VG-Wort Pixel

Flüchtlingslager Moria abgebrannt Sie haben nichts mehr, außer ihrem Leben: Bitte helfen Sie den Flüchtlingen auf Lesbos!


Das Flüchtlingslager Moria auf Lesbos ist abgebrannt. Tausende Menschen irren jetzt über die griechische Insel und brauchen dringend Hilfe. Die Stiftung stern bittet um Ihre Unterstützung.

Ein Flammeninferno hat Griechenlands größtes Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos in Schutt und Asche gelegt. Die mehr als 12.000 Bewohner sind in Panik vor den Flammen geflohen. Am Tag nach dem Brand streiften Dutzende Menschen auf der Suche nach ihren Habseligkeiten durch die schwelenden Überreste. Doch den meisten ist nichts geblieben außer ihrem Leben und der Kleidung an ihrem Körper. "Moria gibt es nicht mehr", sagt der Vize-Gouverneur der Insel, Aris Hatzikomninos nach dem Feuer.

In den Tagen vor der Katastrophe war die Lage in dem völlig überfüllten Camp extrem angespannt. Die Bewohner litten unter den Quarantäne-Maßnahmen wegen der Corona-Pandemie. 35 Flüchtlinge waren nach Angaben des Migrationsministeriums in Athen bereits an Covid-19 erkrankt. Die Angst vor dem Coronavirus war groß. 

"Falls das Virus das Camp erreicht, könnte es dramatisch werden", hatte bereits im März der griechische Allgemeinmediziner George Makris im Interview mit dem stern gewarnt. Makris betreut für die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" das Flüchtlingslager. "Wir glauben, dass es sich im Lager wahnsinnig schnell verbreiten würde. Außerdem verhindern die Lebensbedingungen im Camp, darauf richtig zu reagieren. Sie müssen sich klar machen, dass in Moria unglaublich viele Menschen auf kleinstem Raum zusammenleben und es einen Mangel an Sanitäranlagen gibt."

Symbol für das Flüchtlingselend

Die Bewohner von Moria, das über die Jahre ein Symbol für das Flüchtlingselend wurde, schätzten ihre Lage schon lange als aussichtslos ein. Sexuelle Übergriffe, Drogenhandel und Gewalt waren nach Aussagen der Menschen im Lager Alltag. Kinder verschwanden, Menschen wurden erstochen oder nahmen sich das Leben. "Wir halten uns die Ohren zu, um die ganzen Schreie und Prügeleien nicht zu hören", berichtete im August Moniré, die aus Afghanistan geflohen und in Moria gestrandet war. "Ich habe Angst, mein Zelt zu verlassen, weil es immer wieder Vergewaltigungen gibt."

Moria war seit Jahren völlig überfüllt. In dem für rund 2800 Menschen ausgelegten Lager lebten zuletzt mehr als 12.700 Asylsuchende unter schwierigsten Bedingungen. NGOs kritisierten immer wieder die katastrophalen Zustände und sprachen von einer "Schande für die europäischen Werte". Die Corona-Infektionen waren schließlich der Funke, der die Situation explodieren ließ.

Der Lagerbewohner Raid Al Obeed aus Syrien, der in Moria ein Corona-Selbsthilfe-Team mit Unterstützung der Hilfsorganisation medico international gegründet hatte, sagte: "Immer wieder haben wir gesagt, dass etwas geschehen muss." Doch die EU habe Moria allein gelassen. Nach den ersten Corona-Infektionen seien "die Angst und die Wut" immer weiter gestiegen.

Bitte helfen Sie!

Völlig unklar ist, was nun mit den Männern, Frauen und Kindern geschehen soll, deren Behausungen in Rauch aufgegangen sind. Tausende Flüchtlinge würden jetzt über die Insel irren, berichtete medico international. Die Stimmung bei vielen Einheimischen ist längst von Freundlichkeit in Feindseligkeit umgeschlagen.

Wir vom stern wollen die Menschen unterstützen. Und deshalb bitten wir Sie um eine Spende für die Flüchtlinge auf Lesbos. Helfen Sie, damit die Not gelindert werden kann! Danke!

Stiftung stern – Spenden für die Flüchtlinge auf Lesbos

Wir leiten Ihre Hilfe weiter: Hier können Sie direkt Online spenden. IBAN DE20 2007 0000 0469 9500 00 BIC DEUTDEHHXXX – Stichwort "Lesbos"; www.stiftungstern.de

mad, mit AFP

Mehr zum Thema