Für saubere Luft daheim
Fünf Luftreiniger im Test: Welcher hilft am besten gegen dicke Luft?

Luftreiniger Test: Bosch-Modell auf einem Tisch
Dem Luftreiniger-Test müssen sich insgesamt fünf Modelle stellen. stern wollte wissen: Wer macht's am besten?
© Tobias Stahl / stern
Mit welchen Geräten wird die Luft wirklich rein – und welche Luftreiniger machen viel Wind um nichts? Fünf Geräte im großen stern Luftreiniger-Test 2026.

Pollen, Feinstaub, Tierhaare, Rauch und andere üble Gerüche: Raumluft kann jede Menge unangenehmer Begleiter mit sich führen – mit negativen Auswirkungen auf Konzentration, Wohlbefinden und Gesundheit. Mit einem Luftreiniger können Sie zu Hause allerdings etwas gegen schlechte Luft unternehmen, versprechen zumindest die Hersteller.

Wir wollten dieses Versprechen auf die Probe stellen und haben fünf Luftreiniger gründlich getestet. Wir wollten wissen, ob (und wie schnell) sie die Raumluft von Partikeln und üblen Gerüchen befreien können, ob sie dabei leise oder eher laut sind, wie simpel die Bedienung ist – und wie tief Sie dafür in die Tasche greifen müssen.

Luftreiniger-Test: Die ausgewählten Geräte

  1. Xiaomi Smart Air Purifier 4 zum Shop
  2. Levoit Core 300S zum Shop
  3. Philips PureProtect Mini 900 zum Shop
  4. Shark NeverChange MAX HP300EU zum Shop
  5. Bosch Air 4000 zum Shop

Weitere spannende Luftreiniger

Folgende Geräte wurden nicht selbst getestet, sind aber auch einen Blick wert:

Testergebnis: Diese Luftreiniger überzeugen

Vorab: Wir hatten keine Komplettausfälle im Test. Alle von uns getesteten Luftreiniger können die Schadstoff- und Geruchsbelastung in Innenräumen reduzieren – manche jedoch besser als andere. Die Effektivität der Geräte hängt zudem stark von deren Leistung im Verhältnis zur Raumgröße sowie von der individuellen Luftqualität ab.

Testsieger ist der Xiaomi Smart Air Purifier 4, weil er das beste Gesamtpaket aus Leistung, guter Verarbeitung und fairem Preis bietet. Der Luftqualitätssensor arbeitet präzise und reagiert zügig auf Veränderungen. Da der Xiaomi-Luftreiniger auch die höchste Luftreinigungskapazität („Clean Air Delivery Rate“, kurz: CADR) in unserem Test erzielt, reinigt er die Raumluft schnell, effektiv und vergleichsweise geräuscharm. Das Bedienkonzept ist intuitiv und wird ergänzt durch eine brauchbare App zur Anbindung ins Smarthome. Die Verarbeitung ist hochwertig – und noch dazu sieht der Xiaomi Smart Air Purifier 4 gut aus. Der Preis liegt zum Testzeitpunkt bei gut 200 Euro.

Preis-Leistungs-Sieger unseres Vergleichstests ist der Levoit Core 300S: Der eignet sich mit einem CADR-Wert von 240 m³/h zwar nicht für die ganz großen Räume – abseits davon macht er aber eine sehr gute Figur zu einem attraktiven Preis. Das Levoit-Gerät ist kompakt, reinigt aber dennoch effektiv und im Schlafmodus fast geräuschlos. Die Verarbeitung ist wertig, das Design dezent. Zusammen mit der App-Anbindung, den intelligenten Reinigungsmodi und der Auswahl an verschiedenen Ersatzfiltern für unterschiedliche Einsatzzwecke ergibt sich ein Top-Gesamtpaket zu einem vergleichsweise niedrigen Preis von rund 150 Euro.

Alle Details, Eindrücke und Testergebnisse finden Sie in den Einzeltests unter der Tabelle.

Tobias Stahl

Über den Tester

Was man nicht sehen kann, kann einem trotzdem das Leben schwer machen. Das bekomme ich als Heuschnupfen-Geplagter alljährlich mehrere Wochen lang zu spüren. Hinzu kommt, dass die Luftqualität an meinem Wohnort, einer Großstadt, nicht gerade die Beste ist: Feinstaub in Form von Smog, Reifen- und Bremsabrieb kann langfristig die Gesundheit beeinträchtigen – da hilft auch regelmäßiges Lüften nicht. Grund genug für mich, um der Frage nachzugehen, ob Luftreiniger die Luftqualität tatsächlich effektiv verbessern können.
Weitere Informationen über Tobias Stahl

Vergleichstabelle: Luftreiniger-Test

ModellXiaomi Smart Air Purifier 4Levoit Core 300SPhilips PureProtect Mini 900Shark NeverChange HP300EUBosch Air 4000Kärcher AF 30*Trotec AirgoClean 170+*Medion MD 10171*Bosch Air 1000*Philips AC0650*
Gesamteindruck 
(max. 5 Sterne)
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Testsieger
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Preis-Leistungs-Sieger
⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️Nicht in der WertungNicht in der WertungNicht in der WertungNicht in der WertungNicht in der Wertung
Maße (BxHxT)*250 x 555 x 250 mm 220 x 360 x 220 mm240 x 364 x 238 mm335 x 570 x 335 mm 291 x 500 x 291 mm260 × 486 × 260 mm292 × 663 × 292 mm228 × 400 × 228 mm205 × 270 × 205 mm237 × 341 × 243 mm
Gewicht*4,8 kg2,7 kg3,5 kg5,7 kg4 kg5,8 kg6,5 kg3,6 kg1,5 kg2,2 kg
Max. CADR/Luftdurchsatz*400 m³/h240 m³/h250 m³/h300 m³/h300 m³/h320 m³/h350 m³/h250 m³/h100 m³/h170 m³/h
empfohlene Raumgröße*48 m²50 m²65 m²130 m²62,5 m²60 m²42 m²52 m²20 m²44 m²
AktivkohlefilterJaJaJaJaJaJaJaJaJaNein
Entnehmbarer VorfilterNeinNeinNeinJaNeinNeinNeinNeinNeinNein
Kleinste gemessene PartikelgrößePM2.5PM2.5PM2.5 & Allergene (IAI)PM1PM2.5PM2.5PM2.5PM2.5PM2.5keine
NachtmodusJaJaJaNein (Beleuchtung deaktivierbar)JaJaJaJaJaJa
Auto-ModusJaJaJaJaJaJaJaJaJaNein
Max. Lautstärke (gerundet)35 dB42 dB38 dB37 dB49 dBnicht in der Wertungnicht in der Wertungnicht in der Wertungnicht in der Wertungnicht in der Wertung
Leistungsaufnahme*33 W22 W23 W54 W26 W36 W33 W23 W20 W12 W
App-SteuerungJaJaJaNeinNeinNeinNeinJaNeinJa
Filterpreisca. 32 bis 40 Euroca. 32 Euroca. 40 Eurokeine Angabeca. 50 Euroca. 36 Euroca. 8 Euroca. 20 Eurokeine Angabeca. 40 Euro
Filterintervall6 bis 12 Monate6 bis 8 MonateBis zu 12 MonateBis zu 5 JahreKeine Angabe – Gerät zeigt 
verbliebene Filterlebensdauer
Bis zu 12 MonateCa. 6 Monate6 bis 8 Monate6 bis 9 MonateBis zu 12 Monate
Preis (UVP)*249,00 Euro149,99 Euro169,99 Euro329,99 Euro199,99 Euro319,09 Euro195,99 Euro169,00 Euro89,99 Euro99,99 Euro

* Herstellerangabe

So haben wir die Produkte ausgewählt

Wir haben die Luftreiniger für unseren Vergleichstest anhand einer Reihe von Kriterien zusammengestellt: 

  • Markenbekanntheit: Wir haben Geräte von Markenherstellern bzw. solchen Herstellern gewählt, die im deutschsprachigen Raum eine gewisse Bekanntheit genießen.
  • Verfügbarkeit: Wir haben bei der Geräteauswahl darauf geachtet, dass die Luftreiniger in bekannten Onlineshops zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in ausreichender Menge verfügbar sind und der Hersteller einen deutsch- oder englischsprachigen Kundenservice bietet.
  • Feinstaub: Alle ausgewählten Geräte können zudem mindestens Feinstaubpartikel ab 2,5 µm erkennen und filtern.
  • Geruch: Außerdem werben die Hersteller aller von uns getesteten Geräte damit, dass die Luftreiniger auch unangenehme Gerüche aus der Luft entfernen können – in der Regel über den verbauten Aktivkohlefilter.

So haben wir getestet

Unser Vergleichstest startet mit dem klassischen Unboxing: Wir öffnen den Karton, sichten Gerät, etwaiges Zubehör sowie die Bedienungsanleitung und machen uns einen ersten Eindruck von Design, Verarbeitung und der Qualität der Herstellerhinweise. Unter anderem wollten wir dabei wissen, ob die Luftreiniger ihrer Abbildung entsprechen und welche Schritte wir befolgen müssen, bevor wir das Gerät in Betrieb nehmen können. Ein sinnvolles Produktdesign und die Verarbeitungsqualität sind in unserem Test ein Bewertungsfaktor.

Vor der Inbetriebnahme haben wir außerdem gründlich die Gebrauchsanweisungen der Geräte studiert. Wir wollten wissen, was wir vor der ersten Benutzung beachten müssen, wie wir das Gerät bedienen und welche Funktionen es beherrscht. 

Anschließend ging es ans Eingemachte: Um die Reinigungsleistung der Geräte zu testen, haben wir sie jeweils einzeln in einem rund 22 Quadratmeter großen Raum mit geschlossenen Fenstern und Türen und mit hinreichend Abstand zur nächsten Wand aufgestellt. Zunächst ließen wir die Luftreiniger eine Zeit lang laufen, um einheitliche Bedingungen zu schaffen. Sobald die Feinstaubkonzentration im Raum sich nicht weiter verbesserte, was in der Regel bei einem PM2.5-Wert von 5 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) der Fall war, starteten wir den eigentlichen Test: Wir haben ein Räucherstäbchen angezündet und es jeweils 3 Minuten lang brennen lassen, um die Feinstaubkonzentration im Raum zu erhöhen. Wir wollten wissen, wie schnell die Geräte im Automatikmodus die gestiegene Feinstaubkonzentration registrieren, wie sie darauf reagieren und wie lange es dauert, bis die PM2.5-Konzentration wieder unter 10 µg/m³ liegt. Die Messgenauigkeit der Luftreiniger haben wir dabei permanent mit einem separaten Partikelmessgerät überprüft. Wir haben die Geräte außerdem auf der jeweils höchsten Stufe sowie – falls vorhanden – im Schlaf- oder Nachtmodus getestet, um ihre Leistung und Lautstärke in diesen Situationen zu prüfen. Die Reinigungsleistung der Geräte ist der wichtigste Bewertungsfaktor in unserem Test – dazu gehört auch die (subjektiv wahrgenommene) Leistung im Kampf gegen Gerüche, die in der Regel in Form flüchtiger organischer Verbindungen (VOCs) auftreten.

Mit Blick auf die Filter in den Luftreinigern wollten wir vor allem wissen, wie dick die Aktivkohleschicht ist, die für das Beseitigen von Gerüchen unerlässlich ist, und ob der Vorfilter, der Tierhaare und grobe Partikel auffängt, sich problemlos reinigen lässt. Auch die vom Hersteller empfohlene Lebensdauer der Filter bzw. die empfohlenen Wechselintervalle flossen – zusammen mit dem Preis für einen Ersatzfilter – in unsere Bewertung ein.

Die Einfachheit des Bedienkonzepts sowie die Vielfalt in der Modusauswahl waren ebenso Teil der Gesamtwertung. Abzüge gab es beispielsweise, wenn wir bestimmte Gerätefunktionen nur über die Smartphone-App steuern oder die Beleuchtung am Gerät nicht ausschalten oder zumindest dimmen konnten.

1. Unser Testsieger: Xiaomi Smart Air Purifier 4

Design & Verarbeitung: Als einziger Luftreiniger in unserem Test zeigt der Xiaomi Smart Air Purifier 4 Kante: Er ist nicht rund, sondern eher würfelförmig. Auf allen vier Seiten befinden sich Lufteinlässe, der Luftauslass nimmt die Oberseite ein. Informationen zur aktuellen Luftqualität, zum gewählten Modus, aber auch zur Temperatur und Luftfeuchtigkeit erhalten wir auf einem kreisrunden OLED-Touch-Display an der Vorderseite. Mit Ausnahme des animierten Displays ist die Optik des mattweißen Geräts jedoch im besten Sinne zurückhaltend. Dank der viereckigen Bauweise passt der Xiaomi Smart Air Purifier 4 auch besser in die Zimmerecke, wenngleich wir im Betrieb einen Abstand von mindestens 20 Zentimetern zu Wänden und Möbeln einhalten sollten. An den Filter gelangen wir über einen Deckel auf der Rückseite des Geräts. Ein Magnetmechanismus hält den Deckel an Ort und Stelle – Details wie diese wirken wertig und durchdacht. Das Gerät misst die Luftqualität über einen Lasersensor auf der Rückseite, der laut Hersteller Partikel bis zu einer Größe von 0,3 μm erkennen kann.

Bedienung: Wir bedienen den Xiaomi Smart Air Purifier 4 entweder direkt über das Touch-Display oder über die Hersteller-App fürs Smartphone, mit der wir das Gerät auch ins Smarthome einbinden. Die Inbetriebnahme gelingt uns problemlos, ebenso das Verbinden mit der App. Die Bedienung direkt am Gerät ist selbsterklärend: Einer der beiden Buttons schaltet das Gerät an oder aus, der andere wechselt durch die Modi. Allerdings verfügt das Gerät über weitere Funktionen, die wir nur über die App steuern dürfen: Der Luftreiniger ionisiert die Umgebungsluft auf Wunsch negativ, wodurch sich die Reinigungsleistung verbessern soll. Die Ionisierungs-Funktion aktivieren wir jedoch nur über die App, nicht direkt am Gerät. Auch Zeitpläne richten wir nur über die App ein, ebenso sind die Einstellungen für den individuellen Reinigungsmodus nur App-Nutzern vorbehalten. Dass wir einige so zentrale Funktionen des Geräts nur über die App steuern dürfen, obwohl der OLED-Bildschirm hier deutlich mehr ermöglichen würde, ist ein echtes Manko für alle, die kein Smartphone benutzen. Smarthome-Abläufe, mit denen wir den Luftreiniger beispielsweise automatisch aktivieren, wenn wir gerade den Einzugsbereich des heimischen WLANs betreten oder das Büro-WLAN verlassen, richten wir ebenfalls nur über die App ein – das kann der Hersteller mutmaßlich nicht anders umsetzen. Immerhin: Die App präsentiert sich in unserem Test als performant, stabil und intuitiv verständlich. Die Kindersicherung aktivieren wir allerdings direkt am Gerät, auch den Bildschirm schalten wir über einen separaten haptischen Knopf auf der Geräterückseite ein und aus oder dimmen ihn. 

Reinigungsleistung: Mit einer Luftreinigungskapazität von 400 m³/h ist der Xiaomi Smart Air Purifier 4 auf dem Papier das leistungsstärkste Gerät in unserem Test. Dabei merken wir ihm das weder am Gewicht noch an der Größe an. In unserem Räucherstäbchen-Test misst der Sensor die Partikelkonzentration recht präzise, die Werte stimmen weitestgehend mit den Werten unseres Referenzgeräts überein. Auch einen Anstieg der Partikelkonzentration registriert das Gerät flink und fährt anschließend die Reinigungsleistung hoch. Bei einem PM2.5-Ausgangswert von 5 μm/m³ und einem Spitzenwert von rund 120 μm/m³ nach dem Anzünden des Räucherstäbchens, benötigt der Xiaomi Smart Air Purifier 4 im Auto-Modus knapp 20 Minuten, bis der PM2.5-Wert wieder unter 10 liegt. Im Automatikmodus messen wir in etwa einem Meter Abstand eine noch angenehme Lautstärke von maximal 30 dB. Das ist Bibliotheksniveau. Die Geräuschkulisse ist zudem gleichbleibend und daher kaum störend. Auf maximaler Leistung ist der Luftreiniger mit etwa 35 dB schon merklich lauter, während er im Nachtmodus allenfalls auf Flüsterlautstärke arbeitet. Auch die Reinigungsleistung fällt auf maximaler Leistung höher aus als im Automatikmodus. Gerüche bindet das Gerät binnen relativ kurzer Zeit zuverlässig. Smart: Im individuellen Modus, den wir nur über die App aktivieren, legen wir fest, wie groß der Raum ist, in dem der Luftreiniger steht – dann passt das Gerät seine Arbeitsweise an den abzudeckenden Bereich an. Klug ist das, weil die Luftreinigungskapazität allein nicht bestimmt, ob ein Luftreiniger effektiv die Umgebungsluft säubert. Vielmehr muss die Leistung zur Raumgröße passen: Für eine effektive Reinigungsleistung sollte der Luftreiniger mindestens drei bis vier vollständige Luftwechsel pro Stunde durchführen können – hier gilt: je mehr bzw. je schneller, desto besser. Mit Blick auf die Ionisierungs-Funktion haben wir gemischte Gefühle: Durch die negative Ionisierung der Luft sollen Partikel verklumpen und schneller an Oberflächen hängen bleiben, wodurch die Menge schwebender Partikel in der Luft sinken soll. Sauberer wird es dadurch allerdings nicht, da die verklumpten Partikel nicht zwingend im Filter landen und sie später wieder aufwirbeln könnten. Außerdem kann bei der Ionisierung Ozon in geringen Mengen entstehen. Ozon bindet zwar ebenfalls Gerüche, kann bei hohen Konzentrationen, also etwa in sehr kleinen Räumen, jedoch auch die Atemwege reizen oder zu Kopfschmerzen führen. Als Ergänzung zum verbauten Filter kann die Ionisierungsfunktion dennoch ein deaktivierbares Nice-to-have sein, dessen Effektivität wir allerdings nicht prüfen können.

Luftreiniger Test: Xiaomi Smart Air Purifier 4
Auf dem Display zeigt der Xiaomi-Luftreiniger neben der Luftqualität auch die aktuelle Temperatur und Luftfeuchte an
© Tobias Stahl / stern

Fazit: Der Xiaomi Smart Air Purifier 4 sichert sich in unserem Vergleichstest den Gesamtsieg: Mit der höchsten Luftreinigungskapazität unter den Testgeräten und dem präzisen Sensor reagiert der Xiaomi-Luftreiniger zügig auf veränderte Luftbedingungen und steuert effektiv gegen. Auch Bedienung und App überzeugen – wenngleich es ein unnötiges Manko ist, dass zentrale Funktionen ausschließlich über das Smartphone zugänglich sind. Die Ionisierungsfunktion bleibt ein nettes Extra mit unklarer Effektivität, dafür arbeitet das Gerät im Schlafmodus sehr leise und auf Wunsch ohne jegliche Beleuchtung. Mit einem Preis von gut 200 Euro zum Testzeitpunkt ist der Xiaomi zwar kein Schnäppchen – er rechtfertigt seinen Preis aber durch die sehr starke Leistung bei angenehmer Lautstärke, die durchdachte Verarbeitung und das schnieke Design mit OLED-Touch-Display.

2. Durchdachter Preis-Leistungs-Sieger: Levoit Core 300S

Design & Verarbeitung: Mit einer Höhe von nur rund 36 Zentimetern zählt der zylinderförmige Levoit Core 300S zu den kompaktesten Geräten in unserem Test. Dennoch soll der Luftreiniger eine Luftreinigungskapazität von 240 m³/h erreichen, womit er laut Hersteller für Räume bis etwa 50 Quadratmeter geeignet ist. Zumindest rechnerisch stimmt das, wenn man eine Deckenhöhe von maximal 2,40 Metern annimmt. Die Lufteinlässe befinden sich ringsum auf der unteren Hälfte des Geräts, der Luftauslass und das Bedienpanel befinden sich auf der Oberseite. Dort informiert uns außerdem ein farbiger Leuchtring über die aktuelle Luftqualität. Insgesamt macht der Levoit Core 300S trotz seiner kompakten Größe und seines vergleichsweise geringen Gewichts einen wertigen Eindruck – alles sitzt, nichts klappert, das Stromkabel ist mit rund 180 Zentimetern angemessen lang und die Bedienungsanleitung ist bebildert und gut verständlich.

Bedienung: Auf die Verpackung des Core 300S hat Levoit eine Schnellstartanleitung gedruckt, mit deren Hilfe wir das Gerät einfach in Betrieb nehmen. Nach dem Unboxing entnehmen wir den Filter über die Unterseite des Geräts, um ihn von seiner Plastikverpackung zu befreien, dann kann es auch schon losgehen. Das Bedienpanel auf der Oberseite beherbergt sieben Tasten: die An/Aus-Taste sowie separate Tasten für die Lüftergeschwindigkeit, den Schlafmodus, Auto-Modus, Timer, die Gerätebeleuchtung sowie eine Taste für die Kindersicherung. Auf dem Bedienpanel gibt uns das Gerät auch Informationen zur WLAN-Verbindung, bei einem notwendigen Filterwechsel und zum gegebenenfalls aktivierten Timer – nicht jedoch über den aktuellen PM2.5-Wert. Dafür müssen wir in die Smartphone-App wechseln. Das ist ein kleines Manko, aber immerhin gibt der farbige Leuchtring in vier Farben eine ungefähre Auskunft. Die App verbinden wir dann ohne Probleme mit dem Gerät. Dort entdecken wir, dass es für den smarten Auto-Modus weitere Einstellmöglichkeiten gibt: Neben dem klassischen gibt es einen leisen Auto-Modus, der die Leistung zwar ebenfalls an der aktuellen Luftqualität orientiert, aber niemals auf maximale Leistung schaltet. Zudem gibt es einen Modus, der je nach Größe des Zimmers so lange auf maximaler Stufe arbeitet, bis das Gerät die gesamte Raumluft getauscht hat. Über die App verbinden wir das Gerät außerdem mit Alexa oder Google Home, dann hört es auch auf Sprachbefehle. Auch einen Zeitplan mit den gewünschten Betriebsstunden erstellen wir über die App.

Reinigungsleistung: In unserem Räucherstäbchen-Test registriert der Levoit Core 300S nach rund zweieinhalb Minuten, dass etwas nicht stimmt und regelt entsprechend seine Leistung hoch. Dabei deckt sich der Partikelwert, den der geräteeigene Sensor ermittelt, größtenteils mit den Werten, die unser separates Partikelmessgerät registriert. Im Auto-Modus „Still“ müht sich das Gerät recht lange ab und kann die Partikelbelastung nur langsam reduzieren. Schalten wir auf den sogenannten normalen Automatikmodus, in dem das Gerät auch auf maximaler Stufe laufen darf, ist die Reinigungsleistung auch merklich besser. Allerdings ist der Core 300S auf höchster Stufe auch relativ laut: Wir messen rund 42 dB in knapp einem Meter Entfernung. Für manche dürfte das zum Arbeiten und Konzentrieren noch leise genug sein, andere könnten sich von dieser Lautstärke gestört fühlen. Lassen wir dem Levoit-Gerät freien Lauf, kann es die Partikelkonzentration im Raum auch zielstrebig und zügig reduzieren. Im Schlafmodus ist der Luftreiniger kaum noch zu hören, auch im stillen Automatikmodus bleibt es bei Flüsterlautstärke. Bei der Beseitigung von Gerüchen schlägt sich das Gerät ordentlich – Wunder dürfen Sie angesichts der kompakten Größe und begrenzten Leistung jedoch nicht erwarten. Spannend: Levoit bietet unterschiedliche Ersatzfilter je nach Einsatzzweck. Neben dem dreistufigen Standardfilter gibt es auch dreistufige Haustierallergie-, Toxin- und Schimmelsporen-/Bakterien-Filter, die jedoch nicht Teil unseres Tests waren. Mit einem empfohlenen Wechselintervall von sechs bis acht Monaten und rund 32 Euro für einen Ersatzfilter halten sich die laufenden Kosten beim Levoit Core 300S im Rahmen. Selbiges ist auch über den Stromverbrauch zu sagen, der mit maximal rund 22 Watt vergleichsweise niedrig ausfällt.

Luftreiniger Test: Levoit Core 300S
Über die sechs Tasten am Levoit Core 300S nehmen wir fast alle Einstellungen vor – bestimmte Funktionen verstecken sich aber in der App
© Tobias Stahl / stern

Fazit: In unserem Vergleichstest präsentiert sich der Levoit Core 300S als fähiger Luftreiniger für kleinere und mittelgroße Räume mit dezentem Design und einigen smarten Funktionen. Trotz der kompakten Größe überzeugt uns die Reinigungsleistung. Gerade auf den höheren Leistungsstufen arbeitet das Gerät effektiv – allerdings kann es dabei lauter werden. Dafür ist der Core 300S im Schlafmodus nahezu unhörbar und leistet im Auto-Modus in typischen Alltagsszenarien eine mehr als ordentliche Arbeit. Die App-Anbindung mit sinnvollen Zusatzmodi, die flexible Ersatzfilterauswahl und die solide Verarbeitung runden das Gesamtbild ab: Mit einem Preis von nur rund 150 Euro zum Testzeitpunkt qualifiziert sich der Levoit Core 300S als unser Preis-Leistungs-Tipp.

3. Besonders leise im Nachtmodus: Philips PureProtect Mini 900 Series

Design & Verarbeitung: Mit dem PureProtect Mini 900 schickt Philips einen dezent gestalteten Luftreiniger ins Rennen: Das mattschwarze, zylinderförmige Gerät ist besonders kompakt und dürfte auch in kleinen Räumen problemlos einen Platz finden, ohne zu stark aufzufallen. Auch das Philips-Gerät saugt die Umgebungsluft über rundum platzierte Lüftungsschlitze auf der unteren Gerätehälfte an und stößt gereinigte Luft über den Luftauslass auf der Oberseite aus, wo sich auch das Bedienpanel befindet. Stellenweise wirkt die Verarbeitung des PureProtect Mini 900 nicht wirklich wertig: Der mattschwarze Kunststoff sieht zwar schick aus und fasst sich angenehm an, allerdings wirken einige der Kunststofflamellen am Lufteinlass sehr zerbrechlich. Gut möglich, dass die Lamellen einen versehentlichen Tritt gegen das Gerät nicht überleben würden – der Luftreiniger ist auf einem Tisch oder Regal wohl besser aufgehoben.

Bedienung: Das Bedienfeld des Philips PureProtect Mini 900 kommt mit nur drei berührungsempfindlichen Touch-Tasten aus: einer Ein-/Aus-Taste, einer Taste für die Moduswahl und einer zum Dimmen oder Ausschalten der Beleuchtung. Bei der Modusauswahl stehen uns der Automatikmodus, mittlere Leistung, Turbomodus und der Nachtmodus zur Verfügung. Eine Segmentanzeige informiert über die aktuelle PM2.5-Konzentration. Eine weitere, in einer von vier Farben unterlegte Leuchtanzeige zeigt auch aus größerer Entfernung die ungefähre Luftqualität in vier Stufen an. Kleine Leuchtsymbole geben weitere Informationen preis, etwa, ob die Kindersicherung oder WLAN-Verbindung aktiv ist. Dank letzterer können wir das Philips-Gerät auch über die „Air+“-Smartphone-App bedienen, die mittels Standortdiensten unter anderem Infos zur lokalen Luftqualität bereithält. Die App zeigt neben der aktuellen PM2.5-Belastung auch die Allergenkonzentration in der Luft – ein klarer Pluspunkt für Allergiker. Hier haben wir außerdem die Möglichkeit, intelligente Zeitpläne für den Luftreiniger einzurichten. Ohne eine Anbindung an die beiden unterstützten Dienste Google Home und Alexa bleiben die Zeitpläne aber wenig intelligent.

Reinigungsleistung: Die Luftreinigungskapazität des PureProtect Mini 900 ist mit 250 m³/h eigentlich ansehnlich, allerdings schränkt die kompakte Bauform des Luftreinigers dessen Leistung ein. Im Automatikmodus schaltet das Gerät zudem maximal auf mittlere Leistung, aktiviert jedoch auch bei hoher Partikelkonzentration nicht den Turbomodus. Zwar registriert das Philips-Gerät in unserem Räucherstäbchen-Test die Verschlechterung der Luftqualität schnell, kämpft dann aber relativ lange damit, die Partikelkonzentration wieder auf einen Wert unter 10 Mikrogramm pro Kubikmeter zu drücken. Dafür ist die Lautstärke auf mittlerer Leistung angenehm. Deutlich effektiver und schneller reinigt das Gerät indes im Turbo-Modus, der mit einer Lautstärke von rund 37 Dezibel ebenfalls noch im annehmbaren Bereich bleibt. Bei der Entfernung von unangenehmen Gerüchen hat es der Philips-Luftreiniger aber schwer – das können die anderen Geräte im Test merklich besser. Dementsprechend gehen wir davon aus, dass die vom Hersteller empfohlene maximale Raumgröße von 65 Quadratmetern deutlich zu groß wäre. In kleinen bis mittelgroßen Räumen leistet der Luftreiniger jedoch eine ordentliche Arbeit. Ein großer Pluspunkt für Leichtschläfer: Wir können zum einen die Beleuchtung und Signaltöne deaktivieren, zum anderen ist der PureProtect Mini 900 im Schlafmodus nahezu lautlos.

Luftreiniger Test: Philips PureProtect Mini 900 Series
Philips beschränkt sich beim PureProtect Mini 900 auf drei Tasten – mehr braucht es auch nicht
© Tobias Stahl / stern

Fazit: In unserem Test punktet der Philips PureProtect Mini 900 vor allem mit seiner namensgebenden, kompakten Bauweise, einem simplen Bedienkonzept und einem nahezu lautlosen Nachtmodus. Damit ist der Philips-Luftreiniger eine passende Wahl für Schlafzimmer oder sehr ruhige Arbeitsumgebungen. Auch die WLAN-Anbindung mit der performanten App sowie die Zusatzinfos zur Allergenbelastung machen einen positiven Eindruck. Bei der Reinigungsleistung zeigt das Gerät aber kleinere Schwächen: Wenn die Luftqualität mal wirklich schlecht ist, bleibt es im Auto-Modus zu zurückhaltend, erst im Turbo-Modus liefert es überzeugende Ergebnisse. Für kleine bis mittelgroße Räume ist die Leistung insgesamt aber ausreichend, wenngleich die vom Hersteller angegebene Raumgröße deutlich zu optimistisch scheint. Wer einen besonders kompakten Luftreiniger sucht, wird hier zu einem recht niedrigen Preis von knapp 140 Euro zum Testzeitpunkt fündig – wer maximale Leistung sucht, ist mit einem anderen Gerät besser beraten.

4. Für große Räume und Büros: Shark NeverChange Air Purifier Max HP300EU

Design & Verarbeitung: Das erste, was uns auffällt, nachdem wir den Shark NeverChange ausgepackt haben: seine Größe. Schauen wir allein auf die Abmessungen, ist der Shark NeverChange zwar nur etwas größer als der Xiaomi-Luftreiniger, er wirkt aber wuchtiger und raumgreifender. Das dürfte an seiner runden Bauform und an den großen, seitlichen Lufteinlässen liegen, die wie Kiemen vom Gerät abstehen – und deren Optik ist Geschmacksfrage. Das Bedienpanel befindet sich oben auf dem Luftauslass, vorn am Gerät befindet sich ein separates Display, das die aktuelle Luftqualität anzeigt: standardmäßig in Prozent, durch Druck auf den Modusknopf schalten wir auf Wunsch durch die aktuelle PM1-, PM2.5- und PM10-Belastung. Der Shark NeverChange Max ist das einzige Gerät in unserem Test, das auch Partikel mit einem Durchmesser von 1 µm misst. Eine weitere Besonderheit des Luftreinigers: Im Luftauslass ist Platz für eine Duftkartusche, die zum Lieferumfang gehört. Die Kartusche, letztlich eine Art Lufterfrischer, können wir auf Wunsch ins Gerät einstecken und über einen Drehmechanismus einstellen, wie viel Duft sie an die Umgebung abgeben soll. 

Bedienung: Die Bedienungsanleitung des Shark NeverChange Max HP300EU ist recht spartanisch: Schwarz-weiß und auf dünnem Papier gedruckt, umfasst die deutsche Kurzanleitung lediglich vier Seiten, von denen zwei die Warnhinweise enthalten. Ein abgedruckter QR-Code leitet uns auf die Hersteller-Website weiter, wo wir eine etwas ausführlichere Anleitung herunterladen – das ginge auch unkomplizierter. Die Bedienung selbst ist indes simpel: Gerät einschalten, gegebenenfalls den Modus wechseln und auswählen, welchen Wert das Gerät auf dem Display ausgeben soll. Über das Bedienpanel schalten wir das Gerät ein und aus und wechseln durch die verschiedenen Modi. Hier deaktivieren wir zudem die Beleuchtung oder dimmen sie, setzen einen Timer für die Abschaltung, aktivieren die Kindersicherung und sehen die verbleibende Lebensdauer des Filters ein. Der Shark NeverChange verfügt über entnehmbare Vorfilter, die wir wie eine Art Schublade nach oben aus dem Gerät ziehen und bei Bedarf mit einem Tuch oder dem Staubsauger reinigen. 

Reinigungsleistung: Mit einer Luftreinigungskapazität von 300 m³/h soll der Shark-Luftreiniger laut Hersteller für Räume von bis zu 130 Quadratmetern Größe geeignet sein. Zum Vergleich: Unser Testsieger von Xiaomi schafft bis zu 400 m³/h, der Hersteller empfiehlt das Gerät aber für Räume von maximal 48 Quadratmetern. Wir rechnen nach: Für eine spürbare Luftreinigung sollte das Gerät mindestens zwei vollständige Luftwechsel pro Stunde schaffen, besser mehr. Bei einer angenommenen Deckenhöhe von 2,50 Metern hätte ein 130 Quadratmeter großer Raum bereits ein Volumen von 325 Kubikmetern – das Gerät würde also nicht mal einen Luftwechsel pro Stunde schaffen. Bei der gleichen Deckenhöhe und mindestens zwei Luftwechseln pro Stunde sollte der Raum maximal 60 Quadratmeter groß sein. Der Hersteller verspricht außerdem, dass wir den Filter im Idealfall bis zu fünf Jahre lang nicht wechseln, und verweist auf einen Test, dem allerdings ein nur 28 Quadratmeter großer Raum bei immerhin zwölf Stunden täglicher Betriebszeit zugrunde liegt. Wir können die Angaben nicht überprüfen oder nachvollziehen, empfinden fünf Jahre jedoch als arg langen Zeitraum. In unserem rund 22 Quadratmeter großen Testraum schlägt sich der Shark NeverChange aber gut: Die Sensoren messen präzise, die Geräuschentwicklung hält sich mit rund 37 Dezibel auf höchster Leistung im Rahmen. Auf Verschlechterungen der Luftqualität reagiert der Shark-Luftreiniger sehr zügig und steuert effektiv dagegen an. In unserem Räucherstäbchen-Test benötigt das Gerät im Auto-Modus weniger als 20 Minuten, um die PM2.5-Konzentration wieder auf einen Wert von unter 5 zu drücken. Von der beigelegten Duftkartusche erwarten wir uns zunächst nicht viel, sind aber positiv überrascht: Wenn wir sie einstecken und den Luftreiniger laufen lassen, breitet sich ein dezenter, aber angenehmer Duft im Raum aus, der an Waschmittel erinnert. Dennoch sind wir zwiegespalten: Ziel eines Luftreinigers ist es, die Raumluft auch von Gerüchen in Form flüchtiger organischer Verbindungen zu reinigen – gerade für Allergiker und empfindliche Personen dürfte es deshalb nicht wünschenswert sein, wenn weitere VOCs in die Luft abgegeben werden. In diesem Fall können Sie aber auch einfach auf den Einsatz der Kartusche verzichten. Sollte außerdem einmal ein Filterwechsel anstehen, könnte es Probleme geben: Der Hersteller verweist dafür auf seine Website, dort gibt es jedoch keine Ersatzfilter zu kaufen. Auch abseits der Website finden wir nur Ersatzfilter von Fremdherstellern.

Luftreiniger Test: Shark NeverChange Air Purifier Max HP300EU
Als einziger Luftreiniger in unserem Test misst der Shark NeverChange MAX auch Partikel der Größe PM1
© Tobias Stahl / stern

Fazit: Der Shark NeverChange Air Purifier Max HP300EU macht im Alltag einen soliden Eindruck: Die Sensorik arbeitet zuverlässig, die Reinigungsleistung ist in mittelgroßen Räumen überzeugend und auch die Lautstärke bleibt im Rahmen. Dazu kommen praktische Extras wie die entnehmbaren Vorfilter oder die Duftkartusche. Gleichzeitig bleibt in unserem Test aber ein schaler Beigeschmack zurück: Die vom Hersteller beworbenen Raumgrößen wirken deutlich zu optimistisch, und auch das Versprechen extrem langer Filterlaufzeiten können wir nur bedingt nachvollziehen. Hinzu kommt, dass wir aktuell keine offiziellen Ersatzfilter vom Hersteller finden können – ein nicht unerheblicher Unsicherheitsfaktor angesichts eines Kaufpreises von rund 330 Euro. Wer über die vollmundigen Versprechen des Herstellers hinwegsehen kann, bekommt mit dem Shark-Gerät einen brauchbaren Luftreiniger – für den Gesamtsieg reicht es jedoch nicht.

5. Schickes Design mit Makeln: Bosch Air 4000

Design & Verarbeitung: Das Design des Luftreinigers Bosch Air 4000 überzeugt auf den ersten Blick: Die angeschrägte Oberseite mit dem Bedienpanel, die gebogenen Lamellen am Luftauslass, der wertig anmutende, weiße Kunststoff und ein farbiger LED-Leuchtring, der sich oben um das Gerät zieht und über die aktuelle Luftqualität informiert – das wirkt stimmig und hochwertig. Die Lamellen am Lufteinlass, der die untere Hälfte des Luftreinigers einnimmt, sind deutlich breiter als etwa beim Philips-Gerät – dementsprechend wirkt der Bosch Air 4000 stabiler. Gleichzeitig fragen wir uns, ob etwas größere Lufteintrittsöffnungen die Reinigungsleistung nicht eventuell verbessern würden. Insgesamt wirken Design und Verarbeitung des Bosch-Geräts aber schick und durchdacht.

Bedienung: Das Bedienpanel auf der Oberseite des Bosch Air 4000 verfügt über sechs berührungsempfindliche Touch-Tasten zum Ein- und Ausschalten, für das Wechseln der Modi, die Timer-Funktion, zur Überprüfung des Filterzustands und zwei separate Tasten für den Nacht- und Auto-Modus. Hier schalten wir auch die Kindersicherung sowie die Beleuchtung an oder aus. Über eine Digitalanzeige gibt der Luftreiniger die aktuelle PM2.5-Konzentration aus. Wir schließen das Gerät ans Stromnetz an – Bosch legt dem Air 4000 zwei Steckeradapter für europäische und britische Steckdosen bei. Dank der selbsterklärenden Symbole auf dem Bedienfeld finden wir uns sofort mit dem Gerät zurecht.

Reinigungsleistung: Erst als der Bosch-Luftreiniger sich an die Arbeit macht, offenbart er seine Schwachstellen: Im niedrigsten Reinigungsmodus gibt der Air 4000 ein leises, aber kontinuierliches Pfeifen oder Heulen von sich, das wir nur schwer ausblenden können. Im Nachtmodus ist der Luftreiniger indes nahezu lautlos. Obwohl der Bosch Air 4000 die Luftqualität kontinuierlich misst, erkennt das Gerät beim Räucherstäbchen-Test die Verschlechterung der Luftqualität eher zögerlich. Der vom Gerät ermittelte PM2.5-Wert weicht häufig von den Angaben unseres separaten Partikelmessgeräts ab, bisweilen um 15 bis 20 Prozent. Das Gerät reagiert zwar leicht verzögert, letztlich reagiert es aber und fährt seine Leistung entsprechend hoch. Auf den höheren Leistungsstufen verschwindet das störende Heulen des Lüfters, die Lautstärke liegt auf maximaler Leistung mit etwa 38 Dezibel noch im Rahmen. Zwar reduziert der Bosch Air 4000 die Partikelkonzentration effektiv, wenn er sich erst an die Arbeit macht – der Sensor bewertet die Partikelkonzentration im Vergleich zu unserem Referenzgerät aber teilweise zu optimistisch und reduziert seine Leistung etwas zu früh. Das können wir umgehen, indem wir das Gerät einfach dauerhaft auf einer hohen Stufe betreiben – optimal ist das jedoch nicht. Hinzu kommt, dass das Bosch-Gerät durch die kontinuierliche Messung der Luftqualität stellenweise übernervös reagiert: Fluktuiert die gemessene PM2.5-Konzentration um einen bestimmten Wert, kann es passieren, dass der Luftreiniger binnen weniger Minuten mehrmals die Leistungsstufe nach oben oder unten korrigiert – das empfinden wir als störend. Bei der Beseitigung von Gerüchen schlägt sich der Air 4000 tapfer. Auf hoher Leistung neutralisiert er Gerüche zuverlässig, sofern man ihm ausreichend Zeit gibt.

Luftreiniger Test: Bosch Air 4000
Auf Tastendruck zeigt der Bosch Air 4000 die geschätzte verbliebene Lebensdauer des Filters
© Tobias Stahl / stern

Fazit: Was den Bosch Air 4000 betrifft, sind wir zwiegespalten: Optisch und haptisch gehört er ohne Zweifel zu den gelungensten Geräten in unserem Vergleich, die Verarbeitung wirkt hochwertig und die Bedienung ist angenehm intuitiv. In der Praxis zeigt der Luftreiniger jedoch Optimierungspotenzial – vor allem bei der Sensorik, die teils verzögert reagiert oder die Luftqualität zu optimistisch einschätzt, sowie bei der Abstimmung im Auto-Modus, die bisweilen zu übernervösen Betriebsstrategien führt. Auch das störende Geräusch auf niedriger Stufe fällt uns negativ auf. Dennoch: Ist das Gerät einmal auf höherer Leistung aktiv, reinigt es die Luft effektiv und entfernt auch unangenehme Gerüche zuverlässig. Bei rund 180 Euro und Ersatzfiltern für recht stolze 50 Euro ist das im direkten Vergleich ein ordentliches, aber kein herausragendes Gesamtpaket.

Luftreiniger: Die wichtigsten Fragen & Antworten

Was bedeutet CADR bei Luftreinigern?

CADR steht für Clean Air Delivery Rate und beschreibt die Luftreinigungskapazität, also wie viel Luft ein Gerät pro Stunde bewegen bzw. reinigen kann, angegeben in Kubikmetern pro Stunde (m³/h). Je höher der Wert ist, umso schneller und effektiver kann das Gerät die Raumluft reinigen. Das Verhältnis zwischen CADR und Raumvolumen ist im alltäglichen Gebrauch der wichtigste Leistungsindikator. Für eine effektive Reinigung sollte ein Luftreiniger im Optimalfall drei bis vier vollständige Luftwechsel pro Stunde schaffen.

Helfen Luftreiniger bei Allergien und Heuschnupfen?

Ja, Luftreiniger mit HEPA-Filter können bei Allergien und Heuschnupfen effektiv Pollen, Hausstaub, Tierhaare und andere Allergene aus der Luft filtern. Das senkt die Allergenbelastung und kann Linderung verschaffen – ein Luftreiniger ist jedoch kein Wundermittel und kein Ersatz für die regelmäßige Reinigung von Textilien oder ggf. die Einnahme von Medikamenten.

Worauf sollte ich beim Filter achten?

Mehrlagige Filter, bestehend aus Vorfilter, HEPA-Filter und Aktivkohlefilter, haben sich bei Luftreinigern als Standard etabliert. HEPA-Filter können auch sehr kleine Partikel zuverlässig entfernen, darunter Feinstaub, Pollen oder Rauch. Geräte ohne HEPA-Filter sind in der Regel weniger effektiv – aber HEPA ist nicht gleich HEPA: Viele Hersteller arbeiten mit inoffiziellen Begriffen wie „True HEPA“ oder „HEPA-like”. Ohne eine konkrete Angabe der HEPA-Klasse (in der Regel H13) sind diese Begriffe jedoch nicht aussagekräftig. Die Effektivität des Aktivkohlefilters hängt stark von dessen Dicke und der Menge an Aktivkohle ab. Aktivkohle filtert keine Partikel, sondern Gase, und hilft so bei der Beseitigung von Gerüchen.

Wie oft muss ich den Filter im Luftreiniger wechseln?

Das kommt stark auf das Gerät, den verwendeten Filter und die individuelle Luftqualität an. In der Regel halten die Filter in Luftreinigern etwa sechs bis zwölf Monate, bevor sie ausgetauscht werden sollten. Manche Hersteller versprechen längere Intervalle, die jedoch oft nur unter Idealbedingungen erreicht werden. Dementsprechend lohnt es sich, vor dem Kauf eines Luftreinigers auch einen Blick auf die Verfügbarkeit und Preise von Ersatzfiltern zu werfen.

Wie reinige ich meinen Luftreiniger?

Auch einen Luftreiniger sollten Sie regelmäßig reinigen, um eine bestmögliche Leistung sicherzustellen. Neben dem Filterwechsel gemäß der Hersteller- bzw. Geräteangaben sollten Sie die Außenseite des Geräts regelmäßig mit einem feuchten, fusselfreien Tuch abwischen. Je nach Staub- und Partikelbelastung am Aufstellungsort sollten Sie auch den Partikelsensor regelmäßig reinigen, beispielsweise mit einem Wattestäbchen – in der Bedienungsanleitung oder direkt am Gerät erfahren Sie, wo Sie den Sensor finden. Ein- bis zweimal jährlich sollten Sie dem Gerät eine Grundreinigung verpassen, indem Sie die Luftein- und -auslässe mit einem Staubsauger reinigen und alle erreichbaren Innen- und Außenflächen mit einem Mikrofasertuch abwischen. Prüfen Sie bei der Gelegenheit auch, ob die Umgebungsluft noch ungehindert in das Gerät hinein- und wieder herausströmen kann.