie Name, Geburtsdatum, Geburtsort und Anschrift, zum anderen Finanzmerkmale wie Anzahl der Konten, Kredite, Handy- und Leasingverträge, unbezahlte Rechnungen oder Insolvenzen. Laut Gesetz dürfen sie nur rechtskräftig festgestellte offene Forderungen berücksichtigen.

Was machen sie mit diesen Daten?

Die Auskunfteien schätzen mit Hilfe dieser Daten und einem mathematisch-statistischen Verfahren (Scoring) das Zahlungsverhalten eines Verbrauchers ein. Die Daten müssen laut Gesetz für die Wahrscheinlichkeit relevant sein, dass ein Kunde zahlen kann - nur Anschriftendaten genügen nicht mehr. Ihre Scoring-Werte verkaufen die Auskunfteien an Banken, Telefonanbieter oder Versandhändler. Die wiederum nutzen den Scoring-Wert, um einen Kunden vor Vertragsabschluss einzustufen - je nach Wert muss ein Kunde etwa Vorkasse leisten oder darf auf Rechnung zahlen, bekommt einen günstigen Kredit oder muss dafür mehr Zinsen aufbringen.

Welche Auskunfteien gibt es?

Die größte Auskunftei mit Einträgen von mehr als 66 Millionen Verbrauchern ist die Schufa. Sie ist auch die wichtigste Auskunftei, da sie die meisten Daten zum Finanzverhalten von Privatpersonen speichert und ihre Scoring-Werte von rund 8000 Firmenkunden genutzt werden. Danach folgen Creditreform, Deltavista und Bürgel. Im Bundesverband Deutscher Inkassounternehmen gibt es mehr als hundert Firmen, die Risikodaten ermitteln.

Wie kann ich Fehler finden?

Verbraucher können bei jeder Auskunftei eine Auskunft über ihre Scoring-Werte verlangen - einmal im Jahr ist das laut Gesetz kostenlos. Laut der Bundesdatenschutzbeauftragten sollte folgendes abgefragt werden: die gespeicherten Daten und ihre Herkunft, die Empfänger dieser Daten, die aktuellen und die in den vergangenen zwölf Monaten weitergegebenen Scoring-Werte sowie eine "individuelle und einzelfallbezogene Erklärung" dieser Werte.

Was tue ich, wenn meine Daten falsch sind?

Die Auskunfteien müssen falsche Daten berichtigen. "Finanztest" empfiehlt, einer formlosen, schriftlichen Beschwerde Unterlagen beizulegen, die den Fehler beweisen. Bis zu einer Klärung müssen die Auskunfteien die Daten sperren.

Kann ich meinen Score beeinflussen?

Die Auskunfteien geben nicht preis, wie genau sie die Scores berechnen - etwa welche Daten welches Gewicht haben. Sie verweisen auf ihr Betriebsgeheimnis. Zurecht, wie der BGH nun entschied (die Gegenmeinung lesen Sie hier). Solange die Auskunfteien nicht mehr Auskunft geben müssen, wird unklar bleiben, wie der Einzelne seinen Score verbessern könnte.

bak/AFP / AFP
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