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Debatte um stern-Titel über Optiker: Mehr Durchblick bitte!

Hochwertige Brillen und kompetente Beratung dürfen ruhig etwas kosten. Man wüsste nur auch beim Optiker gern, welche Leistung wie teuer ist. Transparente Preise - das wäre fair für beide Seiten.

Ein Kommentar von Silke Gronwald

Um eines einmal klarzustellen. Ich mag meinen kleinen Optiker um die Ecke. Ich mag die persönliche Beratung, ich mag die ausgefallenen Gestelle, die dort im Schaufenster liegen. Und ich bin auch gerne bereit, dafür einen angemessenen Preis zu zahlen. Was ich allerdings nicht mag, ist, dass ich bei meiner Rechnung keinen Durchblick habe. Dass ich nicht weiß, weshalb ich für was wie viel bezahle. Und dass mein Mann mit einer ähnlichen Brille nach Hause kommt und bei seinem Optiker viel weniger bezahlt hat. Und keiner von uns beiden weiß, warum eigentlich?

Preise bei Brillen zu vergleichen ist in Deutschland fast ein Ding der Unmöglichkeit. Weil jedes Auge eben anders ist, sagen die Optiker. Ja, das stimmt. Wahr ist aber auch, dass so mancher Händler versucht, seinen Kunden mit einem ungeheuren Wirrwarr aus Sonderangeboten und sich ständig ändernden spektakulären Rabatten die Sinne zu vernebeln.

Nur ein Beispiel: Bei Apollo-Optik gibt es momentan gerade ein Angebot, das rein wirtschaftlich betrachtet geradezu absurd erscheint. Wer dort eine Fern- oder Lesebrille für 150 Euro kauft, bekommt noch eine zweite Brille für 150 Euro umsonst dazu plus einen Gutschein zum Verschenken im Wert von noch einmal 150 Euro. Im Klartext, man gibt 150 Euro aus und bekommt 300 Euro wieder zurück. Übertragen auf die Automobilbranche hieße das: Ich kaufe ein Auto und kriege zwei umsonst dazu.

Sorry, aber klingt das seriös? Die Frage, die sich da sofort stellt, ist doch: Wie viel ist so eine angeblich 150 Euro teure Brille denn tatsächlich wert? Und wie soll sich so etwas eigentlich rechnen? Mit solchen Angeboten müsste doch ein Unternehmen unter normalen Umständen innerhalb kürzester Zeit pleite sein.

Warum solche Rabattaktionen? Gute Beratung hat ihren Preis – und den ist der Kunde auch gerne bereit zu zahlen. Denn längst hat sich rumgesprochen, wer immer und einzig nach dem Motto "Geiz ist geil" entscheidet, trägt auch zur Verödung unserer Viertel bei. Der fördert das Sterben der kleinen Läden und das Wachstum der großen Ketten, die jeden Preiskampf für sich entscheiden.

Ich will nicht durch Einkaufsstraßen gehen, wo sich eine H&M-, Zara-, Media-Markt und Kaufhof-Filiale an die andere reiht. Ich will, dass die große Zahl der ehrlich und solide arbeitenden Augenoptiker dem etwas entgegen setzt. Dass sie ihren Kunden erklären, wie viel Beratung und Handwerk in ihren Preisen steckt.

Denn ich mag die Vielfalt, die Abwechslung in meinem Viertel. Zu der auch der Optiker um die Ecke mit seinem ganz individuellen Angebot beiträgt. Was ich aber gerne hätte, wäre mehr Transparenz. Preislisten, auf denen genau aufgeschlüsselt ist, wieviel ich für welche Leistung und Qualität zu zahlen habe, wären ein Anfang. Ich habe nichts dagegen, für ein hochwertiges Produkt tiefer in die Tasche zu greifen. Nur würde ich gerne nachvollziehen können, ob der Preis auch wirklich fair ist.

Themen in diesem Artikel
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.