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Projekt der Stiftung stern Im Camp der Geflüchteten auf Lesbos stiftet Fußball Gemeinsinn – und Hoffnung auf ein besseres Leben

Zwei Männer stehen rechts und links an ein Fußballtor gelehnt
Fußballtrainer Evangelos Spanos vom Cosmos FC Lesbos und stern-Reporter Raphael Geiger (r.). An den Cosmos FC Lesbos gingen 10.500 Euro Spenden
© Murat Tueremis/stern
Die Stiftung stern konnte in diesem Jahr Menschen in Not mit über zwei Millionen Euro unterstützen – auch die Mitglieder des Cosmos FC Lesbos: einem Fußballverein, der Geflüchteten auf der griechischen Insel Hoffnung auf ein besseres Leben gibt.

Manchmal fühlt man sich als Reporter hilflos. In Syrien saß Raphael Geiger einem Mann in der Ruine seines Hauses gegenüber, ein Bombenangriff hatte es zerstört und seine Familie ausgelöscht. Ihn, den einzigen Überlebenden, wollte der stern-Reporter interviewen. Aber der Mann wollte nicht. Immer wieder fragte er: Was soll es schon bringen? Der Welt sei das Schicksal der Syrer doch egal. Nach einer Weile meldete sich die Fotografin zu Wort, mit der Geiger unterwegs war. Sie sagte dem Mann einen einfachen Satz: "Nein, nicht allen ist es egal." Manche Menschen, sagte sie, interessierten sich sehr wohl.

Die Stiftung stern unterstützt Projekte wie den Cosmos FC, die Geflüchteten in Griechenland helfen. Hier können Sie direkt dafür spenden.
Die Stiftung stern unterstützt Projekte wie den Cosmos FC, die Geflüchteten in Griechenland helfen. Hier können Sie direkt dafür spenden.

Dieser Satz ging dem Reporter lange nicht aus dem Kopf. Er half besonders auf Reisen in Krisengebieten, wenn Raphael Geiger mal wieder die Zweifel befielen: Wozu das alles? Ändert sich irgendetwas durch die Geschichten, die wir im stern erzählen?

Ein Trainer, der Brücken bauen will

Auf Lesbos zum Beispiel, der griechischen Insel vor der Küste der Türkei, wo Geiger über die Jahre immer wieder war. Zuletzt vergangenen Winter, als ein Bagger im niedergebrannten Lager Moria wegschaufelte, was die Geflüchteten zurückgelassen hatten. Reste von Zelten, Ausweispapieren und Instantnudeln.

Ein paar Autominuten von Moria entfernt traf Geiger einen griechischen Fußballtrainer, Evangelos Spanos. Einen dieser Menschen, denen wichtig ist, was um sie herum passiert. Auf Lesbos hatte er sich Feinde damit gemacht, dass er die Jungen aus Moria auf seinem Platz spielen ließ, dass er ihr Team sogar trainierte. Er machte auch dann noch damit weiter, als griechische Familien ihre Kinder aus dem Training nahmen. Spanos’ Idee eines gemischten Teams, halb Griechen, halb Geflüchtete, fand auf Lesbos nicht viel Gegenliebe.

An einem Dezembertag dribbelte er zusammen mit Paul Asema Yongo übers Feld, dem größten Talent aus Moria, da war sich Spanos sicher. Asema aus Kamerun hatte das Feuer im Lager überlebt und träumte von einer Karriere im europäischen Profifußball. Dank Spanos’ Hilfe fing er bald schon beim lokalen Verein von Lesbos an, immerhin. Inzwischen verdient er mit dem Kicken Geld. Spanos, sein Trainer, ist einer, der Brücken bauen will.

Auf Lesbos hat sich nicht viel geändert. Das neue Lager ist kaum besser als das alte. Noch immer frieren die Menschen im Winter in ihren Zelten. Aber die stern-Geschichte über Spanos und Asema, über ihre griechisch-kamerunische Freundschaft, sie hat im Kleinen etwas bewirkt.

Dank der Hilfe unserer Leserinnen und Leser konnten wir nicht nur Spanos’ Team unterstützen, sondern mit mehr als 110.000 Euro dazu beitragen, die Situation der Geflüchteten in Griechenland zu verbessern. Manchen ist es nicht egal, hat die Fotografin in Syrien damals gesagt. Die Spenden an die Stiftung stern sind der Beweis, dass sie recht hatte.


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