HOME

ENERGIE: Kommt für Verbraucher ein teurer Winter?

Wegen der Irak-Krise befürchten Energie-Experten durchaus kräftige Preiserhöhungen. Außerdem soll die globale Energienachfrage in 30 Jahren um 50 Prozent steigen.

Falls sich der Irak-Konflikt verschärfen sollte, steht deutschen Verrbrauchern nach Ansicht von Energie-Experten ein teurer Winter bevor. So erwartet Klaus Matthies vom Hamburger Weltwirtschaftsarchiv für diesen Fall einen weiteren dramatischen Anstieg des Rohölpreises von derzeit 28 auf rund 40 Dollar pro Barrel (159 Liter). »Heizöl wird dann um über 30 Prozent teurer.« Alternativen haben die Bundesbürger nicht, da der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt ist und ebenfalls kräftig anziehen würde.

Verbraucher »immer die Gekniffenen«

Verbraucherschützer befürchten gleichfalls ein deutliches Anziehen der Preise. Carel Mohn vom Bundesverband der Verbraucherzentralen meinte, die Verbraucher »sind in solchen Situationen immer die Gekniffenen«. Der Strompreis ist zwar nicht von der Irak-Krise abhängig, doch auch er würde hoch gehen.

Monopolisierung des Marktes

Auch der Geschäftsführer des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien, Norbert Alnoch, rechnet mit einem teuren Winter für die Verbraucher. »Die Preise werden in diesem Jahr noch ganz erheblich steigen. Durch die vielfältigen Beteiligungen der Energieunternehmen untereinander haben wir es praktisch mit einer neuen Monopolisierung zu tun.« Die Anbieter können fast nach Belieben an der Preisschraube drehen, so Alnoch.

Energiebedarf wird weiter steigen

Auf dem internationalen Energie-Forum im japanischen Osaka wurde unterdessen am Wochenende eine Untersuchung zum weltweiten Energiebedarf veröffentlicht. Danach wird die weltweite Energienachfrage in den kommenden 30 Jahren um rund 50 Prozent steigen, und der Anstieg des Energieverbrauches dürfte die Kohlendioxyd-Emissionen um 70 Prozent erhöhen.

Weniger Atomenergie

In dem von der Internationalen Energie-Agentur (IEA) veröffentlichten Welt-Energie-Ausblick hieß es weiter, dass die Nachfrage nach Öl bis zum Jahr 2003 auf 120 Millionen Barrel täglich ansteigen wird. Im Jahr 2000 lag der Ölbedarf noch bei 75 Millionen Barrel am Tag. Der Anteil der Atomenergie im Mix der Energiequellen wird bis 2030 dagegen von 17 Prozent auf neun Prozent sinken.

Entwicklungsländer holen auf

Die Nachfrage aus den Industriestaaten wird dem Bericht zufolge in diesem Zeitraum von 58 Prozent im Jahr 2000 auf 47 Prozent 2030 sinken, denn in den Entwicklungsländern wird ein Anstieg der Bevölkerung und des wirtschaftlichen Wachstums zu verzeichnen sein. Weiter ist davon auszugehen, dass die OPEC ihren Anteil am weltweiten Ölmarkt von 38 auf 54 Prozent steigern dürfte - wobei der Löwenanteil bei nahöstlichen OPEC-Ländern wie Saudi-Arabien liegen wird.