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Finanzen: MLP mit Ergebniseinbruch

Obwohl der Finanzdienstleister MLP zu Jahresbeginn einen schweren Gewinneinbruch verkraften musste, verkündet Vorstandschef Termühlen: "Liegen im Plan".

Der Finanzdienstleister MLP hat zu Jahresbeginn einen schweren Gewinneinbruch erlitten. Vor- und Nachsteuerergebnis gingen im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2003 um fast zwei Drittel zurück. Der Gewinn vor Steuern sei auf 8,5 Millionen Euro nach 24,5 Millionen im Vorjahreszeitraum zurückgegangen, sagte der Vorstandsvorsitzende Bernhard Termühlen am Dienstag in Heidelberg. Der Quartalsüberschuss habe bei 5,1 Millionen (Vorjahr 15 Mio Euro) gelegen. Der Umsatz verringerte sich auf 233,7 Millionen nach 241,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Keine Umsatzprognose abgegeben

Der wegen angeblicher Bilanztricks unter Druck geratene Finanzdienstleiter hatte für das laufende Geschäftsjahr einen Vorsteuergewinn in Höhe von 65 Millionen Euro angekündigt. An dieser Prognose hielt Termühlen fest. Eine Umsatzprognose wollte der Vorstandschef nicht abgeben. Mittel- bis langfristig werde ein Wachstum von 20 Prozent angestrebt. Das bedeutet nach MLP-Angaben einen Zeitraum von drei bis sechs Jahren.

Verarbeiten des letzten Jahres dauert an

Als Grund für den Gewinnrückgang nannte Termühlen eine Rückführung der Rückversicherungserträge sowie das fehlende Ergebnis nach dem Verkauf der MLP-Lebensversicherung (Wien). "Wir verarbeiten noch die ganz massiven Angriffe des letzten Jahres", sagte der Vorstandschef. Mit den Zahlen des ersten Quartals und der Prognose für das Gesamtjahr liege MLP aber im Plan. Die MLP-Aktie ging nach der Veröffentlichung um 1,38 Prozent auf 10,70 Euro zurück. Der Finanzdienstleister war Mitte Mai nur knapp dem Rauswurf aus dem DAX entgangen.

Manipulationsgerüchte kratzten am Image

Im abgelaufenen Geschäftsjahr war MLP tief in die roten Zahlen gerutscht. Das Ergebnis nach Steuern sackte auf einen Fehlbetrag von 47,6 Millionen nach plus 98,9 Millionen Euro im Vorjahr ab. Das Ergebnis vor Steuern lag bei minus 36,6 Millionen Euro (2001: plus 151 Mio). Die Erlöse stiegen auf 1,13 Milliarden nach 1,05 Milliarden Euro. Zu den laufenden Ermittlungen der Mannheimer Staatsanwaltschaft wegen Insiderhandels und Bilanzmanipulation sagte Termühlen: "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht." Bei MLP gebe es inzwischen eine Bilanzkontinuität. Den Ermittlungsbehörden seien alle Informationen zur Verfügung gestellt worden. "Der Zeitablauf ist nicht unseren Händen." Durch die Manipulationsgerüchte hatte das Image des vor allem bei Akademikern beliebten Finanzdienstleisters stark gelitten, der Aktienkurs stürzte ab.