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Steuern sparen: Sieben Last-Minute-Tipps für die Steuererklärung

Viel Zeit bleibt nicht mehr, bis die Steuererklärung beim Finanzamt vorgelegt werden muss. Mit diesen Tipps sparen Sie kurz vor Torschluss noch bares Geld.

Mit ein paar Tipps geht die Steuererklärung leicht von der Hand

Mit ein paar Tipps geht die Steuererklärung leicht von der Hand

Jetzt aber schnell: Bis zum 31. Mai muss die Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt abgegeben werden. Da der Stichtag in diesem Jahr aber auf einen Sonntag fällt, fordert der Fiskus die Unterlagen für die Steuererklärung 2014 erst bis zum 1. Juni. Den Termin sollten sich auch Arbeitnehmer im Kalender markieren, denn auch wer nicht selbstständig ist, kann dazu verpflichtet sein, eine Steuererklärung abzugeben.

Wer nicht zur Abgabe verpflichtet ist, darf trotzdem eine Steuererklärung einreichen. Das kann sich lohnen: Im Schnitt gab es in den vergangenen Jahren 900 Euro zu viel gezahlte Steuern zurück. Ohne Abgabepflicht entfällt auch der Stress im Mai. Arbeitnehmer haben vier Jahre Zeit, um ihre Unterlagen einzureichen. Das bedeutet, dass die Steuererklärung für 2011 noch bis Ende 2015 ans Finanzamt geschickt werden kann.

Doch auch alle, für die Ende Mai die Frist endet, können durchatmen. Mit diesen Last-Minute-Tipps lässt sich auch im Endspurt noch Geld sparen:

1. Rechtzeitig eine Verlängerung beantragen oder einen Steuerberater beauftragen

Mit einer schnell zusammengeschusterten Steuererklärung sind Fehler oder versäumte Sparmöglichkeiten fast vorprogrammiert. Schafft man es nicht, die Unterlagen rechtzeitig abzugeben, ist es daher besser, eine Verlängerung der Frist zu beantragen. Ein formloses Schreiben oder ein kurzer Anruf beim Finanzamt genügen hierzu – auch kurz nach Ablauf der Frist. Gibt man als Grund für die Verzögerung Krankheit, Dienstreisen, ausstehende Unterlagen oder eine hohe Arbeitsbelastung an, lassen sich in der Regel problemlos einige Wochen Aufschub herausholen. Wer einen Steuerberater beauftragt, profitiert nicht nur von der Expertise der Profis, sondern hat automatisch bis zum 31. Dezember Zeit für die Abgabe.

2. Steuererklärung online abgeben

Das Finanzamt bietet mit dem ElsterOnline-Portal eine schnelle und einfache Möglichkeit die Steuererklärung digital abzugeben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Unveränderte Daten aus dem Vorjahr können übernommen werden. Durch elektronische Belege, etwa Mitteilungen über Krankenkassenbeiträge, spart man sich viel Papierkram. Zudem bietet das Programm des Finanzamts bereits vor der Abgabe eine Vorschau auf den möglichen Steuerbescheid und ermöglicht es, das echte Dokument nach der Prüfung durch die Behörde unkompliziert abzurufen. Achtung: Wer noch keine elektronische Signatur beantragt hat, sollte das schnell tun, da die Bearbeitung ein paar Tage in Anspruch nimmt. Die meisten Steuerprogramme ermöglichen ebenfalls die Abgabe der Steuererklärung über das Portal. Welche Vorteile die digitalen Assistenten noch haben, erfahren Sie hier.

3. Pauschalen nutzen

Als sogenannte Werbungskosten lassen sich alle berufsbedingten Ausgaben absetzen. Dabei profitieren Arbeitnehmer von Pauschalen, die jeder ohne Nachweis angeben darf. Die bekannteste dürfte die Pendlerpauschale sein. Für jeden vollen Kilometer einfache Strecke zum Arbeitsort dürfen 30 Cent als Werbungskosten angegeben werden. Das ist bis zu einem Höchstbetrag von 4500 Euro im Jahr möglich - unabhängig vom Verkehrsmittel. Aber auch andere Pauschalen lohnen sich: Für Kontoführungsgebühren kann ein Betrag von 16 Euro, für Arbeitsmittel 110 Euro und für Umzugskosten bis zu 695 Euro für Singles und 1390 Euro für Verheiratete als Werbungskosten abgesetzt werden. Ein Umzug muss allerdings beruflich bedingt sein. Dabei reicht es aber aus, wenn sich der Arbeitsweg um eine Stunde für Hin- und Rückweg verkürzt. Ein Jobwechsel ist keine Voraussetzung.

4. Sonderausgaben und haushaltsnahe Dienstleistungen geltend machen

Als Sonderausgaben können Ausgaben für die Altersvorsorge, Spenden oder die Kirchensteuer angegeben werden. So lässt sich zum Beispiel ein Riester-Vertrag mit bis zu 2100 Euro im Jahr absetzen. Auch private Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen können Sie in der Steuererklärung angeben. Das Gleiche gilt für Dienstleistungen, die im Zusammenhang mit Ihrer Wohnung oder Ihrem Haus erbracht wurden. So wirken sich Handwerkerrechnungen oder der Lohn einer Reinigungskraft positiv auf Ihre Steuerersparnis aus. Auch Posten der Nebenkostenabrechnung wie ein Hausmeister können angegeben werden. Wichtig: Für alle Kosten ist eine Rechnung oder ein ähnlicher Beleg erforderlich. Barzahlungen werden vom Finanzamt nicht anerkannt.

5. Außergewöhnliche Belastungen verteilen

Als außergewöhnliche Belastungen können Ausgaben abgesetzt werden, die etwa durch Krankheiten entstanden sind. Durch ein Urteil des Finanzgerichts Saarland vom 6. August 2013 können hohe außergewöhnliche Belastungen wie der behindertengerechte Umbau eines Hauses auf bis zu fünf Jahre verteilt werden. Das kann sinnvoll sein, wenn sich die Ausgaben im Entstehungsjahr nicht voll steuerlich auswirken würden.

6. Reisekosten richtig abrechnen

Wer 2014 auf Dienstreisen war, profitiert von einer Änderung im Steuerrecht. Bei einer Abwesenheit von 24 Stunden vom Wohnsitz können 24 Euro geltend gemacht werden, bei mehr als acht Stunden immerhin 12 Euro. Der Betrag von 12 Euro gilt zudem unabhängig von der tatsächlichen Abwesenheitsdauer an den An- und Abreisetagen der Dienstreise.

7. Kinderbetreuung absetzen

Wer seine Kinder betreuen lässt, kann das bei der Steuererklärung angeben. So können zum Beispiel Kosten für die Kita oder eine Tagesmutter steuerlich geltend gemacht werden. Das Ganze gilt für zwei Drittel der Aufwendungen bis zu einer Höhe von 4000 Euro.

db
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