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News von heute Hohe Haftstrafen in Prozess zum Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach

Einer von zwei Angeklagten wird von Justizbeamten mit dem Rollstuhl in den Gerichtssaal gefahren
Einer von zwei Angeklagten wird von Justizbeamten mit dem Rollstuhl in den Gerichtssaal gefahren
© Roland Weihrauch / DPA
Wegen Brexit-Streit droht Premier Johnson Rebellion in eigenen Reihen +++ 85-facher Mord: BGH bestätigt Urteil gegen Ex-Krankenpfleger Högel +++ VW-Tochter MAN will bis zu 9500 Stellen abbauen +++ Die News von heute im stern-Ticker.

Aktuelle Top-Meldung: 

Hohe Haftstrafen in Prozess zum Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach

In einem Prozess zum Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach sind zwei Angeklagte in Mönchengladbach zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Das Landgericht verhängte gegen die Männer aus Krefeld und Viersen in Nordrhein-Westfalen am Freitag Freiheitsstrafen von dreizehneinhalb und vierzehneinhalb Jahren wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs sowie Besitzes und Verbreitung kinderpornografischer Schriften. Der Krefelder hatte in dem Verfahren gestanden, zunächst seine heute elfjährige Tochter und gemeinsam mit dem Viersener vom Frühjahr 2017 an auch dessen mittlerweile zwölfjährige Nichte regelmäßig schwer sexuell missbraucht zu haben. Der 39-jährige aus Viersen dagegen hatte zwar eingestanden, seit 2015 seine Nichte missbraucht zu haben. Er räumte aber nur ein Drittel der angeklagten Fälle ein. Zum Vorwurf des gemeinschaftlichen Missbrauchs schwieg er. Die Verteidiger der beiden, die deutlich geringere Strafen gefordert hatten, kündigten an, das Urteil anfechten zu wollen.

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Die weiteren News des Tages: 

+++ 22.57 Uhr: Verteidiger im Fall George Floyd wollen Prozessort verlegen +++ 

Im Verfahren um den Tod des Afroamerikaners George Floyd in Polizeigewalt zeichnet sich ein schwieriger Prozess nach der großen Aufmerksamkeit für den Fall und der weltweiten Protestwelle an. Verteidiger der vier angeklagten Polizeibeamten beantragten bei einer Anhörung in Minnesota, den Prozess in eine andere Stadt zu verlegen, wie US-Journalisten aus dem Gerichtssaal berichteten. Das solle die Suche nach unvoreingenommenen Geschworenen erleichtern, argumentierten die Anwälte. Diskutiert wurde auch darüber, ob die Identität der Geschworenen geheim gehalten werden soll - etwa zumindest bis zum Protestende.

Der auf mehreren Videoaufnahmen festgehaltene Tod des 46-jährigen Floyd in Minnesota hatte heftige Proteste in den USA und anderen Ländern ausgelöst. Ein Verkäufer hatte die Polizei wegen des Verdachts gerufen, dass Floyd mit einem gefälschten 20-Dollar-Schein bezahlt habe. Auf den Videos ist zu sehen, wie Floyd bei der Festnahme verwirrt agiert, von Platzangst spricht und sich nicht in ein Polizeiauto setzen lässt. Die Polizisten pressen ihn schließlich auf die Straße und einer der Beamten drückt sein Knie rund acht Minuten lang auf seinen Nacken. Der Polizist hört damit nicht auf, während Floyd sagt, er könne nicht atmen.

+++ 22.57 Uhr: Rettungsschiff "Alan Kurdi" wieder im Mittelmeer unterwegs +++ 

Das Rettungsschiff "Alan Kurdi" der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye ist wieder im Mittelmeer unterwegs. Wie die Organisation mitteilte, hat das Schiff den Hafen der spanischen Stadt Burriana verlassen. Details zum Einsatz wurden nicht bekanntgegeben.

Italienische Behörden hatten die "Alan Kurdi", die sich im Mittelmeer um die Rettung von Migranten in Seenot bemüht, unter anderem mit der Begründung technischer Mängel am 5. Mai festgesetzt. Später durfte das Schiff zur Wartung in den spanischen Hafen bei Valencia fahren. Nach Angaben von Sea-Eye habe die Festsetzung des Schiffes drei Einsätze verhindert. Im Einsatzgebiet der "Alan Kurdi" seien nach UN-Angaben seit Mai 252 Menschen gestorben, teilte die Hilfsorganisation mit.

Dass die spanischen Behörden der "Alan Kurdi" die Erlaubnis zum Ablegen erteilt haben, habe nicht zu einem Widerspruch aus Italien geführt. "Wir müssen aber mit Diskussionen über Abwassersysteme und einer erneuten Hafenstaatskontrolle durch die italienischen Behörden rechnen", sagte Gorden Isler, Sprecher von Sea-Eye, laut einer Mitteilung. Gegen die Festsetzung hat Sea-Eye im August Klage vor dem Verwaltungsgericht in Palermo eingereicht. Ein Urteil steht noch aus.

+++ 21.56 Uhr: EU-Staaten wollen Lage in Belarus im Menschenrechtsrat thematisieren +++ 

Die EU-Staaten im Menschenrechtsrat wollen die regierungskritischen Proteste in Belarus zum Thema in dem Gremium machen und eine Resolution verabschieden. "Die andauernde Verschlechterung der Menschenrechtslage in Belarus seit den Präsidentschaftswahlen braucht die dringende Aufmerksamkeit des Menschenrechtsrats", schrieb der deutsche Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf, Michael von Ungern-Sternberg, stellvertretend für die EU-Staaten. Der Diplomat verwies auf UN-Berichte, laut denen in der vergangenen Woche 450 Fälle von Folter und Misshandlungen von Gefangenen gemeldet wurden.

In Belarus wird seit Wochen gegen Staatschef Alexander Lukaschenko demonstriert. Der 66-Jährige hatte sich nach der Parlamentswahl Anfang August mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Wahlsieger erklären lassen - das Ergebnis wird aber von der EU und vielen anderen Ländern nicht anerkannt. Lukaschenko, der von seinen Gegner "der letzte Diktator Europas" genannt wird, regiert das Land bereits seit 26 Jahren. Die Behörden in Belarus gingen teilweise brutal gegen die Demonstranten vor. Die nächste Sitzungsperiode des Menschenrechtsrates in Genf beginnt am Montag. Die 47 Mitgliedsstaaten werden dann über den Vorstoß der EU-Länder beraten.

+++ 20.31 Uhr: Tausende Menschen bei anti-schiitischen Demonstrationen in Pakistan +++ 

In Pakistan haben anti-schiitische Demonstrationen Befürchtungen von neuen Gewaltausbrüchen zwischen sunnitischen und schiitischen Glaubensgruppen im Land geweckt. Am Freitag gingen in Pakistans zweitgrößter Stadt Karatschi tausende Menschen auf die Straße und riefen "Ungläubige" und "Gott ist der Größte". Grund waren Anschuldigungen gegen schiitische Führer, während eines Aschura-Festes im August abfällige Bemerkungen über historische islamische Persönlichkeiten gemacht zu haben.

An den Demonstrationen in Karachi nahmen auch Unterstützer sunnitischer Extremistengruppen teil. "Wir werden keine weiteren Beleidigungen hinnehmen", sagte Kari Usman von der islamistischen Dschamiat Ulema-e-Islam-Partei während einer Ansprache. Einige der Demonstranten hielten auch Transparente der extremistischen, anti-schiitischen Gruppe Sipah-e-Sahaba hoch.

+++ 19.48 Uhr: "Wonder Woman 1984"-Kinostart auf Weihnachten verschoben +++

"Wonder Woman"-Fans müssen wegen der Coronavirus-Pandemie noch länger auf die Fortsetzung der Superheldinnengeschichte warten. Der Kinostart von "Wonder Woman 1984" werde von Anfang Oktober auf den 25. Dezember verschoben, teilte das Hollywood-Studio Warner Bros. am Freitag mit. Ursprünglich sollte der Film mit Hauptdarstellerin Gal Gadot als Amazonenkämpferin schon Anfang Juni in die US-Kinos kommen. Es folgten weitere Aufschübe, erst auf August, dann auf Oktober. In wichtigen Märkten in den USA, darunter in Los Angeles und New York, sind die Kinos wegen der Coronavirus-Krise noch geschlossen. Zahlreiche Filmstarts sind in den letzten Monaten aufgeschoben worden.

+++ 19.43 Uhr: "Gelbwesten" gehen in Frankreich wieder auf die Straße +++

In Frankreich geht die Protestbewegung der "Gelbwesten" am Samstag erstmals seit langem wieder auf die Straße. Ihre Anhänger haben ab 10 Uhr zu Kundgebungen in Paris sowie in anderen Großstädten aufgerufen. In der Hauptstadt werden nach Polizeiangaben bis zu 5000 Demonstranten erwartet, darunter bis zu tausend, die als gewaltbereit gelten. Eine der Führungsfiguren der Bewegung, Jérôme Rodrigues, rief zu "vollständigem zivilen Ungehorsam" auf. Die "Gelbwesten"-Bewegung war vor fast zwei Jahren entstanden. Bei Massenprotesten gegen die Reformpolitik von Präsident Emmanuel Macron kam es immer wieder zu gewalttätigen Zusammenstößen mit der Polizei.

+++ 19.25 Uhr: Israel und Bahrain einigen sich auf Normalisierung ihrer Beziehungen +++

Israel und Bahrain haben sich auf ein Abkommen zur Normalisierung ihrer Beziehungen geeinigt. Das gaben Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump bekannt. Trump sprach auf Twitter von einem "Friedensabkommen" und "einem weiteren historischen Durchbruch" nach dem Friedensschluss zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten im August.

+++ 19 Uhr: DFB Opfer einer Cyberattacke - Systeme wieder hochgefahren +++

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ist nach eigenen Angaben Anfang der Woche Opfer eines Cyberangriffs geworden. Betroffen war lediglich die Büro-IT, nicht jedoch das DFBnet sowie die Website fussball.de, wie der DFB  mitteilte. Als Vorsichtsmaßnahme wurden demnach sämtliche IT-Systeme inklusive aller Netzwerkkomponenten heruntergefahren. Am Freitag konnten die Systeme laut DFB in weiten Teilen wieder hochgefahren werden, nachdem die Schadsoftware identifiziert worden war. Als Reaktion auf die Attacke hatte der DFB den Angaben zufolge einen Krisenstab gebildet und alle relevanten Behörden informiert.

+++ 18.55 Uhr: Deutsche Börse will italienische Börse kaufen +++

Die Deutsche Börse in Frankfurt am Main hat ein Angebot für den Kauf der italienischen Börse abgegeben. Dies teilte ein Sprecher in Eschborn bei Frankfurt mit. "Als globaler Akteur bieten wir einen hohen Wert für das zukünftige Wachstum und die Entwicklung einer autonomen Borsa Italiana-Gruppe und stärken damit ihre entscheidende Rolle für die italienische Wirtschaft und die europäischen Kapitalmärkte", erklärte der Sprecher. Die Borsa Italiana ist nach Angaben der Finanzagentur Bloomberg zwischen 3,5 und vier Milliarden Euro wert. Auch die Mehrländerbörse Euronext will die Borsa Italiana kaufen und hat bereits ein Angebot abgegeben.

+++ 18.49 Uhr: Ex-Minister El Salvadors wegen Massaker zu 133 Jahren Haft verurteilt +++

Mehr als 30 Jahre nach einem Massaker in El Salvador an sechs Jesuiten und zwei Frauen ist ein früherer Oberst und Vize-Verteidigungsminister des mittelamerikanischen Landes zu mehr als 133 Jahren Haft verurteilt worden. Die Richter des Staatsgerichtshofes in Madrid verhängten das hohe Strafmaß gegen Inocente Montano für die Ermordung fünf spanischer Jesuiten. Das Gericht sah den 77-Jährigen auch schuldig am Tod eines salvadorianischen Jesuiten sowie der beiden Frauen. Dafür konnte der Ex-Militär jedoch nicht verurteilt werden, weil die USA ihn 2017 nicht wegen dieser Taten an Spanien ausgeliefert hatten, wie die Nachrichtenagentur Europa Press berichtete.

+++ 18.13 Uhr: Pokémon-Kartenset in den USA für Rekordpreis versteigert +++

Ein Set von Pokémon-Karten ist in den USA für fast 200.000 Dollar und damit nach Angaben des Auktionshauses für einen Rekordpreis versteigert worden. Das originalverpackte Set aus dem Jahr 1999 mit insgesamt 396 Karten habe 198 000 Dollar (etwa 165.000 Euro) und damit deutlich mehr als die erwarteten 80.000 Dollar eingebracht, teilte das Auktionshaus Heritage im texanischen Dallas mit. Bisheriger Rekordhalter sei ein ähnliches Set gewesen, dass im Februar 2019 von Heritage für 78.000 Dollar verkauft worden war. Wer den Rekordpreis zahlte, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Pokémon sind Fantasiewesen, die aus einer japanischen Videospiel-Serie stammen und auch auf Karten zum Sammeln oder Tauschen weltweit erfolgreich wurden.

+++ 17.59 Uhr: Nach 38 Tagen auf Tanker: Hilfsorganisation nimmt Migranten auf +++

Im Mittelmeer sind 27 Bootsmigranten nach 38 Tagen auf einem Frachtschiff vor Malta von einer Hilfsorganisation aufgenommen worden. Die "Mare Jonio" von Mediterranea Saving Humans habe die Menschen an Bord genommen, teilte die italienische Organisation mit. Sie bat Malta darum, dem Schiff schnellstmöglich einen sicheren Hafen zuzuweisen, um die Menschen an Land bringen zu können. Die Migranten waren am 4. August von dem dänischen Tanker "Maersk Etienne" aufgenommen worden und saßen seitdem fest. Die Menschen seien psychisch und physisch in einem sehr schlechten Zustand und könnten nicht länger auf See bleiben, hieß es von der Hilfsorganisation. Sowohl Italien als auch Malta beklagen, dass sie mit den ankommenden Migranten von den EU-Partnern alleine gelassen würden.

+++ 17.23 Uhr: Söder bewertet Baustopp von Nord Stream 2 skeptisch +++

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich skeptisch zu einem Stopp der Gaspipeline Nord Stream 2 als Konsequenz aus dem Giftanschlag auf den Kreml-Kritiker Alexej Nawalny geäußert. "Ich würde jetzt nicht Hals über Kopf entscheiden", sagte Söder laut einer Vorabmeldung der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Die Antworten Russlands stünden ja noch aus, am besten brauche es "eine gemeinsame europäische Reaktion".     

"Natürlich können wir uns entscheiden, Nord Stream 2 nicht zu bauen, Nord Stream 1 zu kappen und auf Gas aus Russland zu verzichten - das hätte tatsächlich eine Wirkung", sagte Söder und fügte hinzu: "Aber wollen wir das?" Deutschland müsse sich das "sehr genau überlegen". Deutschland sei "ein europäischer Riese, aber auf schwächeren Füßen, als wir es uns manchmal eingestehen wollen", sagte Söder. Seit dem Giftanschlag auf Nawalny wird in Deutschland kontrovers über einen Stopp der Bauarbeiten an Nord Stream 2 debattiert.  

+++ 17.10 Uhr: Mit Biden und Pence – Gedenkfeier zum 11. September in New York +++

19 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ist in New York der Opfer gedacht worden. Zahlreiche Familienangehörige nahmen an einer Veranstaltung an der Gedenkstätte für die Opfer im Süden Manhattans teil und legten Blumen nieder. Auch US-Vizepräsident Mike Pence sowie der frühere Vizepräsident und jetzige demokratische Präsidentschaftsbewerber Joe Biden waren unter den Teilnehmern.

Wegen der Coronavirus-Pandemie waren alle Teilnehmer aufgefordert, Masken zu tragen und Abstand zu halten. Zudem wurden die Namen der Opfer diesmal nicht von Familienangehörigen vorgelesen, sondern per Lautsprecher abgespielt. Eine Gedenkstiftung hielt deswegen eine weitere Trauerfeier in der Nähe ab. Dabei lasen Angehörige - unter Einhaltung von Masken- und Hygieneregeln - die Namen vor. Vizepräsident Pence wollte auch daran teilnehmen. 

Am 11. September 2001 waren beim bislang schlimmsten Anschlag in der Geschichte des Terrorismus rund 3000 Menschen getötet worden. Islamistische Terroristen steuerten drei gekaperte Verkehrsmaschinen in die Zwillingstürme des World Trade Center in New York und das Pentagon in Arlington bei Washington. Eine vierte entführte Maschine stürzte in Pennsylvania ab.

+++ 16.55 Uhr: 159 EU-Parlamentarier fordern: Moria nicht wieder aufbauen +++

Nach dem Brand des Flüchtlingslagers Moria warnen mehr als 150 Europaabgeordnete eindringlich vor dem Wiederaufbau des Camps und mahnen die Aufnahme der rund 13.000 Migranten durch andere EU-Staaten an. "Moria wiederaufzubauen ist keine Lösung, ebenso wenig ist eine Lösung, andere Camps mit ähnlichen Bedingungen zu schaffen", heißt es in einem Schreiben an die zuständigen EU-Kommissare sowie an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) als Vertreter der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Für die Menschen aus dem zerstörten Camp müssten nachhaltige Lösungen gefunden werden, indem sie von anderen EU-Staaten aufgenommen werden, schreiben die Abgeordneten mehrerer Fraktionen.

Initiiert hat das Schreiben eigenen Angaben zufolge der migrationspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Erik Marquardt. "Die Menschen müssen kurzfristig humanitär versorgt werden", sagte er. Hilfsorganisationen und Sachverständige hätten jahrelang vor solch einer Katastrophe gewarnt. Die meisten - mehr als 60 - der 159 Unterzeichner des Briefs gehören den Grünen im Europaparlament an. Das Schreiben wurde aber auch von Sozialdemokraten, Linken und einigen Christdemokraten unterschrieben. Hinzu kommen drei Fraktionslose sowie ein Mitglied der rechten EKR-Gruppe. 

+++ 16.30 Uhr: Zwei Jugendliche nach Attacke auf Rettungskräfte in U-Haft +++

Mehr als drei Monate nach einer Attacke mit Steinen auf Polizeibeamte und Feuerwehrleute im hessischen Dietzenbach sind zwei Verdächtige in Untersuchungshaft gekommen. Die beiden 17 und 19 Jahre alten Jugendlichen wurden am Mittwoch bei einer Razzia festgenommen, wie die Polizei in Offenbach heute mitteilte. Fünf weitere Beschuldigte zwischen 14 und 29 Jahren kamen nach vorläufigen Festnahmen wieder frei. Das Verfahren richtet sich gegen acht Verdächtige. Ihnen werfen die Ermittler unter anderem Brandstiftung, Sachbeschädigung und schweren Landfriedensbruch vor. Sie sollen Ende Mai an den Angriffen auf die Rettungskräfte beteiligt gewesen sein. Diese wurden in der Nacht zum 29. Mai zu einem Feuer in Dietzenbach gerufen, wo ein Bagger und Mülltonnen in Brand gesteckt worden waren. Die Einsatzkräfte wurden massiv mit Steinen beworfen. Die Polizei ging von einer vorbereiteten Aktion aus, denn vor Ort hätten sich die Angreifer zuvor Steinhaufen zurechtgelegt.

+++ 16.28 Uhr: Rund tausend Flüchtlinge demonstrieren auf Lesbos für Freiheit +++

Nach der Brandkatastrophe im Lager Moria haben rund tausend Flüchtlinge dafür demonstriert, die griechische Insel Lesbos verlassen zu dürfen. Sie skandierten unter anderem "Freiheit" und "Deutschland", als sie auf der Straße von dem abgebrannten Lager in Richtung des Hafens der Inselhauptstadt Mytilini marschierten. Ein großes Aufgebot an Sicherheitskräften blockierte den Zugang zum Hafen. Während die Polizei von knapp tausend Demonstranten sprach, gaben Medien vor Ort ihre Zahl mit rund 2000 an.

Viele Flüchtlinge schlafen seit drei Tagen seit der völligen Zerstörung des Lagers an der Straße notdürftig zugedeckt im Freien. Die griechischen Behörden sind dabei, Zelte für sie zu errichten. Das völlig überfüllte Flüchtlingslager Moria war bei Bränden am Dienstag- und Mittwochabend zerstört worden. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) vom Freitag wurden 11.500 Menschen obdachlos, darunter 4000 Kinder.

+++ 16.18 Uhr: Vier Tote bei Auffahrunfall auf der Autobahn bei Paderborn +++

Ein schwerer Verkehrsunfall auf der Autobahn 44 bei Paderborn hat vier Menschen das Leben gekostet. Nach ersten Ermittlungen der Polizei war am Mittag ein Auto auf dem linken Fahrstreifen in Richtung Dortmund wegen einer Panne liegengeblieben. Es bildete sich ein Rückstau. Ein Lastwagen aus Rumänien fuhr dabei laut Polizei nahezu ungebremst auf ein Auto mit ebenfalls rumänischer Zulassung auf und schob den Wagen unter einen Lkw. Zuerst hatten die Rettungskräfte in dem Wrack einen Toten entdeckt. Am Nachmittag meldeten die Polizei drei weitere tote Opfer.

Der aufgefahrene Lastwagenfahrer wurde schwer verletzt in ein Krankenhaus geflogen, der zweite Lkw-Fahrer blieb unverletzt. Die Autobahn in Richtung Dortmund wurde gesperrt.

+++ 15.57 Uhr: Hohe Haftstrafen in Prozess zum Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach +++

In einem Prozess zum Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach sind zwei Angeklagte in Mönchengladbach zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Das Landgericht verhängte gegen die Männer aus Krefeld und Viersen in Nordrhein-Westfalen am Freitag Freiheitsstrafen von dreizehneinhalb und vierzehneinhalb Jahren wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs sowie Besitzes und Verbreitung kinderpornografischer Schriften. Der Krefelder hatte in dem Verfahren gestanden, zunächst seine heute elfjährige Tochter und gemeinsam mit dem Viersener vom Frühjahr 2017 an auch dessen mittlerweile zwölfjährige Nichte regelmäßig schwer sexuell missbraucht zu haben. Der 39-jährige aus Viersen dagegen hatte zwar eingestanden, seit 2015 seine Nichte missbraucht zu haben. Er räumte aber nur ein Drittel der angeklagten Fälle ein. Zum Vorwurf des gemeinschaftlichen Missbrauchs schwieg er. Die Verteidiger der beiden, die deutlich geringere Strafen gefordert hatten, kündigten an, das Urteil anfechten zu wollen.

+++ 15:32 Uhr: Presserat rügt "Bild" für Umgang mit Virologe Drosten +++

Der Deutsche Presserat hat die "Bild"-Zeitung für die Berichterstattung über eine Vorstudie des Virologen Christian Drosten zur Verbreitung des Coronavirus durch Kinder gerügt. Nach der am Freitag veröffentlichten Rüge beging die Zeitung an mehreren Stellen schwere Verstöße gegen die journalistische Sorgfaltspflicht. So sei die "Bild"-Schlagzeile, Drostens Studie sei "grob falsch", nicht durch die von der Zeitung zitierten Expertenmeinungen gedeckt.

+++ 15:29 Uhr: Gedenkfeier mit Biden und Pence zum 11. September in New York +++

19 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 ist in New York der Opfer gedacht worden. Zahlreiche Familienangehörige nahmen am Freitagmorgen an einer Veranstaltung an der Gedenkstätte für die Opfer im Süden Manhattans teil und legten Blumen nieder. Auch US-Vizepräsident Mike Pence sowie der frühere Vizepräsident und jetzige demokratische Präsidentschaftsbewerber Joe Biden waren unter den Teilnehmern.

+++ 15.27 Uhr: London schließt mit Tokio erstes größeres Handelsabkommen nach dem Brexit +++

Die Verhandlungen mit der EU über das Brexit-Abkommen stecken fest - mit Japan hat Großbritannien nun das erste größere Handelsabkommen nach dem Austritt aus der EU vereinbart. 99 Prozent der zwischen beiden Ländern gehandelten Güter und Dienstleistungen sollen künftig zollfrei bleiben. Das Abkommen soll bereits am 1. Januar 2021 in Kraft treten. Premierminister Boris Johnson lobte, sein Land habe nun wieder Kontrolle über seine Handelspolitik.

+++ 14:55 Uhr: Röttgen fordert Laschet und Merz zu TV-Dreikampf auf +++ 

Der CDU-Vorsitzkandidat Norbert Röttgen hat seine Mitbewerber Armin Laschet und Friedrich Merz zu einem Fernseh-Dreikampf aufgefordert. "Es wäre im Interesse der CDU, wenn es zu einer TV-Diskussion der Kandidaten käme", sagte Röttgen dem "Spiegel" laut Vorabmeldung vom Freitag. "Es wäre die Gelegenheit, für uns als Partei vor breitem Publikum unsere Ideen für die Zukunft zu präsentieren." Er sei ganz sicher, fügte Röttgen hinzu, "dass alle drei Kandidaten respektvoll miteinander umgehen" würden. Die CDU will Anfang Dezember ihren neuen Parteivorsitzenden wählen. Von der Parteizentrale ist bislang angedacht, dass sich die Kandidaten bis dahin in innerparteilichen Formaten den Mitgliedern vorstellen.

+++ 14:41 Uhr: Wegen Brexit-Streit droht Premier Johnson droht Rebellion in eigenen Reihen +++

Bei seinen Änderungsplänen zum längst gültigen Brexit-Abkommen droht dem britischen Premierminister Boris Johnson eine Rebellion in den eigenen Reihen. Bis zu 30 Abgeordnete seiner Konservativen Partei wollen nach einem Bericht der "Times" (Freitag) gegen das Änderungsgesetz stimmen, mit dem Johnson Teile des von ihm unterzeichneten Deals aushebeln will. Der Premier verfügt im Unterhaus über eine Mehrheit von 80 Stimmen. Die Regierung gehe davon aus, dass sie ihr Gesetz durchbekomme, hieß es. Johnson will mit dem "Binnenmarktgesetz" den 2019 mit der EU vereinbarten Austrittsvertrag in wesentlichen Punkten ändern. Dabei geht es um Sonderregeln für das britische Nordirland, die eine harte Grenze zum EU-Staat Irland und neue Feindseligkeiten dort verhindern sollen. Irlands Finanzminister Paschal Donohoe sagte, die Einhaltung des Vertrags sei "Voraussetzung" für jede weitere Vereinbarung. Die EU-Kommission forderte London auf, die Pläne bis Ende September zurückzuziehen, was die britische Regierung aber sofort ablehnte.

+++ 14:37 Uhr: Für Baerbock mangelt es Altmaiers Klima-Vorschlägen an Substanz +++

Berlin (dpa) - Grünen-Chefin Annalena Baerbock hat die Vorschläge von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zum Klimaschutz als "Mogelpackung" bezeichnet. "Die Überschriften in dem Papier klingen gut und richtig, aber leider mangelt es aus meiner Sicht an Substanz", sagte Baerbock am Freitag in Berlin. Es hätten etwa Forderungen nach einem schnelleren Kohleausstieg, mehr erneuerbaren Energien und einer wirklichen Verkehrswende hineingehört. "Die Grundlage für jegliches Handeln ist das Pariser Klimaabkommen", sagte sie. "Wenn wir das umsetzen, stehen wir Grünen mit Rat und Tat zur Seite." So sei es "eher eine Mogelpackung". 

+++ 14.29 Uhr: Mann fährt absichtlich Ex-Freundin und vierjährigen Sohn an +++

Beim Anblick seiner Ex-Freundin mit ihrem neuen Partner hat ein Mann in Niederbayern völlig die Nerven verloren. Der 43-Jährige sah das Paar vor dem Haus der 25-Jährigen in Kirchham im Landkreis Passau. Er geriet mit der Frau in Streit, entriss ihr die gemeinsame einjährige Tochter und setzte sie in sein Auto, wie die Polizei mitteilte. Dann gab er Gas und fuhr auf seine Ex-Freundin und den gemeinsamen vierjährigen Sohn zu. Beide wurden bei dem Vorfall am Donnerstagabend zwischen dem Auto und einem geparkten Wagen eingeklemmt und verletzt in eine Klinik gebracht.

+++ 13.39 Uhr: Türkei ordnet Festnahme von knapp 300 mutmaßlichen Gülen-Anhängern an +++

Nach Razzien in mehreren türkischen Städten haben die Behörden die Festnahme von 130 mutmaßlichen Unterstützern des islamischen Predigers Fethullah Gülen angeordnet. Zuvor seien am Donnerstag Haftbefehle gegen etwa 150 weitere Verdächtige ausgesprochen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Darunter befänden sich ehemalige und aktive Soldaten sowie Richter. Die Durchsuchungen fanden unter anderem in Istanbul und der Hauptstadt Ankara statt.

Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft dem in den USA lebenden Gülen vor, Drahtzieher des versuchten Staatsstreichs vor vier Jahren zu sein. Damals hatten Teile des Militärs gegen die Regierung Erdogan geputscht. Seitdem gilt die Gülen-Bewegung in der Türkei als Terrororganisation.

+++ 13.27 Uhr: Zwei minderjährige Italien-Touristinnen vergewaltigt – acht Männer unter Verdacht +++

Nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung zweier minderjähriger Touristinnen aus Großbritannien sind in Süditalien vier Männer festgenommen worden. Vier weitere Männer stehen unter Verdacht, an dem Verbrechen beteiligt gewesen zu sein, wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft in Matera mitteilten. Den Männern wird vorgeworfen, die beiden Mädchen im Garten eines Hauses in Marconia in der Region Basilikata vergewaltigt zu haben.

Die Tat soll sich bereits in der Nacht zu Dienstag während einer Party in dem Haus ereignet haben. Die vier Männer im Alter zwischen 19 und 23 Jahren, die aus der Region stammen, wurden wegen der Brutalität und Schwere des Verbrechens in Haft genommen, wie die Polizei erklärte. Drei weitere Verdächtige konnten von der Polizei identifiziert werden, nach einem weiteren Mann wird noch gefahndet.

Zum genauen Alter und zur Identität der beiden Opfer machten die Ermittler keine Angaben. Die Mädchen hatten noch in der Nacht direkt nach der Tat gegen 3.00 Uhr selbst die Polizei gerufen. Sie wurden in ein Krankenhaus gebracht und psychologisch betreut. Anschließend konnten sie mit Hilfe von Übersetzern ihre Aussage machen. 

+++ 13.19 Uhr: Totes Rentier: Norwegen hat wieder einen Fall der "Zombie-Krankheit" +++

Nach mehr als zwei Jahren ist in Norwegen wieder ein Fall der Prionenerkrankung Chronic Wasting Disease (CWD) bei einem Rentier festgestellt worden. Das betroffene Tier in der Hochebene Hardangervidda war von einem Jäger geschossen worden. "Das ist der erste Fall von CWD in Norwegen seit dem Winter 2017/2018", sagte ein Sprecher der Lebensmittelaufsicht. Wie und wo sich das Tier infiziert habe, sei unklar.

Die Krankheit greift das zentrale Nervensystem an, was dazu führt, dass infizierte Tiere immer ausgezehrter und schlapper werden. Deshalb wird die Erkrankung auch "Zombie-Krankheit" genannt. Von einer Übertragung auf Menschen oder Haustiere ist bislang nichts bekannt.

+++ 13.09 Uhr: Agrarministerium: Vorerst keine weiteren Schweinepest-Fälle +++

Nach dem erstmaligen Nachweis der Afrikanischen Schweinepest bei einem toten Wildschwein in Brandenburg gibt es laut Bundesagrarministerium vorerst keine weiteren Funde. Es gebe keinen Fall, der weiter entfernt liege, oder ein Überspringen auf einen Hausschweinbestand, sagte eine Sprecherin in Berlin. Das Geschehen bleibe weiterhin sehr begrenzt auf eine Region und ein Wildschwein. Mit Blick auf drohende Einschränkungen im globalen Handel mit Schweinefleisch liefen Gespräche mit Nicht-EU-Staaten. Ziel ist, Einfuhrstopps für Lieferungen aus Deutschland wegen der Schweinepest nur auf Betriebe aus betroffenen Regionen zu begrenzen. 

+++ 12.55 Uhr Berliner Ermittler sollen Russland im Fall Nawalny Rechtshilfe leisten +++

Im Fall des vergifteten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny soll die Berliner Staatsanwaltschaft Rechtshilfe für Russland leisten. Die Ermittler seien von der Justizsenatsverwaltung der Hauptstadt mit der Rechtshilfe für das entsprechende russische Ersuchen beauftragt worden, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Berlin mit. Demnach sollen sie außerdem vorbehaltlich Nawalnys Zustimmung Auskünfte über dessen Gesundheitszustand einholen.

+++ 12.36 Uhr: Aktivisten stehlen Skulptur aus Afrika-Museum +++

Mehrere Aktivisten haben versucht, aus dem niederländischen Afrika-Museum eine Skulptur zu stehlen. Sie wollten damit nach eigenen Angaben gegen kolonialistischen Kunstraub protestieren. Fünf Menschen seien festgenommen worden, teilte die niederländische Polizei mit. Sie kommen nach Angaben der Ermittler vermutlich aus dem Kongo. Die französisch-sprechenden Personen hatten von ihrer Aktion ein Video auf Youtube veröffentlicht. Sie hätten bereits am Donnerstag die Skulptur entwendet, wie das Museum in Berg en Dal bei Nimwegen nahe der deutschen Grenze mitteilte. Die Museumswärter hätten zwar protestiert, seien aber nicht eingeschritten. Das Museum hatte nach eigenen Angaben während der Aktion die Polizei alarmiert. Noch auf dem Gelände seien die drei Männer und zwei Frauen festgenommen worden, bestätigte die Polizei.

Die Aktivisten erklärten in dem Video, dass das Museum etwa eine halbe Million Objekte besitze, die während der Kolonialzeit in Afrika gestohlen worden seien. "Wir bringen alles zurück nach Hause. Das ist unser Kulturerbe," heißt es in dem Video. Der Direktor des Völkerkunde-Museums, Stijn Schoonderwoerd, sagte im niederländischen Radio, dass das Museum tatsächlich Raubkunst besitze.Die Skulptur aus dem Kongo sei nicht beschädigt und wieder im Museum. 

+++ 11.48 Uhr: Seehofer erklärt Folgen aus Panne bei Warntag zur Chefsache +++

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will die Konsequenzen aus dem verspätet verbreiteten Probealarms zum Warntag am Donnerstag zur Chefsache machen. "Wir müssen das völlig neu ordnen, da kümmere ich mich persönlich", sagte Seehofer in Berlin. Die Verantwortung liege beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), sagte er zwar. Es könne jedoch davon ausgegangen werden, "dass sich in jeder Richtung Grundsätzliches ändern wird". Das BBK hatte am Donnerstagvormittag eine amtliche Gefahrenmeldung verbreitet, allerdings etwa eine halbe Stunde später als geplant. Rund zehn Minuten später folgte die Probeentwarnung. BBK-Präsident Christoph Unger räumte Defizite ein, das Bundesinnenministerium bezeichnete den Probealarm als "fehlgeschlagen". Am ersten bundesweiten Warntag sollten die Warnverfahren getestet werden. Zudem sollten die Bürger für das Thema Warnung sensibilisiert werden.

+++ 11.41 Uhr: Medien: Premier Johnson droht Rebellion in eigenen Reihen +++ 

Bei seinen Änderungsplänen zum längst gültigen Brexit-Abkommen droht dem britischen Premierminister Boris Johnson Londoner Medien zufolge eine Rebellion in den eigenen Reihen. Bis zu 30 Abgeordnete der Konservativen Partei wollen nach einem Bericht der  "Times" gegen das Änderungsgesetz stimmen, mit dem Johnson Teile des von ihm unterzeichneten Deals aushebeln will.  Johnson verfügt über eine Mehrheit von 80 Tories im Unterhaus. Die Regierung gehe davon aus, dass sie ihr Gesetz durchbekomme, hieß es. Johnson will mit dem "Binnenmarktgesetz" den 2019 mit der EU vereinbarten Austrittsvertrag in wesentlichen Punkten ändern. Die EU-Kommission forderte Großbritannien auf, die Pläne bis Ende September zurückzuziehen. Das wies London Donnerstagabend zurück.

+++ 11.17 Uhr: Fall Wirecard: Philippinische Behörden überprüfen 57 Verdächtige +++ 

Im milliardenschweren Bilanzskandal beim insolventen Ex-Dax-Konzern Wirecard ermitteln die Behörden auf den Philippinen derzeit gegen 57 verdächtige Personen und Unternehmen. Strafanzeigen seien jedoch noch nicht eingereicht worden, sagte der Chef der Antigeldwäsche-Agentur AMLC, Mel Gergie Racela. Die Behörde ermittelt wegen inländischer Verstöße gegen das Anti-Geldwäsche-Gesetz und wartet auf Beweise aus Deutschland, um Anklage gegen Verdächtige zu erheben. Ermittelt werde unter anderem gegen Angestellte von zwei örtlichen Banken sowie gegen zwei philippinische Einwanderungsbeamte, die Reiseunterlagen des flüchtigen Ex-Wirecard-Vertriebsvorstands Jan Marsalek gefälscht haben sollen. Gleichzeitig betonte Racela erneut, dass die von dem Zahlungsdienstleister vermissten 1,9 Milliarden Euro nicht ins philippinische Finanzsystem gelangt seien und es auch keine Berichte über verdächtige Transaktionen gebe. Deshalb sei der Fall für das Land "nicht so riesengroß".

+++ 10.52 Uhr: Ukraine beginnt mit Testphase für Tschernobyl-Zwischenlager +++

Die Ukraine hat in der Sperrzone um das 1986 explodierte Kernkraftwerk Tschernobyl Tests für ein neues Atomzwischenlager begonnen. Es sei mit neun Brennelementen begonnen worden, teilte die Zonenverwaltung bei Facebook mit. Dabei handelt es sich um abgebrannte Elemente von drei der vier zwischen 1971 und 2000 im Kernkraftwerk in Betrieb befindlichen Atomreaktoren. Insgesamt müssen offiziellen Angaben zufolge mehr als 21.000 radioaktive Brennelemente in Spezialbehältern in ein neues Trockenlager gebracht und einbetoniert werden. Das Zwischenlager soll demnach nach der Inbetriebnahme eine gefahrlose Lagerung des Atommülls für 100 Jahre garantieren. 

Die Explosion des Blocks 4 im damals noch sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl im April 1986 gilt als die größte Atomkatastrophe der zivilen Nutzung der Kernkraft. Es gab Tausende Tote und Verletzte. Zehntausende Menschen wurden zwangsumgesiedelt. Radioaktiv verstrahlte Landstriche um die Atomruine wurden gesperrt. 

+++ 10.36 Uhr: EU-Kommission will neuen Vorschlag zur EU-Migrationspolitik vorlegen +++

Die EU-Kommission will am 30. September einen neuen Vorschlag zur EU-Migrations- und Asylpolitik vorlegen. Das kündigte der Vizepräsident der Kommission, Margaritis Schinas, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) an. Es soll demnach unter anderem ein System "dauerhafter und wirksamer Solidarität" innerhalb der EU geben. Es gehe zum einen um ein Abkommen mit Herkunfts- und Transitländern, damit die Menschen Aussicht auf ein besseres Leben in ihren Heimatländern hätten. Zudem solle es ein "robustes System" des Außengrenzschutzes mit mehr Personal geben. Innerhalb der EU gehe es darum, dass die Verantwortung für Asylverfahren gemeinsam geschultert werde. "Was wir brauchen, ist wirkliche Solidarität", forderte der Vizepräsident der EU-Kommission. Die Brandkatastrophe im griechischen Flüchtlingslager bezeichnete er als eine "sehr starke Mahnung an uns alle, was wir in Europa ändern müssen".

+++ 10.34 Uhr: BGH bestätigt Urteil gegen Ex-Krankenpfleger Högel +++

Das Mordurteil gegen den wegen einer beispiellosen Serie von Patiententötungen verurteilten früheren Krankenpfleger Niels Högel ist rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe erkannte nach eigenen Angaben in der Entscheidung des Oldenburger Landgerichts keine Rechtsfehler. Die Richter dort hatten Högel im Juni vergangenen Jahres wegen 85 Morden verurteilt. In weiteren 15 angeklagten Fällen sprachen sie ihn damals frei.    

Demnach muss Högel, der zuvor in zwei separaten Prozessen schon wegen sechs Tötungen verurteilt wurde, lebenslang in Haft und darf zudem niemals wieder als Krankenpfleger arbeiten. Der Verurteilte selbst und ein Nebenkläger fochten das Urteil mit einer Revision beim BGH an. Im Fall des Nebenklägers hatte das Oldenburger Landgericht laut BGH keine hinreichende Beweise dafür gesehen, dass Högel auch dessen Verwandten getötet hatte.    

Högel hatte zwischen 2000 und 2005 während seiner Dienstzeit als Krankenpfleger auf Intensivstationen in zwei Krankenhäusern in Niedersachsen zahlreiche Patienten mit Medikamenten vergiftet, die er ihnen verabreichte. Er wollte nach den Feststellungen der Richter lebensbedrohliche Zustände auslösen, um sich anschließend durch Wiederbelebungen die Anerkennung von Kollegen zu sichern. Zudem genoss er die Spannung. Viele Patienten starben.

+++ 10.19 Uhr: Deutschland nimmt 100 bis 150 Minderjährige aus Moria auf +++ 

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Aufnahme von rund 100 bis 150 unbegleiteten Minderjährigen aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria angekündigt. Insgesamt zehn EU-Länder hätten sich bereit erklärt, die rund 400 unbegleiteten Minderjährigen aus Moria unter sich aufzuteilen. Deutschland und Frankreich würden davon "den Hauptteil tragen", er rechne mit jeweils 100 bis 150 Menschen für beide Länder, sagte Seehofer in Berlin. 

+++ 10.09 Uhr: London schließt mit Tokio erstes größeres Handelsabkommen nach dem Brexit +++

Großbritannien hat mit Japan das erste größere Freihandelsabkommen nach dem Austritt aus der Europäischen Union geschlossen. Es handele sich um das erste größere Handelsabkommen des Vereinigten Königreichs als "unabhängige Handelsnation", teilte das britische Ministerium für internationalen Handel mit. Das Abkommen soll den Handel mit Japan demnach um schätzungsweise 15,2 Milliarden Pfund (16,5 Milliarden Euro) erhöhen. Das Abkommen mit Japan ist eine Grundsatzvereinbarung, abgeschlossen per Videokonferenz, und muss noch unterzeichnet werden. Es baut auf dem Handelsabkommen zwischen der EU und Japan auf, das im vergangenen Jahr in Kraft getreten war – für Großbritannien aber nicht mehr gilt.

+++ 9.53 Uhr: Politiker von FDP und Grünen fordern nach Panne Wiederholung des Warntags +++

Nach dem verspätet verbreiteten Probealarm zum Warntag am Donnerstag haben Politiker von FDP und Grünen eine Wiederholung des Testlaufs gefordert. "Nachdem das System versagt hat, muss der Nina-Probealarm wiederholt werden", sagte FDP-Bundestagsfraktionsvize Stephan Thomae der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag mit Bezug auf die Warnapp Nina. Vor allem aber müsse die Anwendung bekannter werden, fügte er hinzu. "Wir sollten den Warntag zeitnah wiederholen", sagte auch der Grünen-Bundestagsabgeordnete Tobias Lindner der Zeitung. "Solche Pannen sind keine Lappalie." Er nannte es "unglaublich, dass Millionen in ein Warnsystem investiert werden, dass im Ernstfall kläglich versagt hätte".

Dagegen verteidigte Innenstaatssekretär Stephan Mayer (CSU) den Ablauf des Warntags. Die Panne sei ärgerlich gewesen, räumte er in "Bild" ein. "Aber der Testlauf war dazu gedacht, um Fehler zu erkennen und abzustellen." BBK-Präsident Christoph Unger räumte Defizite ein, das Bundesinnenministerium bezeichnete den Probealarm als "fehlgeschlagen". Am ersten bundesweiten Warntag sollten die Warnverfahren getestet werden. Zudem sollten die Bürger für das Thema Warnung sensibilisiert werden. 

+++ 8.26 Uhr: Post-Beschäftigte den dritten Tag in Folge zu Warnstreik aufgerufen +++

Kunden der Deutschen Post müssen sich auch heute auf Verzögerungen einstellen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rief die Beschäftigten den dritten Tag in Folge zu Warnstreiks auf, um in den laufenden Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen. In der zweiten Verhandlungsrunde vergangene Woche waren die Tarifparteien nach Angaben von Verdi von einer Annäherung noch "weit entfernt". Verdi fordert für die rund 140.000 Tarifbeschäftigten eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem sollen die Ausbildungsvergütungen für jedes Ausbildungsjahr monatlich um 90 Euro erhöht werden. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 21. und 22. September geplant.

+++ 8.23 Uhr: Russische Polizei will Nawalny in Deutschland befragen +++

Die russische Polizei will bei der Bundesregierung eine Befragung des vergifteten Kreml-Kritikers Alexej Nawalny in Deutschland beantragen. Wie die sibirische Polizei mitteilte, will Russland erreichen, dass russische Ermittler dem Oppositionellen und anderen Zeugen "klärende Fragen" stellen können. Russische Ermittler wollen demnach zudem ihre deutschen Kollegen bei deren Ermittlungen begleiten.

Nawalny konnte von den Ärzten der Berliner Charité inzwischen aus dem künstlichen Koma geholt werden und ist ansprechbar. Nach Angaben der Bundesregierung hat ein Labor der Bundeswehr nachgewiesen, dass Nawalny durch ein Nervengift aus der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde, die in der früheren Sowjetunion entwickelt wurde. Die russische Regierung weist jede Schuld im Fall Nawalny zurück und forderte die Bundesregierung unter anderem auf, ihr die Laborbefunde der Bundeswehr zur Verfügung stellen. 

+++ 8.22 Uhr: MAN will bis zu 9500 Stellen abbauen +++

Volkswagen will bei seiner Lkw- und Bustochter MAN in Deutschland und Österreich bis zu 9500 Stellen streichen und damit Milliarden einsparen. Bis 2023 solle eine Ergebnisverbesserung von 1,8 Milliarden Euro erzielt werden, teilte die Münchener Tochter aus der Nutzfahrzeugholding Traton mit. In allen Bereichen sollen Stellen wegfallen, zudem wollen die Manager Produktion und Entwicklung an andere Standorte verlegen. Der Produktionsstandort im österreichischen Steyr und die Betriebe in Plauen (Sachsen) und Wittlich (Rheinland-Pfalz) könnten ganz geschlossen werden.

Seit längerem steht bei MAN ein größerer Stellenabbau zur Diskussion, weil dem Konzern die Kosten schon vor der Coronakrise zu hoch waren. Für den Umbau veranschlagt MAN Kosten im mittleren bis oberen dreistelligen Millionenbereich. Nun sollen zeitnah Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen werden.

MAN gehört zusammen mit dem schwedischen Lkw-Bauer Scania zum Volkswagen-Konzern. Die Branche ist auch wegen der weltweit stark sinkenden Nachfrage nach Lastwagen unter Druck. In Europa rechnete MAN schon vor der Corona-Pandemie mit einem Rückgang um 10 bis 20 Prozent in diesem Jahr.

+++ 8.01 Uhr: Riesige Explosion auf Armeestützpunkt in Jordanien +++

Gut fünf Wochen nach der verheerenden Explosionskatastrophe im Libanon hat es auch im Nachbarland Jordanien eine riesige Explosion gegeben. Die Explosion ereignete sich in der Nacht in einem Munitionslager auf einem jordanischen Armeestützpunkt und löste einen Brand aus, wie ein Regierungssprecher mitteilte. Getötet oder verletzt wurde demnach aber niemand. Auf Videos in den Online-Netzwerken waren ein riesiger Feuerball am Nachthimmel zu sehen und mehrere Explosionen zu hören. Die Explosion wurde nach Angaben der Regierung vermutlich durch einen Kurzschluss ausgelöst.

+++ 7.51 Uhr: Athen verstärkt Polizei auf Lesbos – auch mit Wasserwerfern +++ 

Angesichts wachsender Spannungen nach dem Großbrand im Flüchtlingslager Moria hat die griechische Regierung die Polizeikräfte auf der Insel Lesbos verstärkt. Wie das griechische Fernsehen zeigte, kamen mehrere Busse mit zusätzlichen Bereitschaftspolizisten sowie zwei Wasserwerfern an Bord einer Fähre in der Inselhauptstadt Mytilini an. Nach dem Brand herrschen auf der Insel chaotische Zustände. Mehr als 12.000 Migranten verbrachten die dritte Nacht in Folge im Freien. Manche legten immer wieder Feuer in den übrig gebliebenen Teilen des Lagers und den umliegenden Feldern und attackierten die Polizei. Die Verstärkung der Polizeieinheiten richtet sich aber auch an die zunehmend aufgebrachten Inselbewohner. 

+++ 7.35 Uhr: Wieder Proteste gegen Polizeigewalt in Kolumbien – mindestens 10 Tote +++

In Kolumbien ist es wegen des Todes eines Mannes nach einem Polizeieinsatz wieder zu Protesten und Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Die Demonstranten griffen Polizeiwachen und Banken an, warfen Steine und Brandbomben, zündeten Reifen und Müllcontainer an und blockierten Straßen im Stadtgebiet von Bogotá, wie kolumbianische Medien berichteten. Auch in anderen Städten wie Medellín oder Cali kam es zu gewaltsamen Protesten und Zusammenstößen. Mehrere Personen wurden verletzt und Dutzende festgenommen. Am Mittwoch waren bei Unruhen in der Hauptstadt Bogotá und dem Vorort Soacha mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Auslöser der Proteste war der gewaltsame Tod des Anwalts Javier Ordóñez im Zuge einer Polizeikontrolle in Bogotá am Dienstag gewesen. 

+++ 4.27 Uhr: China und Indien einigen sich auf Maßnahmen zur Entspannung an Grenze +++

China und Indien haben sich auf erste Schritte geeinigt, um die neu aufgeflammten Spannungen an ihrer umstrittenen Himalaya-Grenze zu verringern. Die Truppen beider Seiten sollten sich "schnell voneinander lösen, angemessenen Abstand halten", ihren Dialog fortsetzen und die Spannungen abbauen, heißt es nach Angaben der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua in einer Vereinbarung beider Außenminister bei einem Treffen in Moskau. Indien und China werfen sich gegenseitig Provokationen an der Grenzlinie vor. Erstmals seit mehr als vier Jahrzehnten waren diese Woche wieder Schüsse gefallen – beide Seiten gaben Warnschüsse ab. Die Beziehungen der benachbarten Atommächte haben nach einem tödlichen Grenzzwischenfall vor gut drei Monaten verschlechtert. Dabei waren mindestens 20 indische Soldaten ums Leben gekommen.

+++ 2.28 Uhr: Verheerende Brände in Kalifornien brechen Rekorde +++

Ein seit Mitte August wütender Waldbrand in Nordkalifornien hat sich auf eine Rekordfläche von mehr als 1906 Quadratkilometer Land ausgeweitet. Das so genannte August Complex Feuer im Bezirk Mendocino County ist damit das flächenmäßig größte in der jüngeren Geschichte Kalifornien, wie die Feuerwehr mitteilte. Am Donnerstag kämpften 14.000 Feuerwehrleute gegen 29 Wald- und Buschbrände an. In diesem Jahr wurde in Kalifornien eine Rekordfläche von mehr als 12.500 Quadratkilometern Land zerstört. Nach Angaben der Cal Fire-Behörde kamen in dieser Feuersaison zwölf Menschen ums Leben, es werden noch mehr Opfer befürchtet. Die Flammen sollen über 3900 Gebäude zerstört haben. Auch in den nördlich von Kalifornien liegenden Westküstenstaaten Oregon und Washington wüten verheerende Waldbrände. 

+++ 1.17 Uhr: Wehrbeauftragte will Reservisten vom MAD überprüfen lassen +++

Die Wehrbeauftragte Eva Högl will Reservisten vom Militärischen Abschirmdienst (MAD) überprüfen lassen, bevor sie zum Dienst in der Bundeswehr herangezogen werden. Bei der Sicherheitsüberprüfung von Reservisten sei bislang "zu wenig getan" worden, sagte die SPD-Politikerin der "Süddeutschen Zeitung". Hintergrund sind Fälle von Rechtsextremismus auch unter Reservisten, die in den vergangenen Monaten bekannt geworden waren. Während seit 2017 alle Bewerber, die zur Bundeswehr wollen, automatisch eine Sicherheitsüberprüfung durchlaufen, gibt es bei Reservisten bislang keine solchen lückenlosen Kontrollen. Högl sprach sich dafür aus, dem MAD die Zuständigkeit zuzuweisen.

+++ 0.35 Uhr: Zehn deutsche Stadtoberhäupter erklären sich zu Aufnahme von Flüchtlingen bereit +++

Die Stadtoberhäupter von zehn großen deutschen Kommunen haben in einem gemeinsamen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ihre Bereitschaft erklärt, Flüchtlinge aus dem großteils abgebrannten Lager Moria aufzunehmen. In dem Schreiben appellieren sie an Merkel und Seehofer, dafür den Weg zu ebnen, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete. Der Brief wurde demnach von den Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeistern von Bielefeld, Düsseldorf, Freiburg, Gießen, Göttingen, Hannover, Köln, Krefeld, Oldenburg und Potsdam unterzeichnet. Das Bundesinnenministerium lehnt es bislang ab, Flüchtlinge aus Griechenland im deutschen Alleingang aufzunehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte inzwischen an, dass Deutschland ebenso wie Frankreich minderjährige Flüchtlinge aus Moria aufnehmen werde. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Verhandlungskreisen erfuhr, geht es um die Verteilung von rund 400 Kindern und Jugendlichen innerhalb der Europäischen Union. 

+++ 0.23 Uhr: EU-Mittelmeer-Anrainerstaaten wollen mögliche Sanktionen gegen Ankara mittragen +++ 

Die Staats- und Regierungschefs von sieben EU-Ländern wollen im Zuge des Gasstreits zwischen Ankara und Athen im östlichen Mittelmeer mögliche Sanktionen gegen die Türkei mittragen. Solange die Türkei ihre "konfrontative Haltung" nicht beende und in einen Dialog eintrete, lägen Sanktionen als Option auf dem Tisch, hieß es am Donnerstagabend in der Schlusserklärung eines Gipfeltreffens der europäischen Mittelmeer-Anrainer. Sollte die Türkei im Gasstreit nicht einlenken, würden Strafmaßnahmen gegen die Türkei auf einem EU-Sondergipfel zur Außenpolitik am 24. September diskutiert werden, hieß es. An dem Gipfeltreffen am Donnerstag auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika nahmen neben Frankreich und Griechenland auch Italien, Malta, Portugal, Spanien und Zypern teil. Eingeladen zu dem Treffen hatte der französische Präsident Emmanuel Macron, der im Gasstreit mit der Türkei die EU-Länder Griechenland und Zypern untersützt.

+++ 0.05 Uhr: "Feldwebelin": Weibliche Dienstgrade bei der Bundeswehr geplant +++

Das Verteidigungsministerium will nach einem Medienbericht binnen eines Jahres weibliche Dienstgrade einführen – etwa Feldwebelin, Bootsfrau oder Oberstleutnantin. Nach Unterlagen, die der "Welt" vorliegen, wird Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) ein entsprechender Vorschlag zur Entscheidung vorgelegt. Bislang wird den Dienstgraden die Anrede "Frau" vorangestellt. Künftig soll der Dienstgrad dem Bericht zufolge dann selbst "gegendert" werden – aber mit Ausnahmen. Die Planungen sähen vor, "die Begriffe Hauptmann und Oberst nicht zu gendern". Es soll also laut "Welt" keine Hauptfrau und keine Oberstin geben, sehr wohl aber eine Oberstleutnantin oder eine Brigadegeneralin.

+++ 0 Uhr: Twitter will nicht verifizierte Informationen über Wahlergebnisse löschen +++

Rund zwei Monate vor der US-Präsidentschaftswahl hat der Onlinedienst Twitter im Rahmen eines neuen Regelwerks angekündigt, nicht verifizierte Inhalte über Wahlergebnisse zu löschen. Das Unternehmen erklärte, ab kommender "falsche oder irreführende Informationen zu kennzeichnen oder zu entfernen". Die Maßnahme richte sich gegen Inhalte, "die beabsichtigen, das öffentliche Vertrauen bei einer Wahl oder einem anderen zivilgesellschaftlichen Prozess zu untergraben." Gemeint seien auch Tweets, in denen sich jemand zum Sieger einer Wahl erkläre, "bevor Wahlergebnisse verifiziert wurden."

rw / mad / wue / fs DPA AFP

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