Lesbos Die Brandstifter: Warum einer Frau, die nicht mehr leben wollte, jetzt der Prozess gemacht wird

Die verletzten Hände von Maleka Mahmoodie
Maleka Mahmoodie hatte sich im Flüchtlingslager Mavrovouni auf der Insel Lesbos im Februar 2021 aufgrund hoher psychischer Belasting selbst angezündet
© Julian Busch
Auf Lesbos versuchte sich eine schwangere Afghanin mit Feuer das Leben zu nehmen. Obwohl sie mittlerweile in Deutschland wohnt, wird ihr in Griechenland nun der Prozess wegen Brandstiftung gemacht. Um Recht und Unrecht geht es in dem Fall aber schon lange nicht mehr.

Wie würden Sie weitermachen, wenn Sie seit fünf Jahren auf der Flucht sind und schließlich mit Ihrer Familie in einem Flüchtlingslager stranden, das kurz darauf abbrennt?
 
Und was, wenn Sie zusätzlich noch schwanger wären und unter Depressionen leiden und Sie dabei zusehen müssten, wie ihre traumatisierten Kinder jede Nacht aus dem Schlaf schrecken?
 
Und was, wenn es dann endlich einen Flug gibt, nach vielen Monaten, der Sie aus dem Elend bringen soll, der Flug dann aber wegen Coronabestimmungen auf unbestimmte Zeit abgesagt wird und Sie nun Gewissheit haben, dass Sie zwei Tage nach ihrem Kaiserschnitt wieder im Schlamm liegen werden. In einem kalten Zelt. Im Dreck. Nach all den Jahren. Wie würden Sie weitermachen?


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