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Einzelhandel: Lähmende Flaute

2004 wird wieder Minusjahr: Im September hat die Branche breits im dritten Monat in Folge weniger Umsatz gemacht als im Vorjahr. Der Verband hofft nun auf das Weihnachtsgeschäft - ob das die Tendwende bringt, ist fraglich.

Wo bleibt die Konsumfreude? Der Umsatzrückgang des Einzelhandels betrug inflationsbereinigt 1,4 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag auf Basis vorläufiger Zahlen mit. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hofft nun auf ein gutes Weihnachtsgeschäft. Dennoch wird die Branche das Gesamtjahr mit einem Rückgang von 0,5 Prozent auf unter 370 Milliarden Euro Umsatz abschließen, dies wäre das dritte Minus-Jahr in Folge. Die Gründe sind vielfältig, was einfache Lösungsansätze erschwert: Einerseits lassen die ständigen negativen Wirtschafts- und Unternehmensnachrichten á la Opel und Karstadt die Konsumenten ihr Geld fester zusammenhalten, andererseits lockte 2003 eine wahre Rabatt-Orgie Käufer an und verfälschte so die Umsatzzahlen.

Trendwende hätte 'technische Konsequenzen'

"Der Handel steckt weiter fest in der Konsumkrise", sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. Eine Trendwende sei nicht abzusehen. Auch der erwartete Zuwachs im Weihnachtsgeschäft beruhe auf technischen Effekten: die Monate November und Dezember haben jeweils einen Verkaufstag mehr als im Vorjahr. "Zudem gab es 2003 eine wahre Rabattorgie. Das wird sich nicht wiederholen." Das Weihnachtsgeschäft könne das bisherige Umsatzminus aber zum Teil wettmachen. Von Januar bis September sank der Umsatz real um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Bis Dezember soll das Minus auf 0,5 Prozent schrumpfen.

Besonders hart traf es im September den Versandhandel (real minus 7,7 Prozent) und den Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (minus 4,5 Prozent). Umsatzsteigerungen erzielten Fachgeschäfte für Kosmetik und Arzneimittel (plus 2,5 Prozent), für Möbel, Haushaltsgeräte und Baubedarf (real plus 1,3 Prozent) sowie Waren- und Kaufhäuser (plus 4,1 Prozent). (DPA)