HOME

Garantieprodukte: Sicherheit an der Börse gibt es nicht zum Nulltarif

Die Aktienkrise der vergangenen Jahre hat bei vielen Anlegern den Wunsch nach mehr Sicherheit für ihre Anlagen verstärkt - oft auf Kosten der Rendite. Aber nicht nur das: Auch die Steuerfalle lauert.

Die Aktienkrise der vergangenen Jahre hat bei vielen Anlegern den Wunsch nach mehr Sicherheit für ihre Anlagen verstärkt. Auf dieses Bedürfnis hat die Finanzbranche mit einer Vielzahl von Anlageprodukten reagiert, die eine Kapitalerhaltung garantieren. "Allerdings bezahlt der Anleger diese Sicherheit mit Rendite-Einbußen", gibt das Deutsche Aktieninstitut (DAI) zu bedenken.

Ähnliches Prinzip

Das Prinzip bei den meisten Garantieprodukten ist ähnlich: Bei diesen in ihrer Laufzeit meist begrenzten Produkten wird der Großteil der Anlagesumme, beispielsweise 80 oder 90 Prozent, in festverzinslichen Werte investiert, die dann zum Ende der Laufzeit zusammen mit den angefallenen Zinsen wieder die 100 Prozent der Anfangsinvestition ergeben. Mit den restlichen 10 bis 20 Prozent wird dann während der Laufzeit in der Hoffnung auf Gewinne an den Märkten spekuliert.

Im Detail habe der Anleger bei solchen Garantieprodukten eine Reihe von Punkten zu beachten, raten die Aktienexperten des DAI. Wird das Kapital zu 100 Prozent garantiert oder nur zu 80 oder 90 Prozent? Steht die Garantie in angemessenem Verhältnis zu seiner eingeschränkten Teilnahme an steigenden Aktienkursen? Gilt die Garantie nur zum Laufzeitende des Fonds beziehungsweise Zertifikates? In diesem Fall kann der Anleger also durchaus Verluste erleiden, wenn er sein Papier in der Zwischenzeit verkauft. Wird der Ausgabeaufschlag von oft fünf Prozent mit abgesichert oder nicht? Gibt es Einschränkungen für die Garantie, zum Beispiel wenn die Kurse besonders stark fallen?

Es gibt nicht 100 Prozent

"Sicher strebt der Anleger eine möglichst hohe Teilnahme an den Gewinnen an, aber 100 Prozent kann er naturgemäß nicht erzielen", erläutern die DAI-Experten. Sinnvoll seien solche Garantien vor allem bei kürzeren Laufzeiten und bei Engagements in sehr schwankungsanfälligen Branchen und Märkten. "Und unter steuerlichen Gesichtspunkten müssen Anleger beachten, dass nach derzeitiger Rechtslage Gewinne mit diesen Garantieprodukten generell steuerpflichtig sind, selbst außerhalb der einjährigen Spekulationssteuerfrist", warnt das Institut.

DPA