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News zum Coronavirus Bayerns Innenminister fordert Konsequenzen für Superspreaderin

Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern, trägt Mundschutz
Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern: "Gegen so eine Rücksichtslosigkeit sollte ein klares Signal und ein mahnendes Beispiel gesetzt werden"
© Sven Hoppe/DPA
948 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland  +++ Österreich verschärft Maskenpflicht +++ München untersagt Corona-Demo mit 5000 Teilnehmern +++ News zur Coronavirus-Pandemie.

Bayerns Innenminister fordert Konsequenzen für Superspreaderin

Nach einem heftigen Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Konsequenzen für die mutmaßliche Verursacherin. "Sollte sich bestätigen, dass die Frau bewusst trotz eindeutiger Corona-Symptome die Quarantäne ignoriert hat, muss sie mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen", sagte Herrmann dem "Münchner Merkur" (Montag). "Gegen so eine Rücksichtslosigkeit sollte ein klares Signal und ein mahnendes Beispiel gesetzt werden, dass jeder mit empfindlichen Sanktionen rechnen muss, der in dieser besonderen Situation der Pandemie gegen die Regeln verstößt und andere vorsätzlich in Gefahr bringt."

Das Landratsamt geht davon aus, dass der Ausbruch auf eine sogenannte Superspreaderin zurückzuführen ist. Die 26-Jährige soll durch verschiedene Kneipen in der Marktgemeinde am Fuße der Zugspitze gezogen sein und dabei mehrere Menschen angesteckt haben. Nach Angaben der Behörde hat sie auf der Kneipentour schon Symptome gehabt und auf die Ergebnisse ihres Corona-Tests gewartet. In Bayern kann bei Verstößen gegen Quarantäne-Auflagen ein Bußgeld von 2000 Euro verhängt werden.

948 Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Sonntagmorgen 948 neue Corona-Infektionen gemeldet. Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 259.428 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 13.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9349. Seit dem Vortag wurden zwei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Sonntagmorgen hatten etwa 231.400 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Erneuer Rekordanstieg in Indien

Mit 97.570 neuen Corona-Fällen innerhalb von 24 Stunden meldet Indien den zweiten Tag in Folge einen Rekordanstieg. Die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen erhöhte sich damit auf 4,65 Millionen, so die Daten des Gesundheitsministeriums. In keinem anderen Land weltweit steigen die Fallzahlen derzeit stärker als in Indien.

Mexiko meldet mehr als 70.000 Tote

Mexiko hat am Freitag die Marke von 70.000 Corona-Toten überschritten. Allein in den vergangenen 24 Stunden starben 534 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Erkrankung, womit die Gesamtzahl der Todesopfer auf 70.183 stieg, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Damit wurden auch die pessimistischsten Prognosen übertroffen: Die Behörde hatte die Zahl der durch die Pandemie verursachten Todesfälle anfangs auf 8000 geschätzt, bevor sie in einem "Katastrophen"-Szenario von bis zu 60.000 Toten ausgegangen war. 

1630 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1630 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 258.480 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag auf seiner Homepage bekannt gab.Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9347. Das sind fünf mehr als noch am Vortag.

Spaniens Kronprinzessin nach Corona-Fall in Schulklasse in Quarantäne

Die Tochter des spanischen Königs Felipe VI., Kronprinzessin Leonor von Spanien, muss nach einem Corona-Fall in ihrer Schulklasse in Madrid in Quarantäne. Ebenso wie die 14-Jährige müssten auch ihre jüngere Schwester, Infantin Sofia, 13, sowie alle anderen Kinder der Klasse der Schule Santa María de los Rosales zwei Wochen zu Hause bleiben, berichteten spanische Medien am Freitag unter Berufung auf den Königspalast Zarzuela in Madrid. Den Berichten zufolge hatte sich eine Mitschülerin der Kronprinzessin im familiären Bereich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt. Leonor steht in der spanischen Thronfolge auf dem ersten Platz.

Die Schule hatte für die 14-Jährige in Madrid erst vergangenen Mittwoch nach rund sechsmonatiger Corona-Unterbrechung einschließlich der in Spanien mehr als zweimonatigen Sommerferien wieder begonnen. Am Freitagmorgen hatte Königin Letizia beide Kinder mit dem Auto zur Schule gefahren. 

Spanien meldet binnen 24 Stunden mehr als 12.000 neue Corona-Infektionsfälle

In Spanien ist die Zahl der Corona-Infektionsfälle binnen 24 Stunden auf mehr als 12.000 gestiegen. Dies sei der höchste gemeldete Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie, teilte das Gesundheitsministerium in Madrid am Freitag mit. Spanien ist seit dieser Woche das erste EU-Land, in dem die Infektionszahlen auf mehr als eine halbe Million anwuchsen.

Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Spanien insgesamt 566.326 Infektionen nachgewiesen, wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte - 12.183 mehr als am Vortag. Fast 30.000 Infizierte sind demnach mittlerweile gestorben.     

Spanien ist mit seinen rund 47 Millionen Einwohnern eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder in Europa. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen wieder stark angestiegen. Das Auswärtige Amt warnt deshalb vor "nicht notwendigen, touristischen" Reisen nach Spanien.    

Karneval darf am 11.11. in Rheinland-Pfalz stattfinden

Die närrischen Zentren in Rheinland-Pfalz können am 11.11. den Start des Karnevals feiern. Veranstaltungen zu diesem Tag seien unter Einhaltung der bestehenden Corona-Bestimmungen möglich, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) nach einer Kabinettssitzung. "Fastnacht ist in Rheinland-Pfalz genauso wie Ostern und Weihnachten ein fester Eintrag in unserem Kalender", sagte Dreyer. Dennoch sei klar, dass eine traditionelle Fastnacht im kommenden Jahr nicht möglich sei. In Sitzungen stundenlang eng zusammenzusitzen und zu schunkeln, sei nicht vorstellbar. "Das ist einfach ausgeschlossen unter der jetzigen Situation."

Frankreich will landesweiten Lockdown vermeiden

Angesichts der massiv gestiegenen Corona-Infektionszahlen will Frankreich alles tun, um einen neuen landesweiten Lockdown zu vermeiden. Premierminister Jean Castex sagte nach einer Krisensitzung unter Leitung von Präsident Emmanuel Macron in Paris, es werde vorerst keine "allgemeinen Ausgangsbeschränkungen" geben. Stattdessen rief er die Behörden in besonders betroffenen Städten wie Marseille und Bordeaux sowie im Überseegebiet Gouadeloupe auf, bis Montag örtlich begrenzte Maßnahmen vorzuschlagen. Zuletzt hatte Frankreich sich die Situation verschlechtert. Es gab einen neuen Höchststand von fast 10.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden.

Spahn mahnt respektvolle Debatte in Corona-Krise an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in der Corona-Krise eine respektvolle Debattenkultur angemahnt. Zudem forderte er Kritiker auf, sich nicht in ihre WhatsApp- oder Facebook-Blase zurückzuziehen. Kontroverse Diskussionen seien nötig, die Frage aber sei, wie diese Debatten geführt werden, sagte Spahn am Freitag bei einem Gesundheitsforum in Hannover. Wichtig sei, einen gemeinsamen Nenner zu finden, in der Sache zu streiten und aufeinander acht zu geben. Den Ton der Debatte sollten nicht Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen wie in Berlin vorgeben. Spahn selber war Ende August bei einem Wahlkampftermin angeschrien und bespuckt worden.

"In der Pandemie wünsche ich mir auch, dass wir Deutschen wahrnehmen, was wir zusammen erreicht haben", sagte Spahn. Dass Deutschland im Vergleich zu Nachbarländern in der Pandemie vergleichbar gut dastehe, sei auch dem Gesundheitssystem zu verdanken und dem Einsatz der Bürgerinnen und Bürger. Es müsse auch ein Stolz für das Erreichte entwickelt werden und am Zusammenhalt festgehalten werden.

Gastwirt aus Baden-Württemberg wollte halbe Million Euro Corona-Hilfe ergaunern

In Baden-Württemberg haben Ermittler einen Restaurantbetreiber festgenommen, der in betrügerischer Absicht fast eine halbe Million Euro Corona-Soforthilfe beantragte. Der 32-Jährige aus Rottweil habe sich unter wechselnden Identitäten 488.000 Euro zu Unrecht erschleichen wollen, wie die Staatsanwaltschaft in Rottweil und das Landeskriminalamt in Stuttgart mitteilten. Er wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft.

Der Geschäftsmann beantragte den Angaben zufolge zwischen März und Juli in 18 Fällen Notfallhilfen, wobei er wechselnde Namen, Firmendaten und Konten nutzte. Aufmerksame Mitarbeiter der für die Bewilligung zuständigen Behörden schöpften aber Verdacht und schlugen Alarm. So wurden auch nur Teile der beantragten Hilfsgelder ausgezahlt.

Die Ermittler sprachen von einer "hohen kriminellen Energie", die der Mann zu Täuschungszwecken an den Tag legte. Sogar nach einer Wohnungsdurchsuchung der Beamten wegen der Vorwürfe versuchte er es demnach ein letztes Mal. Zwei Tage nach der Razzia stellte er einen weiteren Antrag. Am Donnerstag wurde er dann festgenommen.

Darmstadt 98 darf 1741 Fans zum Zweitliga-Spiel gegen Regensburg lassen

Der SV Darmstadt 98 darf sein erstes Zweitliga-Heimspiel am 26. September gegen den SSV Jahn Regensburg vor 1741 Zuschauern bestreiten, wie der Verein mitteilte. Das vom Gesundheitsamt geprüfte Hygienekonzept wurde nach Clubangaben vom Bürger- und Ordnungsamt der Stadt Darmstadt genehmigt.

In Hessen gilt eigentlich eine Beschränkung von maximal 250 Personen für Großveranstaltungen im Freien. Eine bundeseinheitliche Freigabe für die teilweise Rückkehr der Zuschauer in die Fußball-Stadien wird nicht vor Ende Oktober erwartet.

"Wir freuen uns, dass uns die Behörden nach sehr guten und konstruktiven Gesprächen die Genehmigung für unser Hygienekonzept erteilt haben. Gleichzeitig sind wir als Verein sowie alle Zuschauer in der Pflicht, mit diesem Vertrauensvorschuss verantwortungsvoll umzugehen und am Spieltag alle hygienischen Bestimmungen einzuhalten", sagte Darmstadts Vereinspräsident Rüdiger Fritsch. Details zur Ticketvergabe wolle man bis zum Ende der kommenden Woche bekanntgegeben.

Acht Todesopfer bei Corona-Ausbrüchen in zwei Schweizer Altenheimen 

Bei Corona-Ausbrüchen in zwei Altenheimen in der Schweiz sind acht Menschen gestorben. Insgesamt seien 90 Insassen und Pfleger positiv auf das Virus getestet worden, teilten die Behörden mit. In der Schweiz steigt die Zahl der Corona-Fälle seit Mitte Juni kontinuierlich an, auch wenn das Land im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn noch immer relativ wenig Infektionen registriert hat. In einem Altenheim in Siviriez im Kanton Freiburg steckten sich nach Angaben der lokalen Behörden 37 Bewohner und 19 Pflegekräfte mit dem Coronavirus an. Sieben Menschen starben innerhalb von einer Woche.

In einem anderen Pflegeheim in Bulle, ebenfalls im Kanton Freiburg, wurden 21 Bewohner und 13 Mitarbeiter positiv getestet. Ein Mensch starb an Covid-19. In der Schweiz mit ihren rund 8,5 Millionen Einwohnern wurden bisher gut 45.000 Corona-Fälle registriert, mehr als 1700 Menschen starben.

Österreich verschärft Maskenpflicht 

Nach einem starken Anstieg der Corona-Ansteckungszahlen verschärft Österreich die landesweiten Maßnahmen wieder. Von Montag an muss ausnahmslos in allen Geschäften ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, wie die Regierung am Freitag in Wien mitteilte. Das gilt auch für Beschäftigte in Lokalen. Außerdem dürfen Speisen und Getränke in Innenbereichen nur noch an Sitzplätzen serviert werden. 

Bei Veranstaltungen sind draußen nur noch 3000 Besucher statt derzeit bis zu 10.000 erlaubt. In Innenräumen sind nur noch 1500 statt 5000, ohne zugewiesene Plätze nur 50 Gäste zugelassen. Kinder müssen in der Schule außerhalb ihrer Klassenzimmer Maske tragen.

Fehler in neustem iOS kann Risikobewertung der Corona-App verfälschen 

Nutzer der Corona-Warn-App des Bundes bekommen auf iPhone-Modellen mit der neusten Betriebssystem-Version iOS 13.7 unter Umständen ein höheres Risiko angezeigt, als sie tatsächlich hatten. Darauf haben die Entwickler der App in einem Blogeintrag hingewiesen. "Unter der am 1. September von Apple veröffentlichten neuen iOS-Version kann es bei einer geringen Zahl von Nutzern zu irreführenden Risiko-Berechnungen kommen." Das Problem sei im Rahmen von regelmäßigen Tests der App durch die Entwickler entdeckt worden.

Nutzer der Anwendung auf Android-Geräten sowie auf iPhones mit einem älteren iOS (bis einschließlich Version 13.6.1) seien von diesem Fehler nicht betroffen. "Aktuell wird unter Hochdruck gemeinsam mit Apple an einer Lösung gearbeitet, damit auch die betroffenen Nutzer unter iOS 13.7 wieder eine korrekt berechnete Risiko-Ermittlung erhalten."

Die App, die vom Robert Koch-Institut herausgeben wird, wurde mittlerweile über 18 Millionen Mal heruntergeladen. Seit der Veröffentlichung im Juni waren mehrfach Fehler entdeckt und wieder behoben worden. Vor einer Woche hatten die Entwickler der App von SAP und Deutscher Telekom den iPhone-Nutzern noch empfohlen, die aktuellste Betriebssystem-Version 13.7 zu installieren, weil Apple in den letzten Wochen die technische Schnittstelle (API) erheblich verbessert habe. Wann Apple ein Update veröffentlichen wird, in dem der nun entdeckte Fehler beseitigt wird, ist unklar. 

Israels Corona-Zahlen steigen – Lockdown kommende Woche erwartet 

Die Corona-Zahlen in Israel steigen immer weiter. Das Gesundheitsministerium teilte mit, am Donnerstag seien 4038 neue Fälle registriert worden. Damit wurde den vierten Tag in Folge der jeweils höchste Ein-Tages-Wert im Land seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Am Donnerstagabend hatte das Corona-Kabinett angesichts des Anstiegs erneut striktere Ausgangsbeschränkungen beschlossen. Der Drei-Phasen-Plan muss allerdings am Sonntag noch von der israelischen Regierung gebilligt werden.

Er sieht zunächst landesweite Ausgangsbeschränkungen vor. Die Menschen dürfen sich dann nicht weiter als 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Schule und Kindergärten sollen geschlossen werden, ebenso wie Restaurants und Geschäfte. Gebete sollen nur im Freien erlaubt werden. In einer zweiten Phase sollen Fahrten zwischen Wohnorten und Versammlungen eingeschränkt werden. Restaurants und Geschäfte sowie Einkaufszentren sollen geschlossen bleiben, ebenso wie Schulen und Kindergärten. Nur ein Teil der Angestellten darf zur Arbeit gehen, die Menschen sind angewiesen, möglichst aus dem Homeoffice zu arbeiten. Anschließend ist eine Rückkehr zu den bisher geltenden Beschränkungen geplant, falls die Infektionszahlen wie erhofft sinken.

Frankreich: Zahl Corona-Infizierter erreicht Rekordwert

Vor Beratungen der französischen Regierung über eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen ist in dem Land die Rekordzahl von fast 10.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet worden. Wie das Gesundheitsministerium in Paris mitteilte, wurden von Mittwoch auf Donnerstag 9843 neue Coronavirus-Ansteckungsfälle erfasst. Dies ist die höchste Zahl in Frankreich seit dem Beginn der Pandemie. Zudem wurden weitere 19 Todesfälle als Folge der Coronavirus-Infektion gezählt, womit die offizielle Gesamtzahl der Todesopfer im Land auf 30.813 stieg.

Frankreich ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder in Europa. Insgesamt rund 390.000 Infektionsfälle wurden dort bislang verzeichnet. Zuletzt wurden die Tests auf das Virus deutlich ausgeweitet. Dabei wurden bei einer Million Tests innerhalb einer Woche 48.542 Ansteckungen festgestellt.

Prognose: Deutschland profitiert von neuem Schlüssel für Corona-Hilfen

Deutschland wird nach einer Prognose der EU-Kommission ein Gewinner des neuen Verteilungssystems für die Milliardenbeträge aus dem europäischen Corona-Konjunkturprogramm sein. Nach den der Nachrichtenagentur DPA vorliegenden Zahlen könnte die Bundesrepublik 7,27 Prozent der Zuschüsse aus der sogenannten Aufbau- und Resilienzfazilität bekommen. Dies entspricht rund 22,7 Milliarden der insgesamt 312,5 Milliarden Euro. Nach dem ursprünglich geplanten Verteilungsschlüssel hätte Deutschland nach Zahlen der Kommission nur 6,95 Prozent der Mittel erhalten, also rund eine Milliarde Euro weniger.   

Kassenärzte plädieren für Lockerung der Corona-Regeln 

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) plädiert für eine weitere Lockerung der Corona-Regeln in Deutschland. "Man kann den Panikmodus ausschalten", sagte der KBV-Vorsitzende Andreas Gassen dem Wirtschaftsmagazin "Business Insider" in einem am Freitag veröffentlichten Interview. Bei genauerem Blick auf das Infektionsgeschehen gebe es derzeit keine explosionsartigen Corona-Hotspots. Auch gebe es auf den Intensivstationen erhebliche freie Kapazitäten. Die Zahl der Intensivpatienten und Sterbefälle sei weiterhin auf niedrigem Niveau.     

"Die Zahlen geben Anlass, Corona-Maßnahmen zu überdenken, ohne leichtsinnig zu werden", sagte Gassen. Konkret sprach er sich etwa für die Lockerung der Auflagen bei Veranstaltungen aus: "Mir leuchtet nicht ein, warum in einem Stadion für bis zu 60.000 Menschen nicht Veranstaltungen mit 5000 bis 8000 Menschen Platz finden können." Dies sei Ende August in der Berliner Waldbühne bereits erfolgreich praktiziert worden. Entscheidend sei dabei lediglich, Nadelöhre mit engen Kontakten zu vermeiden, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.    

1484 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1484 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich mindestens 256.850 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 11.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9342. Das ist einer mehr als noch am Vortag. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 230.600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Erstmals seit Juni hat zuletzt die Zahl vom Robert Koch-Institut (RKI) wöchentlich erfasster Corona-Tests wieder abgenommen. In der Woche vom 31. August bis 6. September wurden demnach gut eine Million Tests gezählt – etwa 50.000 weniger als in der Vorwoche. Es ist das erste Mal seit der Woche vom 22. bis 28. Juni, dass die Testzahl wieder abnimmt.

 

 


Nachrichten zum Coronavirus von Donnerstag, 10. September

Israels Corona-Kabinett beschließt neue Ausgangsbeschränkungen 

Angesichts immer weiter steigender Corona-Infektionszahlen will Israel erneut striktere Ausgangsbeschränkungen verhängen. Das Corona-Kabinett entschied am Donnerstagabend nach Medienberichten, dass mit Beginn des jüdischen Neujahrsfests in einer Woche 14-tägige landesweite Ausgangssperren herrschen sollen. Danach sollen Schulen und Kindergärten für weitere zwei Wochen geschlossen bleiben. Die Regierung muss diese Schritte aber am Sonntag noch billigen und entscheiden, wann genau die Maßnahmen in Kraft treten sollen.

Wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte, hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Israel erstmals die 4000er-Marke überschritten. Den dritten Tag in Folge wurde damit der jeweils höchste Ein-Tages-Wert im Land seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Der Erreger Sars-CoV-2 ist seit Beginn der Pandemie bei 145.673 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 1075 Menschen sind nach einer Corona-Infektion gestorben. Das Land hat rund neun Millionen Einwohner. 977 Corona-Patienten werden gegenwärtig im Krankenhaus behandelt, etwa die Hälfte von ihnen sind Schwerkranke.

Zahl der Corona-Neuinfektionen in Tunesien steigt auf Rekordhoch 

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen ist in Tunesien auf ein Rekordhoch gestiegen. Das Gesundheitsministerium in Tunis meldete am Donnerstag 465 neue Fälle an einem Tag. Drei weitere Menschen seien in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Die Entwicklung hatte Besorgnis insbesondere mit Blick auf die für nächste Woche geplante Rückkehr der Schüler in die Schulen erregt. 

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen war in den vergangenen Wochen in Tunesien stetig gestiegen. Im März hatte das nordafrikanische Land als Maßnahme gegen eine Ausbreitung des Coronavirus strikte Ausgangssperren verhängt, die Grenzen geschlossen und internationale Flüge ausgesetzt. Mit der Lockerung der Maßnahmen und der Öffnung der Grenzen am 27. Juni nach fast dreimonatiger Schließung stiegen die Zahlen rapide an. Insgesamt registrierten die Behörden bislang 5882 Corona-Fälle und 99 Tote in Verbindung mit Covid-19.

Tunesien leidet unter einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Corona-Pandemie hat die Lage weiter verschärft. Maßnahmen wie etwa das Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit sind mittlerweile wieder Pflicht, eine Rückkehr zu großangelegten Sperrungen soll es aber nicht geben.

Scholz: Auswirkungen der Krise dämpfen langfristig Staatseinnahmen 

Finanzminister Olaf Scholz (SPD) rechnet langfristig mit negativen Auswirkungen der Coronakrise auf die Staatseinnahmen. "Es bleibt eine Herausforderung, die nicht klein ist", sagte Scholz in Berlin. Die Wachstumsdelle werde sich sehr lange im Steueraufkommen niederschlagen. Bereits im kommenden Jahr sei die Erfüllung der anliegenden Aufgaben nicht ohne erhebliche Kreditaufnahme möglich. "Das ist nicht schlimm, das ist einfach Keynesianismus", sagte Scholz aber. Damit ist die Vorstellung gemeint, dass der Staat in Krisenzeiten mehr Geld ausgeben sollte, um die Wirtschaft anzukurbeln.

Corona-Zahlen in Israel auf Rekordhöhe

Israel bekommt die Corona-Pandemie nicht unter Kontrolle: Die Zahl der Neuinfektionen ist erneut sprunghaft angestiegen. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, am Vortag seien 3951 neue Fälle registriert worden. Den dritten Tag in Folge wurde damit der jeweils höchste Ein-Tages-Wert seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Am Dienstag hatte es 3554 neue Fälle gegeben.

München untersagt Corona-Demo mit 5000 Teilnehmern

Die Stadt München hat eine für Samstag angekündigte Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mit 5000 angemeldeten Teilnehmern untersagt. Stattdessen dürfe sie unter strikten Auflagen auf einem deutlich größeren Platz in der Innenstadt stattfinden – allerdings aus Infektionsschutzgründen nur mit 1000 Teilnehmern, wie das Kreisverwaltungsreferat (KVR)  mitteilte. Ein geplanter Demonstrationszug durch die Stadt wurde ebenfalls untersagt. 

Es müsse ein Mindestabstand eingehalten werden, hieß es in der Mitteilung des KVR. Außerdem müssen alle Teilnehmer – bis auf die jeweiligen Redner – eine Maske tragen. Schon die Zuwege sollen von der Polizei kontrolliert werden. Nach Angaben eines Sprechers des Münchner Verwaltungsgerichtes wurden Eilanträge gegen die Auflagen angekündigt, die zunächst aber noch nicht bei Gericht eingegangen waren.

Abriegelung von Wohnviertel in Palma de Mallorca wegen Corona

Wegen hoher Corona-Zahlen hat die Regionalregierung der Balearen die Abriegelung eines Wohnviertels der Stadt Palma angeordnet. Die etwa 23.000 betroffenen Menschen im Arbeiterviertel Son Gotleu und in einigen angrenzenden Straßenzügen dürften ihr Wohnviertel ab Freitag nur noch verlassen, um zur Arbeit, zu einem Arzt oder einem Krankenhaus sowie zur Schule oder einer anderen Bildungseinrichtung zu gehen oder um sich um Pflegebedürftige zu kümmern, berichtete die deutschsprachige "Mallorca Zeitung". Geschäfte und Cafés dürften mit der halben Zahl der üblichen Plätze weiter geöffnet bleiben. Bars müssen spätestens um 22 Uhr schließen. Die Einschränkungen gelten zunächst für zwei Wochen.

Son Gotleu im Norden der Stadt, wo viele Menschen aus Lateinamerika, Osteuropa und Afrika leben, leidet seit langem unter sozialen Problemen, die sich durch Corona noch verschärft haben. Urlauber, die für die Wirtschaft der Inseln von enormer Bedeutung sind, kommen nur selten dorthin. Allerdings gibt es kaum noch Urlauber auf den Inseln, seit das Robert Koch-Institut ganz Spanien einschließlich der bei Deutschen beliebten Balearen zum Risikogebiet erklärt hat und das Auswärtige Amt vor Reisen in das Land warnt.

Corona-Ausnahme wirkt – weniger Firmenpleiten im Halbjahr

Trotz der Coronakrise sind im ersten Halbjahr weniger Firmen in Deutschland in die Pleite gerutscht. Die Amtsgerichte meldeten 9006 Unternehmensinsolvenzen. Das waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 6,2 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten 2019. Die wirtschaftliche Not vieler Unternehmen durch die Krise spiegele sich bislang nicht in einem Anstieg der gemeldeten Insolvenzen wider, erklärte die Wiesbadener Behörde. Ein wichtiger Grund für den Rückgang ist, dass die Insolvenzantragspflicht für Firmen seit 1. März 2020 ausgesetzt ist.

Das Bundeskabinett hatte jüngst beschlossen, die Pflicht, einen Insolvenzantrag zu stellen, bis Jahresende ausgesetzt zu lassen, falls die Überschuldung eines Unternehmens Folge der Coronakrise ist. Die Lockerungen waren im März zunächst bis September eingeführt worden, um eine Pleitewelle in der Pandemie zu verhindern. Dabei war zunächst auch die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags wegen Zahlungsunfähigkeit ausgesetzt worden. Diese zweite Ausnahme fällt nun weg.

1892 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1892 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich mindestens 255.366 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 10.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9341. Das sind drei mehr als noch am Vortag. 

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Mittwoch bei 0,88 (Vortag: 1,10). Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 0,95 (Vortag: 0,98). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen. 

Trump über Corona-Risiko: "Ich wollte es immer herunterspielen"

Knapp zwei Monate vor der Wahl in den USA hat sich Präsident Donald Trump selbst in Bedrängnis gebracht durch sein Eingeständnis, die Corona-Gefahr heruntergespielt zu haben. Trump sagte am Mittwoch (Ortszeit) in Washington zu seiner Verteidigung, er habe damit Panik vermeiden und Führungsstärke zeigen wollen. Zuvor hatten erstmals veröffentlichte Mitschnitte aus Interviews zu Beginn der Pandemie den Präsidenten in Erklärungsnot gebracht. Sein Herausforderer im Rennen ums Weiße Haus, der Demokrat Joe Biden, warf Trump umgehend vor, das amerikanische Volk belogen zu haben und für den Tod Zehntausender US-Bürger verantwortlich zu sein.

Trump hatte die Interviews dem bekannten Investigativjournalisten Bob Woodward für ein neues Buch gegeben. In einem Mitschnitt vom 19. März ist zu hören, wie Trump nach der Einleitung "Um ehrlich mit Ihnen zu sein, Bob" über die Coronavirus-Situation sagt: "Ich wollte es immer herunterspielen. Ich spiele es auch immer noch gern herunter, weil ich keine Panik erzeugen will." In einem Gespräch am 7. Februar sagte Trump den Aufnahmen zufolge über das Virus: "Das ist tödliches Zeug." Menschen müssten nicht erst Kontaktflächen anfassen, um sich anzustecken: "Man atmet einfach Luft ein, und das ist, wie es sich überträgt." Die Krankheit sei auch "tödlicher" als eine schwere Grippe.

Besonders zu Beginn der Pandemie hatte Trump Covid-19-Erkrankungen wiederholt mit einer Grippe-Infektion verglichen. Auch behauptete er öffentlich, dass die Sterberate niedriger als bei einer Grippe sei – und hielt im Frühjahr mehrere Wahlkampfveranstaltungen mit Tausenden Anhängern ab. Mehrfach stellte er in Aussicht, dass das Virus eines Tages einfach wieder verschwinden werde. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind Wissenschaftlern zufolge allein in den USA mehr als 190.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben.

Corona versetzt Familien wegen ausbleibender Au-pairs in Stress

Das Ausbleiben fest eingeplanter Au-pairs versetzt nach Angaben der FDP viele Familien in Stress. Grund seien Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie, heißt es in einem FDP-Antrag, der der Nachrichtenagentur DPA vorliegt und der an diesem Donnerstag in den Bundestag eingebracht werden soll. "Familien fühlen sich alleingelassen und suchen verzweifelt nach alternativen Möglichkeiten, um die Kinderbetreuung zu meistern", heißt es in dem FDP-Antrag. Im vergangenen Jahr waren 14.900 Au-pairs nach Deutschland gekommen. 

 


Nachrichten zum Coronavirus von Mittwoch, 9. September

Mit oder ohne Zuschauer in Tokio: IOC-Chef Bach legt sich nicht fest 

IOC-Präsident Thomas Bach vermeidet eine Festlegung, ob die wegen der Corona-Pandemie auf 2021 verschobenen Olympischen Spiele in Tokio auch ohne Zuschauer stattfinden könnten. "Ich bin nicht in der Lage, wie die Welt morgen oder bis zu den Tokio-Spielen aussehen wird", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees am Mittwoch nach einer virtuellen Sitzung des IOC-Exekutivkomitees. Die nach der Verschiebung der Sommerspiele eingerichtete Task Force werde verschiedene Szenarien für eine mögliche Veranstaltung der Sommerspiele entwickeln.  

Dagegen hatte IOC-Vizepräsident John Coates zuletzt erklärt, dass die Spiele definitiv ausgetragen würden, auch wenn die Pandemie noch nicht überwunden sei. Neuer Termin für die Eröffnung ist der 23. Juli 2021. "Wir können aber optimistisch sein, weil die Entwicklung eines Corona-Schnelltests große Fortschritte macht", sagte Bach. Ermutigend sei auch, das die Erforschung eines Impfstoffen offensichtlich vorangehe. "Wichtig ist, dass wir bei den Spielen in Tokio den Teilnehmern eine sichere Umgebung schaffen können", so Bach

München erlässt Alkoholverbot im Freien fürs Wochenende

An beliebten Feier-Orten im Freien gilt in München am kommenden Wochenende ein zeitlich begrenztes nächtliches Alkoholverbot. Damit wolle man die Zunahme der Corona-Infektionen zum Schutz der Bevölkerung eindämmen, teilte die Stadt am Mittwoch nach einem Beschluss des Stadtrats mit. Das Verbot gilt von Freitagabend bis Sonntagmorgen rund um Party-Hotspots wie die Isarauen oder den Gärtnerplatz. 

Zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr dürfen Feiernde dort Alkohol nicht mehr im öffentlichen Raum trinken. Wer sich nicht daran hält, müsse mindestens 150 Euro Bußgeld zahlen. Auch der Verkauf alkoholischer Getränke ist rund um die Partyzonen verboten – und zwar bereits ab 21.00 Uhr. Verstöße sollen mindestens 500 Euro kosten. Auch an kommenden Wochenenden könnte laut Stadt je nach der Zahl der Corona-Infizierten eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen werden. 

Im ersten Anlauf hatte die Stadt ein Alkoholverbot für Straßen und Parks in ganz München erlassen, um die vielen Partys unter freiem Himmel einzudämmen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof erklärte diese Regelung jedoch für unverhältnismäßig.

Corona-infizierter Berlusconi kämpft gegen "höllische Krankheit"

Italiens früherer Regierungschef Silvio Berlusconi hat sich erstmals nach seiner Infektion mit dem Coronavirus zu Wort gemeldet und Parteikollegen vom Kampf gegen die "höllische Krankheit" berichtet. "Ich gebe alles und hoffe, dass ich bald wieder zurück bin", sagte Berlusconi am Dienstagabend laut Nachrichtenagentur Ansa bei einer Telefonkonferenz mit Mitgliedern seiner Partei Forza Italia. "Ich kämpfe, um dieser höllischen Krankheit zu entkommen."

Der 83-Jährige wird seit vergangenem Freitag wegen seiner Infektion mit dem Coronavirus im Mailänder Krankenhaus San Raffaele behandelt. Seit einigen Tagen ist der Politiker und Unternehmer, der wegen seines Alters und einiger Vorerkrankungen als Risikopatient gilt, auf dem Weg der Besserung.

Fahrlässige Tötung – Justiz ermittelt nach Coronaausbruch in Lokal

Nach dem Corona-Ausbruch in einem Restaurant in Ostfriesland im Mai ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung. Alle damals Anwesenden sollten vernommen werden, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aurich am Mittwoch. Sie nannte den Namen des niedersächsischen Lokals nicht. Nach einem Bericht der Ostfriesen-Zeitung" handelt es sich um die "Alte Scheune" in Moormerland (Kreis Leer). Dort hatten sich bei einer Feier mehr als 30 von 50 Gästen infiziert, zwei der Infizierten starben später.

Phase-III-Studie für Corona-Impfstoff in Russland gestartet

In der russischen Hauptstadt Moskau haben die Impfungen im Rahmen der Phase-III-Studie für den Corona-Impfstoff Sputnik V" begonnen. Ersten Freiwilligen sei das Präparat gespritzt worden, sagte die Vize-Bürgermeisterin Anastassija Rakowa in Moskau der Agentur Interfax zufolge. "Heute ist ein wichtiger Tag nicht nur für die Stadt, sondern für das ganze Land." Mehr als 35.000 Moskauer hätten sich bereits als Freiwillige gemeldet. Geimpft werden soll demnach in 20 Kliniken in der Stadt.

Der russische Impfstoff mit dem Namen "Sputnik V" wurde vor rund einem Monat für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben trotz internationaler Bedenken. Die Freigabe erfolgte vor Abschluss der wichtigen Phase III klinischer Studien. Erst in dieser Phase wird gewöhnlich an sehr vielen Teilnehmern überprüft, ob und wie gut ein Wirkstoff vor einer Infektion schützt und welche eventuell nur seltenen Nebenwirkungen auftreten.160

Pauschale Reisewarnung für gut 160 Länder nur noch bis Ende September

Die pauschale Reisewarnung für fast alle gut 160 Länder außerhalb der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums wird am 30. September enden. Vom 1. Oktober an soll es nach einem Beschluss des Bundeskabinetts dann auf die Lage in den einzelnen Staaten zugeschnittene Bewertungen geben, wie die Nachrichtenagentur DPA aus Regierungskreisen erfuhr.

Rekordanstieg bei Neuinfektionen in Tschechien

In Tschechien breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Bei der Zahl der täglichen Neuinfektionen wurde ein Rekordwert erreicht: Am Dienstag kamen 1164 Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium in Prag bekanntgab. Der bisherige Höchstwert innerhalb von 24 Stunden hatte bei knapp 800 gelegen. Die Gesamtzahl der aktiven Fälle stieg damit auf rund 9300. Es wurden bisher insgesamt 441 Todesfälle mit einer Covid-19-Erkrankung in Verbindung gebracht. Tschechien hat nur knapp 10,7 Millionen Einwohner.

 


Nachrichten zum Coronavirus von Dienstag, 9. September

Neuseeland plant leichte Lockerung der Corona-Einreisesperre 

Neuseeland will seine strikte Corona-Einreisesperre von Oktober an leicht lockern. Die Grenzen des Pazifikstaates sind seit dem 19. März geschlossen. Nur neuseeländische Staatsbürger und Menschen mit permanentem Wohnsitz durften noch ins Land. "Wir sind jetzt in der Lage, Anpassungen unserer Covid-19-bedingten Einreisebestimmungen vorzunehmen", sagte Einwanderungsminister Kris Faafoi am Mittwoch. Dies betreffe eine "kleine Anzahl von Menschen", die unter normalen Umständen das Recht hatten, nach Neuseeland zu reisen.

Unter anderem sollen die Lockerungen Lebenspartner von neuseeländischen Bürgern betreffen, die in den nächsten Wochen eine Einreise beantragen könnten. Auch einige Menschen mit gültigem Arbeitsvisum könnten dann wieder ins Land. Alle Ankommenden müssen aber 14 Tage in Isolation.

Bahn sieht kein erhöhtes Infektionsrisiko in Zügen 

Die Deutsche Bahn hat bekräftigt, dass es aus ihrer Sicht bislang kein erhöhtes Corona-Infektionsrisiko in Zügen gibt. Bei Zugbegleitern im Fernverkehr seien etwas seltener entsprechende Antikörper nachgewiesen worden als bei Beschäftigten ohne Kundenkontakt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. "Wir müssen weiter achtsam sein, aber es gibt keinen Grund zur Sorge vor Bahnreisen", folgerte Vorstandsmitglied Berthold Huber daraus.

Die Studie dazu ist aber nicht abgeschlossen. Bislang liegen Tests an 1072 Mitarbeitern von Ende Juni und Anfang Juli vor. Zu der Zeit hatten die Fernzüge nach Bahn-Angaben eine Auslastung von 30 Prozent, halb so viel wie vor der Coronakrise. Weitere Tests an Mitarbeitern sind im Oktober und Februar geplant. Forschungspartner ist die Charité Research Organisation GmbH. Die Tochtergesellschaft des Berliner Universitätsklinikums betreibt Auftragsforschung. Sie war an der Präsentation am Mittwoch nicht beteiligt und äußerte sich bislang nicht zu der Studie. 

Proband erkrankt: AstraZeneca stoppt Test von Corona-Impfstoff

Der Pharmakonzern AstraZeneca hat die klinische Studie für seinen Corona-Impfstoff vorsorglich gestoppt, nachdem bei einem der Teilnehmer gesundheitliche Probleme aufgetreten sind. Das sei eine Routinemaßnahme für solche Fälle, teilte das britische Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch mit. "In großen Versuchsreihen treten Erkrankungen zufällig auf, müssen aber von unabhängiger Seite untersucht werden, um das gründlich zu überprüfen."

AstraZeneca werde die Untersuchung beschleunigen, damit sich das Zulassungsverfahren für den Impfstoff so wenig wie möglich verzögere, hieß es weiter. Bei der Überprüfung geht es letztlich darum festzustellen, ob die gesundheitlichen Probleme vom Impfstoff ausgelöst wurden. Während des Stopps sollen keine weiteren Studienteilnehmer geimpft und bisher geimpfte Personen weiterhin beobachtet werden.

Bei den nicht näher genannten gesundheitlichen Problemen handele es sich um einen Einzelfall, betonte das Unternehmen. Der Impfstoff befindet sich derzeit in der dritten und abschließenden Studien-Phase mit mehreren zehntausend Teilnehmern.

Versammlungen mit mehr als sechs Menschen in England künftig verboten

Als Reaktion auf die zunehmenden Corona-Infektionen in England werden dort Versammlungen mit mehr als sechs Menschen bis auf Weiteres untersagt. Die neue Obergrenze soll ab kommendem Montag gelten und betrifft sowohl Treffen in den eigenen vier Wänden als auch im öffentlichen Raum, wie die britische Regierung laut übereinstimmenden Medienberichten am Mittwoch offiziell verkünden wird. Bislang gilt hier eine Grenze von 30 Personen.

Ausnahmen werden den Berichten zufolge für Haushalte mit mehr als sechs Personen wie auch für Treffen mit beruflichem Hintergrund oder zu Ausbildungszwecken gelten, also etwa in Schulen. Auch Hochzeiten, Beerdigungen und bestimmte Sportarten sollen von den verschärften Regeln ausgenommen sein. Premierminister Boris Johnson wird sich dem Vernehmen nach auf einer Pressekonferenz am Mittwoch äußern.

Die Zahl der Corona-Infektionen in Großbritannien stieg zuletzt wieder deutlich an. In den vergangenen Tagen gab es jeweils fast 3000 bestätigte Neuinfektionen pro Tag, wie aus den offiziellen Zahlen der Regierung von Dienstag hervorgeht. Das ist der höchste Stand seit Ende Mai.

1176 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1176 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch auf seiner Homepage bekannt. Seit Beginn der Coronakrise haben sich demnach mindestens 253 474 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 9.9., 0.00 Uhr). Bis Mittwochmorgen hatten etwa 228.000 Menschen die Infektion überstanden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9338. Das sind neun weitere Todesfälle im Vergleich zum Vortag.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Dienstag bei 1,10 (Vortag: 1,12). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Opposition will Corona-Hilfen für Berliner Flughäfen stoppen

Grüne, Linke und FDP im Bundestag wollen Corona-Hilfen des Bundes für die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg vorerst stoppen. In einem gemeinsamen Antrag für den Haushaltsausschuss fordern sie zunächst eine "detaillierte Übersicht der konkreten und tatsächlich entstandenen Corona-Schäden der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH". Zuerst hatte der rbb über den Antrag berichtet, er liegt auch der Nacchrichtenagentur DPA vor. 

Bevor nicht klar sei, wie groß die Ausfälle wegen der Coronakrise seien, dürfe kein neues Steuergeld fließen, sagte der Grünen-Haushälter Sven-Christian Kindler dem Sender. 

Anfang September hatte Finanzstaatssekretärin Bettina Hagedorn dem Ausschuss mitgeteilt, dass die Liquidität der Flughafengesellschaft ab Oktober nicht mehr gesichert sei. Das Finanzministerium wolle daher fast 26 Millionen Euro als Zuschuss und ein Darlehen von rund 52 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Weitere Mittel sollten die Länder Berlin und Brandenburg beisteuern.

Scholz hofft auf Normalisierung nach Coronakrise 2022

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hofft, dass sich die wirtschaftliche und finanzielle Situation in Deutschland 2022 wieder normalisiert. In diesem und wohl auch im kommenden Jahr sei die Schuldenbremse nicht einzuhalten, sagte der Finanzminister am Dienstag in einem im Internet gesendeten Gespräch mit der Finanzagentur Bloomberg. "Ich hoffe, dass wir ab 2022 zu etwas zurückkommen, was der Normalität ähnelt." Derzeit deute sich an, dass die Wirtschaft sich langsam erhole. Das stimme ihn optimistisch. 

Wie viele neue Schulden der Bund 2021 machen muss, wollte Scholz nicht sagen. "Im nächstes Jahr werden noch viele starke Aktivitäten erforderlich sein", betonte er lediglich. Das Finanzministerium arbeite derzeit am Haushalt für 2021. Eine Grundlage dafür ist die Steuerschätzung, deren Ergebnisse am Donnerstag vorgestellt werden.

Pharma-Unternehmen versprechen bei Corona-Impfung rigoroses Vorgehen

Angesichts der zunehmenden politischen Debatte zur baldigen Verfügbarkeit einer Corona-Impfung haben neun konkurrierende Pharma- und Biotech-Unternehmen versprochen, bei der Entwicklung und Zulassung des Impfstoffs keine Kompromisse einzugehen. Die Zulassung eines Impfstoffs werde erst beantragt, wenn Verträglichkeit und Wirksamkeit mit einer rigorosen klinischen Studie der Phase drei demonstriert worden seien, erklärten die Vorstandsvorsitzenden der neun Unternehmen am Dienstag. Dies gelte sowohl für eine reguläre Zulassung als auch für eine mögliche Notfallgenehmigung, hieß es. 

Die Entwickler würden sich weiter an die nötigen hohen wissenschaftlichen und ethischen Standards halten, erklärten sie weiter. Die gemeinsame Mitteilung soll "das öffentliche Vertrauen in den rigorosen wissenschaftlichen und behördlichen Prozess garantieren, über den Covid-19-Impfstoffe geprüft und letztlich zugelassen werden könnten", erklärten die Unternehmenschefs. Die beteiligten Firmen waren AstraZeneca, BioNTech, GlaxoSmithKline, Johnson&Johnson, Merck, Moderna, Novavax, Pfizer und Sanofi. 

Bayern will bei Rechtsverstößen auf Querdenken-Demo in München hart durchgreifen

Vor der für Samstag in München geplanten Demonstration von Gegnern der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hat die bayerische Landesregierung ein hartes Durchgreifen der Polizei bei Rechtsverstößen angekündigt. In Bayern gelte die Demonstrationsfreiheit, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag in München. Wer sich dabei aber nicht an "geltende Rechtsregeln" halte, müsse damit rechnen, dass seine Versammlung wieder beendet werde.

Dies gelte etwa für das Einhalten von Mindestabständen und eine etwaige Maskenpflicht, ergänzte der Minister. Sollten diese oder andere Auflagen verletzt werden, seien die nötigen Vorbereitungen getroffen, um sich "gegebenenfalls auch seitens des Rechtsstaats zu Wort zu melden". Es stünden am Samstag in München in jedem Fall "hinreichend Polizeikräfte" bereit. Die Vorgaben für die Kundgebung seien Sache der Stadt München, die Polizei sei jedoch eingebunden.

Eine sogenannte Querdenken-Initiative hatte für den Samstag in der Münchner Innenstadt eine Demonstration in einer Größenordnung von bis zu 5000 Teilnehmern angemeldet.

Boykotts, Streiks und Quarantäne bei Schulrückkehr in Spanien

Die Wiederaufnahme des Unterrichts nach rund sechsmonatiger Pandemie-Pause ist im Corona-Hotspot Spanien von zahlreichen Zwischenfällen überschattet worden. In der wegen der vielen Neuausbrüche abgeriegelten 11.000-Einwohner-Gemeinde Santoña in der Region Kantabrien boykottierte der größte Teil der Eltern den Schulbeginn, wie Medien am Dienstag berichteten.

In der Grundschule "Macias Picavea" etwa seien am Montag nur 21 der 500 eingeschriebenen Kinder erschienen, in "Juan de la Cosa" nur sieben von 350. "Es ist nicht logisch, dass bei uns alles zu ist und die Kinder zur Schule müssen", wurde Gloria Izan, Mitglied des "Juan de la Cosa"-Elternrates von der Zeitung "El País" zitiert.

Zum Boykott riefen auch Elternverbände in vielen anderen Regionen Spaniens auf. In mehreren Städten Andalusiens, wo der Unterrichtsbeginn für kommenden Montag angesetzt ist, wurde dazu aufgerufen, zum Zeichen des Protests gegen die als unsicher angeprangerten Bedingungen die Ranzen an Balkonen und Fenstern zu hängen. Dabei hatte Bildungsministerin Isabel Celaá die Eltern bereits Ende August vor einem Schulboykott aus Angst vor dem Virus gewarnt. "Die Präsenz in den Klassenräumen ist Pflicht", sagte sie.

Deutlicher Anstieg der Corona-Fälle in Großbritannien

Die Zahl der Corona-Infektionen ist in Großbritannien wieder deutlich angestiegen. In den vergangenen Tagen gab es jeweils fast 3000 bestätigte Neuinfektionen pro Tag, wie aus den offiziellen Zahlen der Regierung von Dienstag hervorgeht. Das ist der höchste Stand seit Ende Mai.

Derzeit stecken sich vor allem junge Menschen mit dem Virus an. Das erklärt auch den bislang niedrigen Anstieg der Todesfälle, da Covid-19 bei Jüngeren oft glimpflicher verläuft. "Töte nicht deine Oma, indem du dir das Coronavirus einfängst und sie ansteckst", warnte Gesundheitsminister Matt Hancock im Sender BBC und appellierte an die Briten, Abstands- und Hygieneregeln weiter einzuhalten und sich nicht in größeren Gruppen zu versammeln.

Experten sehen die Zahlen mit Sorge und warnen vor einer zweiten Welle. "Die Menschen haben sich zu sehr entspannt", sagte der britische Epidemiologe und Gesundheitsberater Jonathan Van-Tam der BBC. Auch ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation WHO sagte dem Sender Sky News, er rechne mit weiteren Spitzen der Fallzahlen in Großbritannien.

Tour-Direktor Prudhomme positiv auf Corona getestet – "Verlasse Tour"

Tour-de-France-Direktor Christian Prudhomme ist positiv auf das Coronavirus getestet und hat das Rennen vorerst verlassen. Das gab die Tour-Organisation bekannt. "Ich werde die Tour für acht Tage verlassen. Ich werde mich wie jeder französische Angestellte in so einem Fall verhalten", sagte Prudhomme der Nachrichtenagentur AFP. Der Tourchef betonte, dass er keinen Kontakt zu den Fahren gehabt habe. Aufgrund seiner Funktion habe er viele Gäste und Verantwortliche getroffen. Prudhomme wird durch Francois Lemarchand ersetzt.

Zuvor war bekannt geworden, dass es bei den Corona-Tests am ersten Ruhetag keinen Positivfall im Fahrerfeld gegeben habe. Wohl aber seien jeweils ein Mitglied aus dem Betreuerstab der Mannschaften Cofidis, AG2R La Mondiale, Ineos-Grenadiers und Mitchelton-Scott positiv getestet worden. Die Personen verließen das Rennen, weitere Auswirkungen hatte es nicht.

Hamburg öffnet seine Bordelle wieder

Die im Zuge der Coronavirus-Pandemie geschlossenen Bordelle in Hamburg dürfen ab dem 15. September unter strengen Auflagen wieder öffnen. Das teilte Melanie Leonhard, die Sozial- und Gesundheitssenatorin der Hansestadt, auf einer Pressekonferenz mit. Die Entscheidung, das Prostitutionsgewerbe wieder freizugeben, sei in Absprache mit den norddeutschen Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen getroffen worden, so die SPD-Politikerin.

Österreich will Ski-Gebiete im Winter offenhalten

Trotz der Coronakrise will Österreich die Skigebiete im kommenden Winter offenhalten. "Wir müssen in allen Bereichen unseres Lebens versuchen, ein so normales Leben wie möglich zu führen", betonte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Dienstag bei einem Besuch in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. "Wintertourismus und Skifahren wird möglich sein."

Mit Blick auf die Skisaison verwies Kurz darauf, dass der Tourismus ein großer Wirtschaftsfaktor in Österreich sei. Es gehe um sehr viele Arbeitsplätze. Ein Konzept werde derzeit ausgearbeitet, sagte Kurz. Details nannte er nicht. Zugleich betonte er, dass es Après-Ski in der gewohnten Form nicht geben werde. Bei Partys im Skiort Ischgl hatten sich viele Touristen gerade auch aus Deutschland mit dem Virus angesteckt.

Merkel würdigt "unfassbaren Mehraufwand" der Gesundheitsämter durch Corona

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Arbeit der Gesundheitsämter in der Coronakrise gewürdigt. Die Pandemie sorge dort für Aufgaben, "die in einem unfassbaren Mehraufwand resultieren", sagte sie am Dienstag zu Beginn einer virtuellen Konferenz über den öffentlichen Gesundheitsdienst. Was die Beschäftigten Tag für Tag leisteten, sei "ungewöhnlich", sagte Merkel. Dafür wolle sie sich bedanken.

Die Gesundheitsämter spielten in der Corona-Zeit "eine zentrale Rolle", betonte die Kanzlerin. Sie würden dabei helfen, die Infektionsketten zu brechen, und hätten einen "wesentlichen Anteil" daran, dass das Infektionsgeschehen in Deutschland weitgehend unter Kontrolle sei. Der Blick in andere Länder zeige, dass dies nicht selbstverständlich sei.

Allerdings ließen insbesondere die technische Ausstattung und die "digitalen Möglichkeiten" der Gesundheitsämter noch zu wünschen übrig, räumte Merkel ein. Auch das Personal sei teilweise knapp. Bund und Länder hätten sich daher auf den "Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst" mit einem Volumen von vier Milliarden Euro verständigt. Daraus sollen beispielsweise 5000 neue Stellen finanziert werden.

Frankreich will Quarantäne von 14 auf sieben Tage verkürzen

In der Corona-Pandemie will Frankreich die Quarantänezeit für Infizierte und ihre Kontaktpersonen von derzeit 14 auf sieben Tage reduzieren. Gesundheitsminister Olivier Véran kündigte für Freitag einen Kabinettsbeschluss dazu an. Der wissenschaftliche Beirat der Regierung habe der Verkürzung zugestimmt, sagte er dem Radiosender France Inter. Auch in Deutschland ist eine kürzere Quarantänezeit im Gespräch.

"Man ist vor allem in den ersten fünf Tagen ansteckend, nachdem entweder Symptome aufgetreten sind oder nach einem positivem Test", sagte Véran. Nach einer Woche dann sei das Ansteckungsrisiko nur noch "sehr schwach".

Mit der Verkürzung will die Regierung eine bessere Akzeptanz der Selbstisolation erreichen: "Ein großer Anteil der Franzosen hält sich nicht an die Quarantäne", sagte der Gesundheitsminister.

Frankreichs Fußball-Superstar Kylian Mbappé positiv auf Corona getestet

Frankreichs Fußball-Nationalspieler Kylian Mbappé hat sich nach Angaben des französischen Verbands mit dem Coronavirus infiziert und fehlt der Nationalmannschaft damit im Nations-League-Spiel gegen Kroatien am Dienstag. Wie zuvor schon bei einigen anderen Profis machte der Verband FFF das Testergebnis öffentlich und nannte auch den Namen des Angreifers von Paris Saint-Germain. Vor Mbappé waren bereits sechs andere Spieler des französischen Meisters und Champions-League-Finalisten positiv getestet worden. Am Samstag hatte Mbappé beim 1:0-Sieg der Franzosen in Schweden den Siegtreffer erzielt.

Corona-Hilfe: Mehr als 100 Österreicher bekommen Scheck von Trump

Von US-Präsident Donald Trump unterzeichnete Schecks zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise sind nun bei etlichen Österreichern gelandet. Mehr als 100 solcher Schecks über jeweils 1200 Dollar (rund 1000 Euro) sind nach Angaben des ORF inzwischen bei Banken eingelöst worden. Zu den Empfängern zählt auch ein Rentner aus Linz in Oberösterreich, der einst für kurze Zeit in den USA gearbeitet hatte. Er habe zuerst an einen schlechten Scherz geglaubt, schilderte der Mann in der ORF-Nachrichtensendung "ZiB2". Die Bank habe die Echtheit des Schecks aber überprüft, und wenig später habe er das Geld auf dem Konto gehabt.

Grund des Geldsegens könnte eine Datenpanne bei den amerikanischen Behörden sein. Die US-Regierung hatte Schecks an zahllose Menschen geschickt, gedacht als Hilfe in der Coronavirus-Krise. US-Bürger mit einem Jahresgehalt von bis zu 75.000 Dollar erhielten Schecks von 1200 Dollar, berufstätige Paare mit einem Gehalt bis 150.000 Dollar entsprechend 2400 Dollar. Irrtümlich gingen auch Zahlungen an mehr als eine Million Tote. Offenbar hatten das Finanzministerium und die Steuerbehörde vor dem Verschicken der Hilfe-Schecks nicht ihre Daten mit den Verstorbenenmeldungen der Sozialversicherungsbehörde abgeglichen.

1499 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1499 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Coronakrise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) mindestens 252.298 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 8.9., 0 Uhr). Bis heute Morgen hatten etwa 226.500 Menschen die Infektion überstanden.  Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9329.

Zahl der Corona-Infektionen in Spanien auf mehr als ein halbe Million gestiegen

In Spanien ist die Zahl der Corona-Infektionsfälle auf mehr als eine halbe Million gestiegen. Seit dem Beginn der Pandemie wurden in Spanien insgesamt 525.549 Infektionen nachgewiesen, wie das Gesundheitsministerium in Madrid am Montag mitteilte. 29.516 Infizierte sind demnach mittlerweile gestorben. Spanien ist mit seinen rund 47 Millionen Einwohnern eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder in Europa. Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen wieder stark angestiegen. Das Auswärtige Amt warnt deshalb vor "nicht notwendigen, touristischen" Reisen nach Spanien.

 


Nachrichten zum Coronavirus von Montag, 7. September

Laschet bei Macron: Coronakrise ist Chance für Bildung

Berlin und Paris sollten nach Ansicht des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) die Coronakrise auch als Chance sehen. Für Deutschland und Frankreich sei es möglich, "jetzt die gemeinsamen Impulse für eine digitalisierte Bildung zu setzen", erklärte Laschet nach Angaben seiner Staatskanzlei am Montag anlässlich eines Besuchs bei Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron.

Bei dem am Abend im Élyséepalast geplanten Treffen sollte es um einen deutsch-französischen Vorstoß für eine europäische Forschungs- und Bildungsoffensive gehen, wie sie Macron bereits gefordert habe. Laschet ist auch deutsch-französischer Kulturbevollmächtigter.

"Covid-19 beschränkt die Möglichkeiten des zwischenmenschlichen Kontakts. Das stellt besonders Schule, Ausbildung, Studium und Weiterbildung vor große Probleme", erklärte Laschet. Deutschland und Frankreich könnten gemeinsam dazu beitragen, um in diesem Bereich gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

Gericht lehnt Eilantrag gegen Maskenpflicht an Schulen in Bayern ab

Die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen in Bayern bleibt bestehen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München lehnte am Montag einen Eilantrag ab, mit dem ein Gymnasiast die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung während des Unterrichts kippen wollte. Diese Maßnahme diene dem legitimen Zweck, die Weiterverbreitung des Coronavirus unter den Schülern und Lehrern zumindest zu reduzieren und hierdurch die Virusausbreitung in der Bevölkerung insgesamt einzudämmen, heißt es in der Entscheidung.

Das Gericht nannte die Maskenpflicht auch angemessen und verwies darauf, dass Betroffene im Einzelfall aus pädagogischen und medizinischen Gründen davon befreit werden können. Der Verwaltungsgerichtshof nannte die mit der Maskenpflicht verbundenen Einschränkungen als hinnehmbar. Sie trage dazu bei, den regulären Präsenzunterricht sicherzustellen und die Bildungsgerechtigkeit für alle Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten.

Innenminister: Sachsen-Anhalt kein Schwerpunkt rechter Corona-Demos

Sachsen-Anhalt ist nach Einschätzung von Landesinnenminister Holger Stahlknecht (CDU) kein Schwerpunkt rechtsextremer Demonstrationen gegen die Corona-Politik. "Die Behauptung, dass Rechtsextreme jetzt alle nach Sachsen-Anhalt kommen, um hier gegen die Corona-Politik zu demonstrieren, ist falsch", sagte Stahlknecht der Nachrichtenagentur DPA. "Man darf das nicht unterschätzen, aber wir haben das hier momentan im Griff." Der Schwerpunkt der Demonstrationen, auch der durch Rechtsextreme durchsetzten, liege in Berlin.

Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken, die der dpa vorliegt, war hervorgegangen, dass vor allem in Sachsen-Anhalt in den vergangenen Monaten Rechtsextremisten als Wortführer bei Demonstrationen gegen die Corona-Politik aufgetreten seien. So hätten die Behörden seit Ende April rund 90 derartiger Demos registriert, von denen mehr als ein Drittel in Sachsen-Anhalt stattgefunden habe.

Stahlknecht räumte ein, dass es rund 40 solcher Veranstaltungen in seinem Bundesland gegeben habe. Allein 26 davon gingen demnach allerdings auf den Rechtsextremisten Sven Liebich zurück. Der hatte auch schon vor der Coronakrise wöchentlich in Halle demonstriert.

Zehn bestätigte Corona-Fälle im Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos

Die Zahl der Menschen, die im überfüllten Migrantenlager von Moria auf der griechischen Insel Lesbos positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, ist auf zehn gestiegen. Nach einem ersten Fall vergangene Woche seien im Lager bisher 1000 Tests durchgeführt worden, berichtete das Staatsfernsehen (ERT) am Montag unter Berufung auf die Gesundheitsbehörde. Die Ergebnisse weiterer 1000 Tests stünden noch aus, so dass die Zahl der Infizierten sich noch erhöhen könne.

Eingeschleppt haben soll das Virus vergangene Woche ein 40 Jahre alter Mann aus Somalia, dem bereits im Juli Asyl gewährt worden war. Er sei von Lesbos aus nach Athen gereist, habe dort aber keine Arbeit gefunden und sei dann nach Moria zurückgekehrt, teilte das Migrationsministerium mit. Das Lager ist deshalb seit vergangenem Donnerstag für 14 Tage unter Quarantäne gestellt worden. In Moria leben derzeit rund 12 600 Flüchtlinge und Migranten bei einer Kapazität von gerade mal 2800 Plätzen.

Mitte August waren bereits auf der benachbarten Insel Chios im Lager von Vial fünf Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Ausbreitung des Virus konnte jedoch gestoppt werden, indem die Betroffenen isoliert wurden.

Dänemark besorgt über Corona-Entwicklung: Verschiebt private Feste

Um die Ausbreitung des Covid-19-Virus zu bremsen, hat die dänische Regierung am Montag in 17 Gemeinden im Großraum Kopenhagen und in Odense die Versammlungsgrenze wieder gesenkt. Statt 100 dürfen ab sofort nur noch 50 Personen an Veranstaltungen teilnehmen.

In den letzen 24 Stunden wurden 230 neue Fälle von Covid-19 gemeldet", sagte Gesundheitsminister Magnus Heunicke bei einer Pressekonferenz. In 21 Gemeinden sei jetzt die Grenze von 20 Infizierten pro 100.000 Einwohner überschritten. Seit dem Frühjahr sei die Zahl nicht so gestiegen. Besonders besorgniserregend sei die Lage in Kopenhagen und Odense. Die neu Infizierten seien überwiegend junge Leute zwischen 20 und 29 Jahren, fügte Kopenhagens Oberbürgermeister hinzu.

In den betroffenen Gemeinden müssen die Restaurants und Kneipen fortan um Mitternacht schließen. Es wird empfohlen, alle privaten Feste abzusagen. "Ich möchte Sie noch einmal bitten zu prüfen, ob die Party, die Sie nun feiern wollen, verschoben werden kann", sagte Heunicke. Es gebe Beispiele, wo eine Person bei einem privaten Fest viele andere angesteckt habe.

Biontech testet Impfstoff-Kandidaten nun auch in Deutschland

Das Mainzer Biopharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer dürfen ihren möglichen Corona-Impfstoff nun auch in Deutschland testen. Das Paul-Ehrlich-Institut habe die Erlaubnis dazu erteilt, teilte Biontech am Montag mit. Die weltweite Studie zu dem möglichen Impfstoff mit bis zu 30.000 Teilnehmern hatte Ende Juli begonnen. Für die klinische Untersuchung der Phasen II/III – mit dem Ziel einer Überprüfung der Wirksamkeit sowie möglicher Nebenwirkungen und der Bestimmung der geeigneten Dosis – war der Wirkstoff BNT162b2 als Hauptkandidat ausgewählt worden. Bis Montag haben sich den Angaben zufolge bereits 25.000 Testpersonen an der Studie beteiligt.

"Eine große, kontrollierte Phase-III-Studie ist eine wesentliche Voraussetzung, um die Sicherheit und Wirksamkeit eines Impfstoffs zweifelsfrei zu belegen", sagte der Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin. "Die Einbindung von Studienzentren in Europa, und nun auch in Deutschland, hat speziell zum Ziel, eine hiesige Zulassung zu unterstützen." Biontech und Pfizer peilen bei einem Erfolg der aktuellen klinischen Studie zu ihrem möglichen Corona-Impfstoff an, im Oktober den Antrag auf Marktzulassung zu stellen.

Patientenschützer: Zu früh für staatliches Gedenken an Corona-Tote

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz sieht die Zeit für ein staatliches Gedenken an die Corona-Toten noch nicht gekommen. Es ist zu früh, jetzt über eine Gedenkstunde für die Opfer der Corona-Pandemie zu sprechen. Schließlich ist Deutschland noch mitten in der Krise", sagte Vorstand Eugen Brysch der Nachrichtenagentur DPA. Erst wenn die Menschen hierzulande durch einen Impfstoff ausreichend geschützt seien, sollte über einen Staatsakt nachgedacht werden. "Dieser sollte aber nicht nur Opfer und Angehörige in den Blick nehmen, sondern auch diejenigen, die Tag für Tag geholfen haben, anderen in der Not beizustehen", sagte Brysch.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte eine offizielle Gedenkstunde für die Corona-Opfer ins Gespräch gebracht. "Der Corona-Tod ist ein einsamer Tod", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag). Viele seien in Kliniken und Altenheimen ohne Beistand ihrer Angehörigen gestorben, Hinterbliebene hätten nicht Abschied nehmen können. Wann der richtige Zeitpunkt und ob eine Gedenkstunde der richtige Rahmen sei, wolle er mit den Vertretern der anderen Verfassungsorgane besprechen, sagte Steinmeier.

Blockbuster unter Corona-Bedingungen: "Tenet" spielt in Nordamerika nur 20 Millionen Dollar ein

Der lange erwartete und wegen der Corona-Pandemie zunächst verschobene neue Film des Regisseurs Christopher Nolan, "Tenet", hat an acht Tagen seit seinem Start in den USA und Kanada nur magere 20 Millionen US-Dollar eingespielt – was in normalen Zeiten einen kolossalen Flop bedeuten würde. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 spielte Nolans Thriller "Inception" am Startwochenende allein knapp 63 Millionen Dollar ein.

Trotzdem zeigt sich das produzierende Studio Warner Bros. in einem ersten Statement betont zufrieden: "Wir befinden uns auf unbekanntem Territorium, jeder Vergleich mit der Welt vor Covid-19 wäre also ungerecht und ohne Basis." Rechnet man Produktion und Marketing zusammen, hat "Tenet" bisher allerdings rund 300 Millionen Dollar gekostet. Das weltweite Einspielergebnis beläuft sich nach aktuellen Angaben mit rund 146 Millionen aber immerhin auf etwa die Hälfte dieser Summe.

Gesamte Corona-Kommission der slowakischen Regierung in Quarantäne

Die gesamte Corona-Kommission der slowakischen Regierung hat sich in Quarantäne begeben, weil ein Mitglied am Wochenende positiv auf Covid-19 getestet wurde. Sowohl Gesundheitsminister Marek Krajci als auch der staatliche Hygiene-Beauftragte Jan Mikas bestätigten dies. Es handle sich um eine Präventivmaßnahme, schrieb Krajci auf Facebook. Das Gremium habe am vergangenen Donnerstag mehrere Stunden gemeinsam mit dem später positiv getesteten Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums eine Beratung über weitere Maßnahmen abgehalten. Dabei hätten aber alle Anwesenden einen Mund-Nasen-Schutz getragen, betonte der Gesundheitsminister. Alle Mitglieder der Kommission würden sich im Laufe der nächsten Tage einem Coronatest unterziehen und bis zum Vorliegen eines negativen Ergebnisses in Quarantäne bleiben.

Die 5,4 Millionen Einwohner zählende Slowakei verzeichnete bis heute nur 4.636 bestätigte Corona-Infektionsfälle und 37 coronabedingte Todesopfer. Damit gehört sie zu den am wenigsten von der Pandemie betroffenen Ländern Europas. Zuletzt sind die täglichen Neuinfektionen aber deutlich gestiegen.

Gerichtsurteil: Berliner Pop-up-Radwege sind rechtswidrig

Das Berliner Verwaltungsgericht hat einem Eilantrag gegen sogenannte Pop-up-Radwege in der Hauptstadt stattgegeben. Wegen "ernstlicher Zweifel an der Rechtmäßigkeit" für die acht temporären Radwege verpflichtete das Gericht die Verkehrssenatsverwaltung laut Mitteilung, die entsprechende Beschilderung zu entfernen. Die Voraussetzungen für die Einrichtung der Radwege in der Corona-Pandemie hätten nicht vorgelegen. Gegen den Beschluss ist Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg möglich.

Die Senatsverwaltung von Senatorin Regine Günther (Grüne) hatte die Radwege in der Coronakrise eingerichtet. Laut Gericht gab sie zur Begründung im Wesentlichen an, in der Pandemie sei es erforderlich, die systemrelevante Mobilität zu gewährleisten. Dass ein Großteil der Berliner kein Auto habe und der Mindestabstand in öffentlichen Verkehrsmitteln kaum einzuhalten sei, rechtfertige die Einrichtung der Radwege. Das Gericht beschied, zwar könne die Senatsverwaltung befristete Radwege einrichten. Allerdings dürften Radwege nur dort angeordnet werden, wo die Sicherheit und Belastung des Verkehrs "ganz konkret auf eine Gefahrenlage" hinwiesen und die Anordnung damit zwingend erforderlich sei. Eine solche Gefahrenlage habe die Senatsverwaltung nicht dargelegt. Auch könne die Pandemie nicht zum Anlass der Anordnungen genommen werden, da es sich dabei nicht um "verkehrsbezogene Erwägungen" handle.

Experten halten Lieferengpässe für Medikamente für möglich

In der Corona-Pandemie sehen Experten Risiken für zunehmende Lieferengpässe bei bestimmten Arzneimitteln und Impfstoffen. Deren Herstellung sei globalisiert und stark spezialisiert, schilderten der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) und die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Wenn es für einen wichtigen Wirkstoff nur einen Produzenten gebe und dieser von einem Lockdown betroffen sei, könne es schwerwiegende Folgen auch für die Versorgung in Deutschland haben, sagte Martin Schulz, Geschäftsführer Arzneimittel bei der ABDA.

Zu Beginn der Pandemie sei man in Sorge gewesen, dass zentrale Substanzen wie Propofol für künstliche Beatmung oder das in der Intensivmedizin nötige Adrenalin knapp werden, schilderte Ärztepräsident Klaus Reinhardt jüngst im "Tagesspiegel". Auch bei einigen Impfstoffen sei es vorübergehend zu Engpässen gekommen, was beunruhigend sei. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM/Bonn) liegen derzeit 317 Lieferengpassmeldungen vor (Stand 30.8.). Sie betreffen 138 Wirkstoffe, 87 von ihnen seien versorgungsrelevant.

Deutsche Industrie erholt sich nur noch leicht von Corona-Einbruch

Die deutsche Industrie hat sich den dritten Monat in Folge von dem Produktionseinbruch in der Coronakrise erholt. Allerdings fiel der Anstieg im Juli deutlich schwächer aus als erwartet. Im verarbeitenden Gewerbe habe die Fertigung im Monatsvergleich um 1,2 Prozent zugelegt, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Analysten hatten mit einem stärkeren Zuwachs um 4,5 Prozent gerechnet. Allerdings war der Anstieg im Juni stärker als bisher bekannt ausgefallen. Das Bundesamt revidierte den Zuwachs im Monatsvergleich auf 9,3 Prozent nach oben, nachdem zuvor nur ein Anstieg um 8,9 Prozent gemeldet worden war. In den Monaten März und April war die Produktion wegen der Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie deutlich gefallen. Seitdem konnte ein Teil des Einbruchs wettgemacht werden.

Dass die Krise immer noch schwer wiegt, zeigt der Jahresvergleich. Gegenüber dem Vorjahresmonat war die Gesamtherstellung im Juli um 10,0 Prozent rückläufig. Das Vorkrisenniveau wird immer noch klar unterschritten: Gegenüber Februar, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen, liegt die Gesamtproduktion 10,8 Prozent niedriger.

Indien nun bei Corona-Fällen weltweit auf zweitem Platz

Indien ist nun nach den USA das Land mit der weltweit zweithöchsten Zahl von registrierten Coronavirus-Infektionen. Laut einer auf Behördenangaben beruhenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden in Indien bis heute insgesamt 4,2 Millionen Ansteckungsfälle gezählt. Das Land setzte sich damit vor Brasilien, wo es 4,12 Millionen erfasste Infektionsfälle gibt. In den USA liegt die Zahl der verzeichneten Coronavirus-Infektionen bei 6,25 Millionen.

Bei der Zahl der Todesopfer der Pandemie liegt Indien aber weiterhin hinter den Vereinigten Staaten und Brasilien auf dem dritten Platz. 71.642 Todesfälle wurden in Indien bis heute gezählt. In Brasilien lag die Zahl der registrierten Corona-Toten bei rund 126.200, in den USA bei etwa 188.500. 

RKI meldet 814 Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts 814 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die gemeldeten Fallzahlen an Sonntagen und Montagen sind allerdings erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. 

Seit Beginn der Coronakrise haben sich demnach mindestens 250.799 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9325. Seit dem Vortag wurde kein weiterer Todesfall gemeldet. Bis heute früh hatten etwa 225.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Sonntag bei 1,10 (Vortag: 1,0). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

IG Metall fordert Wahlmöglichkeiten und klare Regeln für Homeoffice

Viele Beschäftigte in Deutschland wollen auch nach der Coronakrise häufig von zu Hause arbeiten. In einer Umfrage im Auftrag der IG Metall nannten es 59 Prozent besonders wichtig, selbst darüber entscheiden zu können, wann sie im Homeoffice und wann sie im Büro arbeiten. Ebenso häufig wurden gute digitale Kontaktmöglichkeiten zum Austausch mit Kollegen und Vorgesetzten genannt. Vor allem jüngere Arbeitnehmer wünschten sich zudem klar definierte Zeiten, zu denen sie erreichbar sein müssten.

Grundsätzlich ist der Digitalisierungsschub im Homeoffice bei den Angestellten gut angekommen: Die überwiegende Mehrheit von 78 Prozent würde in Zukunft gerne zumindest zeitweise zu Hause arbeiten, 11 Prozent wollen gleich ganz umziehen und nur 9 Prozent lieber wie gehabt die volle Zeit im Büro verbringen. 48 Prozent der Befragten hatten aber keinen abgetrennten Arbeitsbereich zur Verfügung, sondern sich in einem normalen Wohnraum eingerichtet. Auch für die Arbeitsmittel wie Bildschirm oder einen ordentlichen Stuhl musste jeder zweite zumindest teilweise selbst sorgen.

"Wir müssen jetzt raus aus dem heimischen Improvisationstheater und rein in eine professionelle Arbeitsumgebung", erklärte dazu IG-Metall-Vizechefin Christiane Benner. Die Beschäftigten bräuchten eine angemessene, ihren individuellen Bedarfen angepasste Ausstattung. Als "Minimal-Ausstattung" verlangte sie externe Maus und Tastatur, einen guten Bildschirm und einen ordentlichen Bürostuhl. "Die Kosten dafür muss der Arbeitgeber tragen. Homeoffice gibt es nicht zum Nulltarif." Benner kündigte an, dass die IG Metall das Recht auf gute Arbeit im Homeoffice durch Betriebsvereinbarungen absichern werde.

Spahn plädiert für Staatsakt für Corona-Tote

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unterstützt den Vorschlag eines Staatsakts für die Todesopfer der Corona-Pandemie in Deutschland. Er könne es "grundsätzlich nur richtig finden", dass "wir miteinander als Nation, als Gesellschaft" das Gedenken an die Corona-Opfer begehen, sagte der CDU-Politiker auf "Bild live". Der Staatsakt sollte nach seiner Ansicht zudem jenen gewidmet werden, für welche die Coronakrise "hart war im Alltag". Es sei wichtig zu zeigen, "dass wir wahrnehmen, welche Härten, welches Leid es gegeben hat und zum Teil bis heute noch gibt", betonte der Gesundheitsminister.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hatte bereits im Juli für einen Staatsakt für die deutschen Corona-Toten nach spanischem Vorbild plädiert. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kündigte am vergangenen Wochenende in einem Interview des Redaktionsnetzwerks Deutschland an, er werde mit Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht über eine offizielle Trauerveranstaltung für die Corona-Toten sprechen.

Auszahlung des Corona-Kinderbonus startet

Von heute an erhalten die Eltern von rund 18 Millionen Kindern in Deutschland 300 Euro extra pro Kind von den Familienkassen. Im September sollen zunächst 200, im Oktober dann noch einmal 100 Euro Corona-Kinderbonus ausgezahlt werden. Das Geld muss nicht beantragt werden; ausgezahlt wird es automatisch. Voraussetzung: Ein Kind muss mindestens einen Monat im Jahr 2020 Kindergeld bezogen haben.

Der Kinderbonus wird aber nicht zusammen mit dem Kindergeld ausgezahlt, sondern als eigene Zahlung. Wann das Geld konkret ausgezahlt wird, hängt von der Endziffer der Kindergeldnummer ab. Ist das eine Null, gehört man zu den ersten, der Rest folgt nach und nach. Union und SPD hatten den Kinderbonus im Juni mit ihrem Konjunkturpaket beschlossen. Es ist eines der Mittel, mit denen die Regierung die Folgen der Coronakrise abmildern will.

Corona und Grippe: Ärztevertreter warnen vor Laborengpässen

Ärztevertreter warnen vor wachsenden Engpässen bei den Laborkapazitäten in Deutschland. Die beginnende Grippesaison werde die Zahl der nötigen Abstriche vervielfältigen, sagte die Vorsitzende des Berufsverbands der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, der Funke Mediengruppe. Bereits jetzt seien die Laborkapazitäten knapp. Um Grippe- und Corona-Infektionen zu unterscheiden, sei in jedem Verdachtsfall ein Rachenabstrich nötig. "Bei steigenden Infektionszahlen müssen wir im Herbst mit größeren Engpässen und längeren Wartezeiten rechnen."

dho / tkr / rw / wue / fs / mad / sve / rös DPA AFP

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