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DRUCK: MAN stutzt Gewinnprognose 2002 zurück

Wegen des Geschäftseinbruchs bei seiner Druckmaschinentochter MAN Roland hat der Münchener MAN-Konzern sein Ergebnisziel 2002 leicht zurückgenommen.

Im dritten Quartal verfehlte der Maschinenbau- und Nutzfahrzeughersteller beim operativen Ergebnis die Erwartungen der Analysten. Angesichts des schwierigen Konjunktur sei das Ziel, den Vorjahresgewinn von 213 Millionen Euro vor Steuern zu steigern, »nicht mehr realisierbar«, wie der Konzernin München mitteilte. Man gehe aber davon aus, das Niveau von 2001 zu halten. Im Druckmaschinenbereich soll nun eine Restrukturierung eingeleitet und Arbeitsplätze abgebaut werden. Im Konzern, der rund 75.000 Mitarbeiter beschäftigt, würden 2003 mindestens 1.000 Stellen gestrichen. Zugleich gab sich der Vorstand für das kommende Jahr optimistisch, lehnte konkrete Aussagen aber ab: »Für 2003 erwarten wir ein kräftig verbessertes Ergebnis.«

Erstmals seit Jahren Verlust im Quartal

Im Gesamtjahr 2002 erwartet MAN wie angekündigt weiter beim Auftragseingang ein Volumen von 15,7 Milliarden Euro sowie einen Umsatz von 15,5 Milliarden Euro. Die durch die Zeitungskrise ausglöste Nachfrageschwäche bei Druckmaschinen werde dazu führen, dass MAN Roland 2002 statt der bislang anvisierten rund 45 Millionen Euro nur ein leicht positives Vorsteuerergebnis erreichen werde, kündigte MAN an. Im Quartal hatte MAN Roland mit minus zehn Millionen Euro vor Steuern erstmals seit Jahren einen Verlust verbucht. Nun würden Werke am Standort Offenbach zusammengelegt und »in erheblichem Umfang« Stellen gestrichen. Zahlen hierzu nannte Finanzchef Ferdinand Graf von Ballestrem nicht. Gewerkschaftsangaben wonach bis zu 700 Arbeitsplätze gefährdet sein sollen, dementierte er nicht.

Zukauf belastete Ergebnis

Vor Steuern (Ebt) verbuchte MAN von Juli bis September einen Gewinn von 38 Millionen Euro nach minus 87 Millionen Euro im Vorjahr, wobei 2001 Sondereffekte im Zusammenhang mit dem Kauf des defizitären Lkw-Bauers ERF das Ergebnis belastet hatten. Der Umsatz traf hingegen mit einem Rückgang um sechs Prozent auf 3,8 Milliarden Euro den Konsensus. Der Auftragseingang stieg um 15 Prozent auf 4,0 Milliarden Euro. Für den Konzerngewinn vor Steuern sorgten im Wesentlichen die Bereiche Dieselmotoren, Industrielle Dienstleistungen sowie der Maschinen- und Anlagebau. Die Nutzfahrzeugsparte verbuchte eine schwarze Null.

Nutzfahrzeuge stabilisieren sich

Im Nutzfahrzeuggeschäft - das rund 40 Prozent des Umsatzes ausmacht - sieht MAN nach Worten von Graf von Ballestrem eine Stabilisierung, wenn auch keine Belebung. Der defizitäre Busbereich werde wie angekündigt 2004 die Gewinnzone erreichen, aber wahrscheinlich erst 2005 im Gesamtjahr schwarze Zahlen schreiben. Weiter hieß es, bei Dieselmotoren und Industriellen Dienstleistungen werde 2003 von einem guten Ergebnis ausgegangen. Der Maschinen- und Anlagebau werde hingegen wie erwartet einen deutlichen Ergebnisrückgang verbuchen.

Keine bitteren Pillen mehr

Das für 2003 erwartete Ergebnisplus begründete der Finanzchef mit dem vollen Greifen der Restrukturierungen sowie dem Wegfall der daraus resultierender Belastungen. Mit weiteren bösen Überraschungen rechnet Graf von Ballestrem indes nicht: »Das Potenzial für große bittere Pillen (...) sehe ich im nächsten Jahr als nicht sehr groß an.«

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