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Nutzfahrzeug-Spezialist MAN stellt sich neu auf – und setzt auf Elektromobilität und autonomes Fahren

MAN-Logo vor der Firmenzentrale in Kaiserslautern
Bereits in zehn Jahren will MAN auf autonome Fahrassistenten in seinen LKWs setzen 
© Udo Herrmann / Picture Alliance
Trotz tausender Arbeitsplatzstreichungen, will sich der Münchener Nutzfahrzeugbauer MAN in diesem Jahrzehnt neu erfinden. Das Unternehmen setzt dabei vorrangig auf Elektromobilität und autonome Fahrassistenten. 

Im elektrischen Stadtpendler-Bus Lion's City E des Münchner Nutzfahrzeug-Spezialisten MAN fühlt man sich wie der König der Straße. Das Führen des 12 Meter langen Vehikels, in dem 88 Passagiere Platz nehmen können, geht aber relativ entspannt von der Hand. Lenken, Gasgeben, Bremsen. Kameras und Monitore helfen beim Rangieren. Der E-Personentransporter bietet alles, was einen modernen Personentransporter ausmacht, sogar einen Assistenten, der das tonnenschwere Vehikel selbsttätig abbremst, wenn es bergab geht. Ähnlich wie das bei einem Geländewagen der Fall ist.

Die Passagiere in der letzten Reihe genießen einen unverbauten Rundumblick, da die tonnenschweren Batteriepakete auf dem Dach platziert sind. Die Zellen, die Akkus stammen aus dem VW-Konzernregal und die Kapazität von 480 Kilowattstunden bringt den MAN-Stromer bis zu 270 Kilometer weit. In einem Dauerlauf schaffte ein solcher Bus unter realistischen Bedingungen unter den wachsamen Augen des TÜV Süd sogar 550,8 Kilometer.

MAN muss 3500 Arbeitsplätze streichen

Der E-Bus ist ein Vorbote kommender Fahrzeuge. "Wir fokussieren uns auf batterieelektrische Antriebe, behalten aber die Möglichkeiten, die Wasserstoff bietet, im Auge", macht Logistik- und Produktionsvorstand Michael Kobriger klar und schlägt schon im nächsten Atemzug drastischere Töne an. "Mit konventionellen angetriebenen Produkten hat man in fünf Jahren keine Chance mehr. Wir müssen jetzt konsequent umsteuern. Diese Veränderung wird ein Gewaltmarsch werden." Die ersten Veränderungen dieser Unternehmens-Rosskur sind bereits spürbar. Bei MAN werden in Deutschland rund 3.500 Arbeitsplätze gestrichen und Fabriken verkauft.

Autobauer plant autonome LKWs ab 2030

Diese neue MAN-Strategie gründet sich aber nicht nur auf die Elektrifizierung und das Rationalisieren, sondern auch die Innovationskraft des Unternehmens. "Entweder werden wir zum Hardware-Zulieferer für die Hightech-Konzerne, oder wir entwickeln selbst Lösungen", sagt Kobriger. Dass sich MAN eindeutig für die zweite Alternative entschieden hat, zeigen Studien wie das "Project X", das Konzept eines autonom agierenden Elektro-Lkws, der 1000 Kilometer weit kommen soll. "Autonome Trucks werden eher über die Alpen fahren, als wir uns das heute vorstellen", kündigt Kobriger an. Anfang des nächsten Jahrzehnts soll es so weit sein.

Auf dem Weg zum Robo-Lkw wird es Zwischenschritte geben. Schon bald werden die Transporter in speziell definierten Gebieten, wie etwa Container-Verladebahnhöfen, eigenständig agieren. Das nächste Ziel ist, den Fahrer möglichst weitgehend zu entlasten, damit er sich auf den immer komplexer werdenden Verkehr konzentrieren kann. Das gilt sowohl für die Trucker als auch die Busfahrer. MAN hat Helfer wie einen adaptiven Tempomaten inklusive Stauassistenten, bei dem die Technik das Sagen hat, im Köcher. "Die Ausweitung auf den höheren Geschwindigkeitsbereich erfolgt ebenfalls in Kürze", kündigt ein Sprecher des Nutzfahrzeugspezialisten an.

MAN will auf eigene Stärken setzen

Die autonomen Fahrfunktionen sind ein wichtiger Teil der MAN-Technologieoffensive, mit der der Nutzfahrzeugbauer verhindern will, zum Handlanger von Google, Apple & Co. zu mutieren. "Wo andere langwierig entwickeln müssen, greifen wir ins Konzernregal. Außerdem kennen wir die Transportbranche", so der Vorstand. Dabei muss MAN diese Transformation nicht alleine stemmen, sondern bildet gemeinsam mit Traton eine Einheit. Die VW-Schwester wird MAN bei typischen Nutzfahrzeugtechnologien, wie etwa bei den Antrieben und den digitalen Services, unterstützen.

"Wichtig ist, wir werden in Zukunft nur noch das selbst machen, wo wir Kompetenzen haben oder wo wir Kompetenzen sinnvoll aufbauen können. Bei allem anderen setzen wir auf starke Partnerschaften", umreißt MAN-Chef Andreas Tostmann eine wichtige Stoßrichtung des Unternehmens. Ebenso wichtig ist die Tatsache, dass die Kunden zukünftig immer mehr in den Fokus rücken sollen.

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